Autobahnabschnitte (ABA) in der ehemaligen DDR

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Übersicht

Autobahnabschnitte (DDR: "ABA", engl. "Highway Strips") sind vorbereitete Teile einer Autobahn, die für den Flugbetrieb genutzt werden können. Sie zeichnen sich aus durch gerade Streckenführung, fehlenden Grünstreifen, fehlende oder herausnehmbare Leitplanken, Hindernisfreiheit und großzügige Parkplätze.

Die nachfolgende Tabelle listet die Autobahnabschnitte in der ehem. DDR. Angegeben ist die alte DDR-Autobahnnummer (ein System, das in der Öffentlichkeit kaum verwendet wurde) sowie die aktuelle Autobahnnummer. Die Links verweisen jeweils auf den Eintrag im Hauptverzeichnis.

BezeichnungAutobahn (DDR)Autobahn (neu)
ABA ForstA5A15
ABA KavelstorfA15A19
ABA Leisnig (Gallschütz)A10A14
Lützen(Zöllschen/Bad Dürrenberg)A9A9
ABA NetzebandA15A24
ABA PerwenitzA1A10
ABA RuhlandA4A13
ABA SpreenhagenA3A12
Thurland/ReudenA9A9
WalterslebenA7A4
WeixdorfA6A4
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'Eine Jagdfliegergruppe operiert während eines geheimen Manövers von einem öffentlichen Autobahnabschnitt ...'

Beispiel

Das Luftbild links zeigt den Autobahnabschnit ABA Spreenhagen im Jahre 2007. Er befindet sich an der Autobahn 12 (früher DDR-Autobahn A3) zwischen Berlin und Frankfurt/O.

Auch 17 Jahre nach der Wende ist die Grundstruktur mit gerader Streckenführung und den charakteristischen Parkplätzen noch gut erkennbar. Nur der Mittelstreifen - auf dem Bild kaum zu sehen - wurde in die Standardform mit Grünstreifen zurück gebaut.

 

Grundlagen

Die Dienstvorschrift DV 105/0/003 "Taktisch-technische Grundsätze und Normen für die Projektierung und den Bau von Flugplätzen der Fliegerkräfte der Nationalen Volksarmee" unterscheidet 3 Typen. Flugplatzabschnitte 1. Ordnung haben eine Gesamtlänge von 3300 m sowie eine Länge der Start- und Landebahn (SLB) von 2500 m. Bei Flugplatzabschnitten 2. Ordnung beträgt die Gesamtlänge 2800 m und die Länge der SLB 2000 m. Alle anderen, die diese und andere Anforderungen nicht erfüllen, fallen in die 3. Ordnung.

Den vollständigen Text der Dienstvorschrift können Sie hier lesen: DV 105/0/003

Historie

Im Juli 1975 meldet der Minister für Nationale Verteidigung dem Nationalen Verteidigungsrat, dass "9 Abschnitte als Behelfsstart- und landebahnen auf Autobahnen" vorbereitet wurden. (Quelle: Bundesarchiv)

Im November 1985 wird im Nationalen Verteidungsrat der unbefriedigende Zustand der Militärflugplätze dargestellt. Gegenstand sind auch die Autobahnabschnitte:

FlugplatzabschnittFertigstellungmilit. nutzungsfähigGründe der Nichtnutzungsfähigkeit
geplantrealisiert
Netzeband19781978seit 1978
Perwenitz19801981seit 1981
Forst1974bis 1982
1983
Rekonstruktion, Ausbau zur I. Ordnung
1984bis 1985
Keine Nutzungsfähigkeit hergestellt
- Fehlen erforderlicher Tragfestigkeit der seitlichen Sicherheitsstreifen und unbefestigter Stellflächen
- Fehlen der geforderten Hindernisfreiheit (Abholzung)
Leisnig1985im BauneinDer Ausbau soll im Rahmen der Fahrbahnrekonstruktion erfolgen
LützenneinDer Ausbau soll im Rahmen der Fahrbahnrekonstruktion erfolgen
Kavelstorf1985im BauneinFertigstellung der befestigten und unbefestigten Stellflächen sowie der seitlichen Sicherheitsstreifen
Spreenhagen19801984nein- Alterserscheinungen auf den befestigten Flächen
- Fehlen erforderlicher Tragfähigkeit der seitlichen Sicherheitsstreifen und unbefestigter Stellflächen
Ruhland19811983nein- Fehlen erforderlicher Tragfähigkeit der seitlichen Sicherheitsstreifen und unbefestigter Stellflächen
- Fehlen der geforderten Hindernisfreiheit (Abholzung)
Dessau1986-1990neinzum Ausbau geplant

"Der Stellvertretende des Vorsitzenden des Ministerrates und Vorsitzende der staatlichen Plankommission wird beauftragt, im Rahmen der Ausarbeitung des B-Planes für 1986 den Ausbau weiterer Flugplatzabschnitte auf Autobahnen vorzusehen" (Quelle: Bundesarchiv)

In einer Karte aus der Wendezeit sind zwei Gelände im Nordwesten der DDR verzeichnet, auf denen vermutlich Autobahnabschnitte entstehen sollten: Bobzin und Rohlsdorf (Quelle: Andreas Riedel)

Nach der Wende wurden die Autobahnabschnitte im Rahmen der umfangreichen Neugestaltung der Autobahnen zurück gebaut.