Flughafen/Flugplatz Dresden-Klotzsche (NVA LSK/LV TS-24, FWD)
Allgemein |
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| Koordinaten | N510754 E0134600 |
|---|---|
| HNN | 230 m |
| ICAO Location Indicator | ETDN (1990), EDDC (2000) |
| Betreiber | NVA LSK/LV |
| Flugplatz-Nummer | 2124 |
Lage Flugplatz
Der Flugplatz befindet sich nord-nordöstlich von Dresden.
Nutzung bis 1945
Der Flughafen Dresden wurde in den 1930er Jahren eröffnet
Nutzung im Kalten Krieg
Nach dem Krieg wurde er von der Roten Armee besetzt. Zu DDR-Zeiten befand sich hier das Flugzeugwerk Dresden (FWD), das Flugzeuge des Typs Il-14 produzierte und ein eigenes Flugzeugmuster, die 152 entwickelte. Nach Aufgabe der Flugzeugentwicklung ging daraus die Flugzeugwerft Dresden hervor, die Militärflugzeuge der NVA und anderer Länder wartete. Der Flugplatz wurde zivil mitbenutzt.
Nutzung nach der Wende
Noch kurze Zeit Bundeswehr-Standort sowie Verschrottung ehemaliger NVA-Militärflugzeuge.
Heutige Nutzung
Zivilflughafen
Flugplatzkarte |
| A, B, C, D, E, F, G | Rollweg-Bezeichnungen | |
| (1) | Militärische Abstellfläche | |
| (2) | Zivile Abstellfläche | |
| (3) | Abstellfläche 3 | |
| (4) | Flugleitung / Kontrollturm | |
| (5) | Tanklager | |
| (6) | RSBN (Nahnavigationssystem) |
Flugbetriebsflächen |
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Start- und Landebahnen
Angaben für das Jahr 1976:
| Bez. | Länge | Breite | Belag | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
| 04/22 | 2500 m | 80 m | ||
| 04/22 | 1000 m | 100 m | Gras | Notlandebahn nordwestlich, bis Rollweg C |
Angaben für das Jahr 1985:
| Bez. | Länge | Breite | Belag | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
| 04/22 | 2500 m | 80 m | Asphalt | mit Köpfen an beiden Enden |
| 04/22 | Gras | Notbahn, nördlich der Hauptstartbahn |
Angaben für 1989 nach Rekonstruktion mit Wechsel des Belags und Verringerung der Breite:
| Bez. | Länge | Breite | Belag | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
| 04/22 | 2500 m | 51 m | Beton | |
| 04/22 | 1800 m | 60 m | Gras | Notlandebahn |
Funknavigation |
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Angaben für das Jahr 1989:
| Station | Freq. | Kennung | Position | Bemerkungen | |
|---|---|---|---|---|---|
| RSBN | Kanal 39 | FO | N510758 E0134557 (S43/82) | ||
| DME | Kanal 116 | DSN | |||
| HLR 221° | LOM | 370 | FS | 7613 m | zivil |
| FFF | 834 | FO | 3800 m | mil | |
| NFF / LMM | 407 | F | 1245 m | mil / zivil | |
| ILS22 | 109,7 | IFS | |||
| NLR 041° | LOM | 342 | GPZ | 12602 m | zivil |
| FFF | 376 | KW | 3728 m | mil | |
| NFF / LMM | 407 | K | 1065 m | mil / zivil |
| HLR | Hauptlanderichtung | |
| NLR | Nebenlanderichtung | |
| FFF | Fernfunkfeuer | |
| NFF | Nahfunkfeuer | |
| RSBN | Nahnavigationssystem |
Die Kennungen der Funkfeuer FO und F (Hauptlanderichtung) wurden wie üblich aus dem ersten und letzten Buchstaben des Rufzeichens "FIGARO" abgeleitet.
Die Funknavigationsausrüstung für den Anflug auf Dresden war ungewöhnlich: sie bestand aus jeweils 3 Funkfeuern für jede Anflugrichtung. Das Konstrukt entstand durch die Überlappung jeweils eines militärischen und eines zivilen Systems, denn das äußere Funkfeuer hat im zivilen System einen signifikant größeren Normabstand von der Landebahn (ca. 3..4 Seemeilen) als im militärischen System des Warschauer Paktes (4 km).
- Militärisches System mit den Funkfeuern FO und F
- Ziviles System mit den Funkfeuern FS und F
Das Funkfeuer F war also Bestandteil sowohl des zivilen als auch des militärischen Systems. Das Funkfeuer FS war gleichzeitig Streckenfunkfeuer für die Luftstraße B52.
- Militärisches System mit den Funkfeuern KW und K
- Ziviles System mit den Funkfeuern GPZ und K
Das Funkfeuer K war also Bestandteil sowohl des zivilen als auch des militärischen Systems. Das Funkfeuer GPZ war gleichzeitig Streckenfunkfeuer für die Luftstraßen B51 und B52 und hatte vermutlich deshalb einen deutlich größeren Abstand zur Landebahn 04 als üblich.
Ungefähr ab Mitte der 1980er Jahre sah der Landeanflug auf die Bahn 22 eine Peilung zum Funkfeuer "KZ" vor, dem Fernfunkfeuer vom Flugplatz Kamenz. Damit wurden Frequenz und Kennung dieses militärischen Funkfeuers international veröffentlicht, was bei der sonst so übertriebenen Geheimhaltung in der DDR schon sehr bemerkenswert war.
Ausstattung des Flugplatzes mit Instrumentenlandesystemen
Noch Anfang der 1980er Jahre war der Platz anstelle eines ILS nur mit einem sowjetischen Landesystem KGSP/KRM für die Landebahn 04 ausgestattet.
Kommunikation |
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Flugfunk
Angaben für die 1980er Jahre:
Militärisch
Das militärische Rufzeichen des Flugplatzes war FIGARO, des Flugleiters FIGARO-START (Frequenzen 132,0 und 124,0 MHz) und des Peilers FIGARO-PELENG (130,0 MHz).
Zivil
Die zivilen Rufzeichen waren DRESDEN APPROACH und DRESDEN TOWER (beide 127,7 MHz) sowie DRESDEN PRECISION für den PAR-Anflug (118,0 MHz).
Telefon
Angaben für die 1980er Jahre:
Sondernetz S1
Der militärische Teil des Flugplatzes einschließlich FWD war im Sondernetz/Stabsnetz S1 über die Nummer 9321 erreichbar. Die Tarnnamen im Jahre 1990 waren NEIGUNGSEHE (Nachrichtenzentrale) und GERÄT (Gefechtsstand). Die Passkontrolle am Flughafen war als Nebenstelle der MfS-Bezirksverwaltung Dresden über die Nummer 7-9724-2878 angebunden.
Deutsche Post
Flughafen: Dresden 58941 (Flugleitung), 585171
Interflug: Dresden 583141
Fernschreiber
Angaben für die 1980er Jahre:
Sondernetz/Stabsnetz S1:
Die Fernschreibstelle der Passkontrolle hatte den Anschluss 939-374-44 und das Rufzeichen guest-dfh im MfS-Betriebsnetz.
Deutsche Post
Flugleitung: 02125
Interflug: Telex 026 036
Luftraum und Verfahren |
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Karten
Nachfolgende Karten stammen aus dem "Verzeichnis 012 - Flugnavigationsinformationen der Flugplätze der NVA und der Grenztruppen der DDR" aus dem Jahre 1989. Das Dokument war "Geheime Verschlußsache"
Sichtan- und -abflugrouten
Angaben für die Jahre 1985..1990 (Quelle: AIP DDR)
Flughafen Dresden - Radeburg (nur Abflug)
Flughafen Dresden - Moritzburg (nur Abflug)
Flughafen Dresden - Wachau - Großnaundorf - Königsbrück
Flughafen Dresden - Wachau - Dittersbach - Stadt Wehlen - Struppen - Barrage-Malter - Freiberg
Anschlussstrecken zwischen den Sichtanflug- und -abflugstrecken und den örtlichen Fluglinien
Angaben für das Jahr 1982 (Quelle: VFR-Handbuch für den Agrarflug, Nur für den Dienstgebrauch)
Freiberg auf der örtlichen Fluglinie Nr. 34 (Streckenabschnitt Mutzschen - Freiberg)
Radeburg auf der örtlichen Fluglinie Nr. 14 (Streckenabschnitt Radeburg - Coswig)
Moritzburg, kürzester Flugweg nach der örtlichen Fluglinie Nr. 14 (Streckenabschnitt Radeburg - Coswig);
Wehlen, Punkt auf der örtlichen Fluglinie.
Einheiten |
Um die Wendezeit waren diese Einheiten in Dresden stationiert:
- Transportfliegerstaffel 24 (TS-24, Postfach PF 33608)
- Fliegertechnisches Bataillon 24 (FTB-24, PF 43803)
- Luftaufklärungszentrale (PF 63276)
Matthias Behlert schreibt über die Zeit von Anfang der 1970er Jahre bis 1974:
Dresden-Klotzsche wurde auch von der GST als Segelflugplatz genutzt. Gestartet und gelandet wurde auf der Grasnarbe neben dem Rollfeld. Auch hier fand überwiegend Windenschlepp statt; einige Male im Jahr stand jedoch ein Schleppflugzeug aus Bautzen-Klix zur Verfügung. Die Nutzungsrechte am Flughafen waren zu jener Zeit folgendermaßen gestaffelt:
1. NVA
2. Flugzeugwerft
3. Interflug
4. GST
Die Interflug stellte für uns Segelflieger kaum ein Problem dar, denn zu jener Zeit gab es wöchentlich nur etwa 20 Linienflüge von und nach Dresden, die alle Mo-Fr stattfanden. Ein einziges Mal habe ich es erlebt, dass Dresden-Klotzsche wetterbedingt als Ausweichflughafen für Berlin-Schönefeld herhalten musste; da ging es dann auf der Rollbahn plötzlich hoch her, und Segelfliegen war natürlich nicht möglich. Auch die Flugzeugwerft legte uns keine Steine in den Weg. Lediglich die NVA hatte an 5-6 Wochenenden pro Saison etwas dagegen, dass wir flogen.
Liegenschaften |
Angaben für das Jahr 1990:
| Nummer | Objekt | Größe | Unterkunft | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
| 12/025 | Flugplatz | |||
| 12/170 | Fernmeldeeinrichtung TS-24 | 0,4 ha | 9 | |
| 12/171 | Flugsicherungseinrichtung TS-24 | 1,9 ha | 12 | |
| 12/294 | Funkmarker | 3 ha | Dresden Wilder Mann, An der Kalkreutherstr. |
Die hier genannten NVA-Objektnummern wurden aus der Bezirksnummer (12=Bezirk Dresden) und einer laufenden Nummer gebildet.

Einheiten und Objekte der NVA
Ein eBook von mil-airfields.de
Zeittafel |
04.03.1959 Absturz der 152 DM-ZYA
13.06.1990 Vorkommnis K-1 bei Überführungsflug nach Dresden. Über dem Fernfunkfeuer bemerkt der Flugzeugführer eine An-26 im Landeanflug. Einleitung einer zweiten Platzrunde und Landung mit 250 Litern Kraftstoff. Ursache: Flugleiter war überfordert. Mangel in der Vorbereitung der Führung, mangelnde Qualifizierung des Personals.
Links |
LUROKOs An-26 Page
Informationen zur An-26 und TS-24
http://www.luroko.de/
DDR-Luftwaffe
Geschichte der TS-24
http://home.snafu.de/veith/fofmtfk.htm
USMLM Unit History 1971
Notiz zur Sichtung einer ägyptischen An-12 in Dresden am 08.07.1971
http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm
USMLM Unit History 1972
Notiz zur Sichtung einer An-12 mit arabischen Kennzeichen sowie von MiG-21 mit Tarnbemalung
http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm
USMLM Unit History 1973
Notiz zur Sichtung einer MiG-17 mit modifizierten Aufhängungen
http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm
Dresden Airport
Offizielle Homepage des Flughafens Dresden
http://www.dresden-airport.de/
Sachsenbunker
Funkfeuer des Fluplatzes Dresden
http://www.sachsenschiene.net/bunker/flp/flp_11.htm
Literatur |
Zapf, Jürgen:
'Flugplätze der Luftwaffe 1934-1945 - und was davon übrig blieb / Sachsen'
VDM Heinz Nickel, Zweibrücken, 2002
6 Seiten Beschreibung, Luftbild von 1945 und 1953 sowie 33 aktuelle Farbfotos
Grenzdörfer, Joachim; Seifert, Karl-Dieter:
'Geschichte der ostdeutschen Verkehrsflughäfen'
Bernard & Graefe Verlag, Bonn, 1997
15 Seiten Beschreibung und zahlreiche Bilder und Pläne
Freundt, Lutz:
'Sowjetische Fliegerkräfte in Deutschland 1945-1994, Band 1'
Freundt Eigenverlag, Diepholz 1998
Kurze Beschreibung zur unmittelbaren Nachkriegsnutzung; Luftbildausschnitt von 1953
Bußmann, Kleest, Freundt:
'"11-80, katapultieren Sie!"'
AeroLit - Verlag und Medienvertrieb, Berlin, 2004
Kurze Beschreibungen zu Unglücken in Dresden-Klotzsche in den Jahren 1963, 1964, 1966 und 1967
Billig, Detlef; Meyer, Manfred:
'Flugzeuge der DDR, I. Band bis 1962'
TOM Modellbau, Friedland, 2002
Informationen und viele Bilder zum Bau der Il-14 und Baade 152 in Dresden
Flugplätze in der Umgebung |
Nur zur geschichtlichen Information, nicht zur Navigation oder zum Fliegen verwenden! |
35°/4 km Weixdorf Highway Strip
195°/4 km Dresden Heller
165°/8,5 km Dresden-Elbwiesen
34°/16 km Königsbrück HSLP 3044 (ILM)
151°/20 km Pirna




