Flugplatz Jüterbog / Altes Lager

 
Deutschland /E/

Allgemein

Nur zur geschichtlichen Information, nicht zur Navigation oder zum Fliegen verwenden!
KoordinatenN520000 E01300
HNN328'
BetreiberSov.

Nutzung bis 1945

Fliegerhorst der Luftwaffe.

Nutzung im Kalten Krieg

Flugplatz der sowjetischen Streitkräfte.

Heutige Nutzung

Geschlossen.

Flugbetriebsflächen

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Start- und Landebahnen

Angaben für das Jahr 1990:

Bez.LängeBreiteBelagBemerkungen
10/282600 m

Funknavigation

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Angaben für die 1970er Jahre

 StationFreq.KennungPositionBemerkungen
HLR 28FFF313BM
NFF645B
NLR 10FFF313LG
NFF645L

Für die 1980er Jahre liegen mir nur einzelne Informationen vor. Für 1989 wird im "Verzeichnis 012" für Altes Lager ein Zonenfunkfeuer auf der Frequenz 390 kHz mit der Kennung "RK" genannt. Gemäß einer anderen Quelle, die vermutlich aus den 1980er Jahren stammt, arbeitete auf 390 kHz das Nahfunkfeuer "B". Das dazu gehörende Fernfunkfeuer hatte die Frequenz 313 kHz und die Kennung "BM"

HLRHauptlanderichtung
NLRNebenlanderichtung
FFFFernfunkfeuer
NFFNahfunkfeuer

Kommunikation

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Das Rufzeichen des Flugplatzes war LEXIJA (1990). Mitte der 1960er Jahre war es GABARITNIJ.

Auf einer Karte mit Wetterstationen, die Anfang der 1990er Jahre in der Flugleitung am Flugplatz Sperenberg hing, war für Altes Lager der Name KNIGA eingetragen (= Tarnname der Wetterstation Altes Lager?)

Luftraum und Verfahren

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Karten

Karte des Flugplatzes (Lagekarte bei Angriff mit Kernwaffen) (mit freundlicher Unterstützung von H.G.)

Flugleitungsbereich des Flugplatzes Altes Lager (rot markiert) auf einer NVA-Karte aus den 1980er Jahren

Standardflugstrecken

"Flüge der LSK/LV der NVA und der LSK der GSSD im Rahmen der Gefechtsausbildung sind entsprechend der Grafik der Flugtage / -nächte auf der Grundlage der "Hauptflugregeln zum Fliegen im Luftraum der Deutschen Demokratischen Republik" auf Standardflugstrecken in den dazu festgelegten Flughöhen durchzuführen. ..." (Quelle: "Verzeichnis der Standardflugstrecken der LSK/LV der NVA und der LSK der GSSD")

223 Altes Lager, Gräfenhainichen, LK, Schönewalde, Altes Lager
Höhe: 600 - 1850 m (nach Abstimmung mit VHZ)
Abfangabschnitt: Zahna, Burgkemnitz, Prettin, Schweinitz

224 Altes Lager, Nauen, Wolmirstedt, Altes Lager
Höhe: 4900, 5500 m
Abfangabschnitt: Buschow, Colbitz

225 Altes Lager, Öhna, Golssen, Baruth, Schießplatz Heidehof, Markendorf, Altes Lager
Höhe: 300 - 600 m

227 Altes Lager, Wittenberg, Trossin, Schildau, Schießplatz Belgern, Herzberg, Altes Lager
Höhe: zum Schießplatz 300 - 1200 m, Rückflug 1200 - 1850 m (Steigflug über dem Schießplatz)

228 Altes Lager, Raben, Sömmerda, Senftenberg, Altes Lager
Höhe: 7900, 8550, 11900 - 18000 m
Höhenaufgabe: Senftenberg, Traverse Finsterwalde maximale Höhe 7900 m
Abfangabschnitt: Coswig, Halle, Traverse Leipzig, Lauchhammer

543 Altes Lager, Treuenbrietzen, Niemegk, Cobbelsdorf, Zahna, Öhna, Altes Lager
Höhe: 100 - 300 m

Liegenschaften

Im Bereich Lindow (5,6 km westlich des Flugplatzes) befand sich die FlaRak-Stellung des Flugplatzes.

Unmittelbar am Ostrand des Platzes verläuft die Eisenbahnstrecke Treuenbrietzen-Jüterbog. Auf Grund des zunehmenden Problems "Betonkrebs" im Streckennetz der Deutschen Reichsbahn wurden in den 1980er Jahre über diese Strecke auch Transitzüge von Berlin ins Bundesgebiet geleitet. Von diesen Zügen aus hatte man einen guten Blick auf die am Ostrand stehenden Radargeräte und auf die Start- und Landebahn.

Weitere Informationen

Es sieht so aus, als wenn der Flugplatz Jüterbog / Altes Lager in Nevada / USA als Übungsziel nachgebaut wurde. Im westlichen Bereich der Nellis Airforce Range befindet die Tolicha Peak Electronic Combat Range (TPECR). Ca. 7 km nordwestlich davon ist ein Flugplatz als Ziel angelegt (N3722 W11650). In einem im Internet verfügbaren Dokument wird der Platz als "Eastman Airfield Target" oder "Target 76-14" bezeichnet.

Gemäß einiger Quellen im Internet wird der Platz als "Koreanischer Flugplatz" bezeichnet. Er hat jedoch signifikante Ählichkeiten mit Jüterbog / Altes Lager. Der Platz besitzt die für Altes Lager sehr typische nordöstliche Rollweg-Schleife und - besonders markant - die 3 schrägen Abstellflächen vor den Hangars an ihrer westlichen Seite. Die anderen Rollwege sind dem Original zumindest ähnlich. Die Landebahn des Nachbaus ist ca. 400 m kürzer als im Original.

Ca. 2,5 km west-nordwestlich des Nachbaus befindet sich ein Objekt, dass die ca. 5,6 km entfernte Fla-Raketenstellung des Orignals darstellen könnte. In 5,6 km Entfernung von der Kopie befindet sich, allerdings in nordwestlicher Richtung, eine nachgebaute SA-2-Stellung.

Original in Deutschland (Google Maps)

Kopie in Nevada (Google Maps)

Luftbild (Area 51 Photo Gallery)

Etwas entfernt befindet sich eine weitere Flugplatz-Kopie, siehe Altenburg.

Flugsimulator

Der Flugplatz ist in der wunderbaren Szenerie gdr_mil7 von Michael Spengler im Zustand um 1990 modelliert

Karte

MiG-23 auf der Vorstartlinie

Produkte

Links

USMLM Unit History 1966
Notiz zur Einführung von MiG-21PFM FISHBED F in Jüterbog sowie zur Verlegung von Flugzeugen dieses Typs nach Reinsdorf
http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm

USMLM Unit History 1969
Notiz zur Beobachtung von ein oder zwei nicht gekennzeichneten MiG-21PF in Jüterbog im August 1969; Notiz zu einem "kraftvollen" Flugprogramm am 14.10.1969
http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm

USMLM Unit History 1972
Geschwader ist mit einem Mix aus MiG-21PF und MiG-21PFM ausgestattet; Verlegung nach Reinsdorf im Juli (beobachtet am 10., 11. und 12.07.) (mit zwei Bildern aus Reinsdorf)); Ende 1972 ist die FlaRak-Stellung mit 7 MERCURY GRASS ausgestattet.
http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm

USMLM Unit History 1973
Notiz zur Einführung von MiG-21bis FISHBED L in Jüterbog. Die Maschinen wurden das erste Mal am 17.04.1973 gesichtet. Der größte Teil der MiG-21PF wurde in die Sowjetunion zurück geflogen. Die MiG-21PFM gingen nach Alt Lönnewitz/Falkenberg.
http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm

USMLM Unit History 1975
Notiz zur Verlegung von MiG-21bis aus Jüterbog nach Reinsdorf. Foto einer MiG-21bis aus Jüterbog.
http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm

USMLM Unit History 1977
In Jüterbog erster fotografischer Nachweis der Nutzung von Raketen AA-8 APHID an MiG-21bis.
http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm

USMLM Unit History 1984
Erste Sichtung von MiG-23MLD FLOGGER K in Jüterbog am 13.03.1984; Bestand im Mai 1984: 12 MiG-23MLD FLOGGER K und 24 MiG-23ML FLOGGER G
http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm

Sachsenbunker
http://www.sachsenschiene.net/bunker/flp/flp_33.htm

Garnisongeschichte Jüterbog
Umfassende Darstellung der Geschichte der Garnison Jüterbog. Mit vielen Bildern.
http://www.henrik-schulze.de/

Literatur

Zapf, Jürgen:
'Flugplätze der Luftwaffe 1934-1945 - und was davon übrig blieb / Berlin & Brandenburg'
VDM Heinz Nickel, Zweibrücken, 2001
6 Seiten Beschreibung, Karte, Luftbilder und 34 aktuelle Farbbilder

Freundt, Lutz:
'Sowjetische Fliegerkräfte in Deutschland 1945-1994, Band 2'
Freundt Eigenverlag, Diepholz 1999
Ausführliche Beschreibung, Plan, Luftbilder und Fotos

Freundt, Lutz:
'Sowjetische Fliegerkräfte in Deutschland 1945-1994, Band 3'
Edition Freundt Eigenverlag, Diepholz 1999
einzelne Fotos

Freundt, Lutz:
'Sowjetische Fliegerkräfte in Deutschland 1945-1994, Band 4'
Edition Freundt Eigenverlag, Diepholz 2000
Ergänzungen

Schulze, Henrik:
'Geschichte der Garnison Jüterbog 1890-1994 - Jammerbock'
Biblio-Verlag, 2000