Stuttgart: Flughafen

Echterdingen Army Airfield AAF

Inhalt
Seite 1: Von den Anfängen bis in die 1990er Jahre
Seite 2: Aktuelle Bilder
Nur zur geschichtlichen Information, nicht zur Navigation oder zum Fliegen verwenden!
Koordinaten: N484123 E0091320 (WGS84) Google Maps
Location Indicator: DDSG (195x), EDDS (civ), EDAT (USAF), EDOC (US Army), ETOC

Lage Ort

Karte mit Lage Flughafen Stuttgart Echterdingen
Deutschland im Kalten Krieg
Karte

Allgemein

Die erste fliegerische Nutzung des Geländes bei Echterdingen war 1908 die ungeplante Landung des Luftschiffs LZ4. In den 1930er Jahren wurde der Flughafen Echterdingen erbaut, um den Flughafen in Böblingen zu ersetzen. 1945 wurde der Platz von US-Truppen besetzt, die hier Militärflugzeuge stationierten. In den Folgejahren entwickelte sich wieder ein ziviler Luftverkehr. Dabei blieb die militärische Basis bestehen, die insbesondere dem US EUCOM und dem VII. US-Korps diente.
Heute ist Echterdingen ein internationaler Verkehrsflughafen mit einer kleinen US-Basis.

Kaiserreich bis 1918

Erste fliegerische Nutzung

Am 05.08.1908 musste das Luftschiff LZ4 wegen eines technischen Defekts außerplanmäßig unmittelbar westlich des heutigen Flughafens landen. Später an diesem Tag wurde das Luftschiff während eines Unwetters zerstört.
Noch im selben Jahr wurde bei Echterdingen ein Zeppelin-Gedenkstein errichtet, siehe aktuelle Bilder auf Seite 2.

Bilder

Das Luftschiff Zeppelin LZ4 nach seiner Landung bei Echterdingen
Das Luftschiff Zeppelin LZ4 nach seiner Landung bei Echterdingen - Bildtitel: "Im Vorfeld der Zeppelinkatastrophe in Echterdingen, 05.08.1908, Hauptmann Bauer befiehlt Oberleutnant von Breuning per Telefon, schnellstens zwei Kompanien der Bergkaserne zur Verstärkung der Haltemannschaft, anzufordern" /LABW 1-116183-1/ (Darstellung wie im Original, ausschließlich zur Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens)

Im Zweiten Weltkrieg

Nutzung

Verkehrsflughafen für Stuttgart und Flugplatz der Luftwaffe.

Situation

Karte mit Flughafen Stuttgart im Zweiten Weltkrieg
Der Flughafen Stuttgart im Zweiten Weltkrieg auf einer US-Karte aus dem Jahr 1944 - (McMaster University Library Digital Archive, Lizenz: Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 CC BY-NC 2.5 CA /MULDA/)

Übersicht

Flughafen Stuttgart Karte 1951
Der Flughafen Stuttgart auf einer US-amerikanischen Karte aus dem Jahre 1951 - (AMS M841 GSGS 4414, Courtesy Harold B. Lee Library, Brigham Young University /BYU/)

Bilder

Swissair DC-2 HB-ISI zerstört in Stuttgart Echterdingen 1944
Swissair Douglas DC-2-115-D HB-ISI in Stuttgart-Echterdingen, zerstört bei einem Luftangriff der Alliierten (09.08.1944) - /ETH/

Im Kalten Krieg

1940er Jahre

Situation

Anflugkarte Flugplatz Stuttgart Echterdingen August 1948
Anflugkarte aus dem August 1948. Das Funkfeuer Stuttgart Range stand nicht auf der Anfluggrundlinie

Übersicht

Flugplatz Stuttgart Karte von 1948
Karte des Flugplatzes Stuttgart aus dem Jahr 1948. - In seinen Dimensionen orientiert sich der Flugplatz noch an den alten Startköpfen. Die Start- und Landebahn hatte somit eine Länge von nur 1423 m.

Start- und Landebahnen

  • 08/26: 1423 m

Funkfeuer

  • Range: 310 "SG"

Flugfunk

  • Tower 6440, 126.18

1950er Jahre

Situation

Anflugkarte Echterdingen 1951
Im Vergleich zum Zustand vom August 1948 (oben) sind zwei Funkfeuer DSG und SG für den Anflug aus Richtung Osten hinzugekommen. - Außerdem haben sich die Frequenzen der Range und des Kontrollturms verändert.

Übersicht

Karte Flughafen Stuttgart Echterdingen 1951
Karte des Flughafens Stuttgart aus dem Jahr 1951
Karte Flughafen Stuttgart von 1953
Karte des Flughafens Stuttgart aus dem Jahr 1953 - Die Start- und Landebahn wurde auf 1800 m verlängert

Start- und Landebahnen

  • 08/26: 1800 m x 50 m Beton
  • 08/26: 900 m x 46 m Gras
  • 15/33: 440 m x 30 m Gras
Südlich der Start- und Landebahn befand sich ein Übungsgebiet für Militärhubschrauber.

Befeuerung

Rotierendes Flughafenfeuer weiß
Flughafen-Kennfeuer weiß/grün
Anflugbefeuerung 26: Vereinfachtes Calvert-System (580 m) mit 4 Horizonten

Funkfeuer

  • NDB (OM): 422 "DLG", 258°/4.55 NM
  • LMM: 306 "SG", 258°/0.64 NM
  • VOR: 112.3 "DDG", 257°/9.75 NM
  • ILS 26: 109.9 "DLG"

Flugfunk

  • Kurzwelle für Anflugkontrolle und Kontrollturm 3023.5
  • Stuttgart Approach 126.7, 362.3, 243.0
  • Stuttgart Tower 118.1, 122.7, 362.3, 243.0
  • Stuttgart Taxi 121.9
Ein UKW-Peiler stand ca. 1000 m vor der Landebahnschwelle 26.

Telefon

79551 - 79555

1960er Jahre

Übersicht

Karte Flughafen Stuttgart im Jahr 1960
Der Flugplatz im Jahr 1960 - Die zwei Graspisten im Norden entstanden bereits während der 1950er Jahre
Karte Stuttgart Echterdingen Army Airfield 1960
Der Flugplatz im Jahr 1966 - Inzwischen hat die Start- und Landebahn die Länge von 2550 m

Start- und Landebahnen

  • 08/26: 2550 m x 50 m Beton
  • 08/26: 300 m x 30 m Gras

Flugfunk

  • Approach 119.2, 119.7, 391.6, 322.3
  • Tower 118.8, 119.7, 391.6, 257.8
  • Ground 121.9
  • Pilot/Dispatcher 360.8
  • Metro 344.6, 140.3
  • SING SONG (IFF/SIF check) 375.9

Bilder

Bild Flughafen Stuttgart 1966
Der zivile Teil des Flughafens im Norden im Jahr 1966 - /LABW 5-2040768-1/
Luftbild 1968, Blick nach Südosten
Luftbild 1968, Blick nach Südosten - /LABW 2-1133052-1/
Flughafen Stuttgart Luftbild 1968
Vergrößerung - Der Schnellabrollweg E existiert bisher nur als Stummel

1970er Jahre

Situation

Karte Luftraum Stuttgart 1972
Der Flughafen Stuttgart auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 1972 - (ONC E-2 (1972), Perry-Castañeda Library Map Collection, University of Texas at Austin /PCL MC/)

Funkfeuer

  • LOM 26: 306 "SG"
  • LOM 08: 384 "SY"
  • ILS 26

Flugfunk

  • ATIS 109.2, 112.5
  • Approach/Radar 125.05, 119.2, 118.6, 119.7, 398.5, 244.3
  • Tower 118.8, 122.7, 119.7, 355.2
  • Ground 121.9
  • Pilot to Dispatcher 360.8
  • Metro 344.6
  • Army Ops 360.8, 33.2

Telefon

Army Ops: Mil 2723-4-201/212/249

1980er und frühe 1990er Jahre

Übersicht

Luftbild Flughafen Stuttgart 1988
Luftbild 1988 - Zu diesem Zeitpunkt fehlen noch die befestigten Abstellplätze für Hubschrauber auf der südlichen Seite. /LABW 2-1133029-1/
Karte Flughafen Stuttgart Echterdingen 1990
Zustand um 1990

Start- und Landebahnen

  • 08/26: 2550 m x 50 m Beton

Funkfeuer

  • LOM 26: 306 "SG"
  • MM 26: 75
  • LOM 08: 384 "SY"
  • ILS 26: 109.9 "DLG"

Einheiten

Einheiten der US Army auf dem Stuttgart Army Airfield ca. 1990:
1st Avn Det: 4 UH-1H, 2 C-12C
2nd Military Intelligence Battalion (2nd MIB): 6 RC-12D, 8 OV-1D Mohawk, 7 RV-1D Mohawk
4th Battalion, 159th Aviation Regiment (4-159 Avn): 30 UH-1H, 15 OH-58D, 1 C-12C, 1 U-21A

Weitere Infos

Aufklärungsflüge entlang der innerdeutschen Grenze

Für das VII. US-Korps waren in Stuttgart Aufklärungsflugzeuge der Typen OV-1D Mohawk, RV-1D Mohawk und später RC-12D Guardrail stationiert. Sie waren in einem gesondert eingezäunten Bereich des militärischen Vorfelds abgestellt, im "Hawk Cage". Die Flugzeuge flogen regelmäßig entlang der innerdeutschen Grenze sowie entlang der Grenze zur CSSR, um mit verschiedenen Sensoren (IR, Seitensichtradar, ELINT) die Lage auf der anderen Seite zu erfassen. Typische Flugrouten sind auf dieser Seite dargestellt: www.fumema.de.
Vergleichbare Einsätze für das V. Korps wurden von Wiesbaden aus geflogen.

Lutrans in Stuttgart

Lutrans war ein planmäßiger militärischer Luftransport-Dienst, der von Deutschen Luftwaffe über die Flugplätze Ahlhorn, Hohn, Köln, Landsberg und Stuttgart über die gesamte Bundesrepublik erbracht wurde. Er wurde ab Mitte der 1970er Jahre bis in die 1980er Jahre betrieben, eingesetzt wurden Flugzeuge des Typs C-160 Transall.
Streckenführung Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag:
Landsberg - Stuttgart - Köln - Ahlhorn - Hohn
Hohn - Ahlhorn - Cologne - Stuttgart - Landsberg
Streckenführung Mittwoch:
Landsberg - Stuttgart - Köln - Landsberg
Hohn - Ahlhorn - Köln - Hohn
Das Flugzeug aus Landsberg kam in Stuttgart ungefähr um 12:00 an und startete nach Köln gegen 12:45. Am Nachmittag kam das Flugzeug aus Köln gegen 15:45 an und flog um ca. 16:30 nach Landsberg weiter.
Die Station in Stuttgart umfasste 6 Mann. Von hier aus erfolgte die Verteilung von Gütern im Gebiet zwischen Freiburg, Kaiserslautern, Saarbrücken, Frankfurt/M, Würzburg und Reutlingen.

Bilder

C-160 Transall Luftwaffe, C-130 Hercules der US Air Force in Stuttgart Echterdingen
Eine C-160 Transall der Luftwaffe und eine C-130 Hercules der US Air Force in Stuttgart während der Übung Reforger 81 - (Quelle: DoD, Scene Camera Operator: SSGT Bill Thompson)
C-160 Transall der Luftwaffe und C-130 Hercules der USAF in Stuttgart
C-160 Transall der Luftwaffe und C-130 Hercules der USAF
C-47 der Dänischen Luftwaffe auf dem Flugplatz Stuttgart
C-47 der Dänischen Luftwaffe

Ausbau des Flughafens

Über viele Jahre war die Weidacher Höhe westlich des Flugplatzes ein Hindernis, das den Flugverkehr einschränkte. Starts in Richtung Westen waren im Abfluggewicht begrenzt. Außerdem konnte für Anflüge aus Richtung Westen kein Instrumentenlandesystem betrieben werden. Deshalb begannen Anfang der 1990er Jahre Arbeiten, um die am Flughafen vorbeiführende Autobahn nach Norden zu verlegen. Damit konnte die Start- und Landebahn nach Osten verschoben und verlängert werden.
Luftbild Flughafen Stuttgart mit Verlegung der Autobahn A8 im Jahr 1992
In Vorbereitung des Ausbaus der Start- und Landebahn wird die Autobahn A8 nach Norden verlegt (1992) - /LABW 2-1133025-1/
Flughafen Stuttgart Luftbild
Vergrößerung
Luftbild 1993 Flughafen Stuttgart Autobahn
Luftbild 1993, Blick nach Westen - Inzwischen ist die neue Autobahn in Betrieb, die alte Trasse ist noch erkennbar. Die Arbeiten zur Verlegung und Verlängerung der Start- und Landebahn sind im Gange. /LABW 2-1133028-1/
Flughafen Stuttgart Luftbild 1993
Luftbild 1993 mit dem neuen Teil der Start- und Landebahn im Bau - /LABW 2-1133055-1/, /LABW 2-1133056-1/
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