Köln: Flugplatz Butzweilerhof

RAF Butzweilerhof

Nur zur geschichtlichen Information, nicht zur Navigation oder zum Fliegen verwenden!
Koordinaten: N505914 E0065328 (WGS84) Google Maps
HNN: 158 ft
Location Indicator: DABZ (195x), EDUZ (RAF), EDCU (-199x)

Lage Ort

Bundesland Nordrhein-Westfalen.
Deutschland im Kalten Krieg
Karte

Allgemein

Der Flugplatz Köln-Butzweilerhof wurde vor dem Ersten Weltkrieg eröffnet und bis Kriegsende militärisch genutzt. Dem folgte eine Belegung durch die Royal Air Force (RAF), bis in den 1920er Jahren hier der Flughafen für Köln seinen Betrieb aufnahm. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Platz erneut durch die RAF belegt, dem 1957 belgische Heeresflieger folgten. Parallel dazu entstand auf dem Butzweilerhof ein Sportflugplatz, der 1980 geschlossen wurde. Im Jahr 1995 zogen die belgischen Heeresflieger ab und damit wurde der Flugplatz endgültig geschlossen.

Lage Flugplatz

7 km nordwestlich der Stadtmitte von Köln

1920er/1930er Jahre

Übersicht

Karte Köln und Umgebung 1932
Karte Köln und Umgebung 1932
Karte Flughafen Köln Butzweilerhof 1932
Der Flughafen Köln Butzweilerhof 1932
Flughafen Köln Butzweilerhof Luftbild
Luftbild 1932

Kennzeichen des Flughafens bei Tag

Das Rollfeld des Flughafens liegt etwa 5 km westlich des Rheins unmittelbar westlich der Kölner Umgehungsbahn und südlich der Bahnlinie Köln-Neuß. An der Südostecke 2 rot-weiß gestrichene Schornsteine. Auf den Hallendächern die weiße Aufschrift "Köln". Landezeichen in Kreisform liegt ständig aus. Rauchofen. Windrichtungsanzeiger in Flugzeugform. Windsack auf der südlichen Flugzeughalle. Ausgeflaggte Antennen über den Verwaltungsbaracke, Flagge auf der R-Halle, Rollfeldgrenzen durch rot-weiße Böcke bezeichnet.

Kennzeichen des Flughafens bei Nacht

Keine ständige Nachtbefeuerung. Auf Anforderung beim Verwalter rotes Blinkfeuer auf 12 m hohem Gerüst. Höhe des Feuers über NN 60 m, über dem Erdboden: 12 m - Blinkfeuer mit Einzelblink, rot
Kennung: Blink 1 s
Pause 6,2 s
Wiederkehr 7,2 s
148 000 HK, mittl. Tragweite 20 km. Bemerkung: Das Feuer ist bewacht. Auf Anforderung ferner Randfeuer und Befeuerung der oberen Dachkanten der Flugzeughallen. Landefeuer aus grünen, weißen und roten Feuern in Windrichtung. Es ist von grün über weiß auf rot hin, rechts der Reihe zu landen. Der Windrichtungsanzeiger in Flugzeugform ist beleuchtet. Die 15 m hohen Antennenmastspitzen und 25 bzw. 55 m hohen Schornsteine im Osten des Rollfeldes werden rot befeuert.

Start- und Landebahnen

Gelände: Gute Grasnarbe auf sandigem Lehmboden, keine Sumpfbildung.
Kleinste Rollänge: In allen Richtungen 1000 m.

Flugfunk

Rufzeichen: ddK, Flugbodenfunk- und Peilstelle für Nachrichten und Peilverkehr mit Flugzeugen. Anrufwelle 323 kHz (930 m). Flugfunk- und Kabelstelle.

Hallen/Hangars

4 Flugzeughallen, davon: Halle II als Abfertigungsgebäude ausgebaut.
- Halle I: Länge: 124,0 m, Breite 20,0 m, Höhe 6,0 m, Torweite: 20,0 m, Torhöhe 4,9 m
- Halle III: Länge: 76,0 m, Breite 25,0 m, Höhe 8,8 m, Torweite: 25,0 m, Torhöhe 5,5 m
- R-Halle: Länge: 50,0 m, Breite 30,0 m, Höhe 15,5 m, Torweite: 50,0 m, Torhöhe 10,0 m
Die Hallen haben Betonboden, die R-Halle enthält einen Kettenflaschenzug von 1,0 Tragfähigkeit.

Werkstätten

Die Anbauten der R-Halle enthalten alle zur Instandsetzung von Holz- und Metallflugzeugen erforderlichen Einrichtungen. Autogene Schweißanlage, Akku-Ladestation. Elektrischer Strom: Drehstrom 220/380 V. Ersatzteile für fast alle Verkehrsflugzeugmuster vorrätig.

Betriebsstoffanlagen

3 Tankanlagen:
- 1: 50000 l Einheitsbetriebsstoff der Deutschen Luft Hansa
- 2: 25.000 l Shell-Benzin
- 3: je 3000 l Benzin und Benzol.
Druck-Mischeinrichtungen. 2 Tankwagen für je 1000 l vorhanden. Anlagen für Schmierstoffe. Betriebs- und Schmierstoffe in beliebiger Menge ständig vorrätig.

Gleisanschluss

Mit Stirn- und Seitenrampe vorhanden.

Erste Hilfe bei Unglücksfällen

Wird durch Polizeiflugwache versehen, Sanitätsraum mit Einrichtung vorhanden. Nächster Arzt in Longerich (1,5 km Entfernung).

Zoll, Post, Paßstelle

Zollflughafen, Postamt mit Fernsprecher und Telegraph vorhanden. Paß-Kontrolle durch Polizeiflugwache.

Unterbringung von Fluggästen

Ruheräume im Abfertigungsgebäude, sonst in der Stadt.

Verbindungen

Zubringerdienst: Stündlicher Autobusverkehr vom Dom zum Flughafen. Kraftdroschken jederzeit zu erhalten.

Bilder

Bild vom Haupteingang des Flughafens Köln Butzweilerhof 1937
Haupteingang des Flughafens 1937 - (Bundesarchiv, Bild 183-S28276 / CC-BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Im Zweiten Weltkrieg

Nutzung

Flughafen von Köln.

Situation

Karte Flughafen Köln Butzweilerhof im Zweiten Weltkrieg
Der Flughafen Köln Butzweilerhof im Zweiten Weltkrieg auf einer US-Karte aus dem Jahr 1943 - (McMaster University Library Digital Archive, Lizenz: Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 CC BY-NC 2.5 CA /MULDA/)

Übersicht

Flughafen Butzweilerhof Karte
Der ehemalige Flughafen Köln Butzweilerhof auf einer US-amerikanischen Karte aus dem Jahre 1951 - (AMS M841 GSGS 4414, Courtesy Harold B. Lee Library, Brigham Young University /BYU/)

Im Kalten Krieg

Nutzung

Nutzung durch Royal Air Force (RAF) bis 1953 (u.a. 16 Sq, 94 Sq, 145 Sq). Stationierung Belgischer Heeresflieger bis 1993 oder 1994 (16. Staffel / 16. Bataillon mit Alouette II und Britten-Norman Islander).

1960er Jahre

Übersicht

Flugplatz Köln Butzweilerhof Mitte 1960er Jahre
Der Flugplatz Köln Butzweilerhof Mitte der 1960er Jahre
1Alte Start- und Landebahn, geschlossen
2Start- und Landebahn Militärflugplatz
3Militärflugplatz
4Start und Landebahn Sportflugplatz
5Gebäude Sportflugplatz
6Kaserne
7Antennenfeld

1980er und frühe 1990er Jahre

Übersicht

Karte Flugplatz Köln Butzweilerhof Anfang der 1990er Jahre
Flugplatz Köln Butzweilerhof Anfang der 1990er Jahre
(1)Start- und Landebahn der belgischen Heeresflieger
(2)Gras-Piste des ehemaligen Sportflugplatzes, zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen.
(3)Kontrollturm
(4)Abstellflächen und Hangars
(5)Abstellflächen für Hubschrauber
(6)Alter Flughafen
(H)Hubschrauberlandeplatz
Butzweilerhof Luftbild Ende 1980er / Anfang 1990er Jahre
Luftbild Ende 1980er / Anfang 1990er Jahre
Flugplatz der belgischen Heeresflieger
Flugplatz der belgischen Heeresflieger
Flugzeuge Britten Norman Islander und Hubschrauber am Butzweilerhof
Flugzeuge des Typs Britten Norman Islander und Hubschrauber am Butzweilerhof
Kaserne
Kaserne
Alter Flughafen
Alter Flughafen
Luftfahrtmuseum (seit 1996 geschlossen)
Luftfahrtmuseum (seit 1996 geschlossen)
Reste der alten Startbahn
Reste der alten Startbahn
Südliches Ende der alten Landebahn und ehemalige zivile Gras-Landebahn
Südliches Ende der alten Landebahn und ehemalige zivile Gras-Landebahn

Start- und Landebahnen

  • 04/22: 728 m x 24 m Asphalt

Flugfunk

  • Tower 139.3, 122.1, 122.5, 366.225
  • Radio 43.8

Luftraum und Verfahren

Geplanter neuer ICAO-Code war ETBB.

Weitere Infos

HS, der seine Dienstzeit hier bis 1985 verbrachte, schickte diese ausführlichen Beschreibungen. Vielen Dank!

Barracken

"Während meiner Dienstzeit (hinter diesem auf dem Bild befindlichen Tor) war dort das Verteidigungsbezirkskommando 31 (VBK 31) stationiert und belegte alle Baracken. Ich meine, es waren mal 8 parallele Baracken. Eines davon stürzte an einem verregneten Wochenende ein, nachdem eine Baufirma das Fundament freigegraben hatte. Grund war die Sanierung der Außenmauer, die Feuchtigkeit zog. Die Bodenplatte hatte sowieso schon einen Längsriss und die von den 2 Eingängen abgewandte Seite rutschte dann in den Graben. 2 Toiletten/ Waschhäuser gab es auch noch. Sie befanden sich auf der an den Stirnseiten der Baracken verlaufenden Straße, die zu diesem besagten Tor führt.
Die Engländer nutzten die Baracken angeblich für ihren Labour - Service (andere Quellen). Ich meine, dass dann die Feldjäger dort einzogen. Als das Heeresamt fertig war, verlegten die Feldjäger dorthin und das VBK 31. Es war vorher in der Bismarckstr (?) in einem Mietobjekt untergebracht."

Alte Tankanlage

"Als wieder einmal der große Regen kam, stand das Wasser auf unserer Zufahrtsstraße zum VBK. Mit Halbschuhen war sie nicht begehbar, ohne nasse Füße zu bekommen. Unser Dienststellenleiter, ein Oberst ließ die Standortverwaltung verständigen. Sie beauftragte den Bauunternehmer, nachdem ein Durchspülen des Abwasserrohres nicht ging. Das Rohr war hoffnungslos versandet, vielleicht auch gebrochen. Die Baufirma wollte daraufhin auf kurzem Weg einen Graben zur Betonfläche vor der großen Flugzeughalle ausheben und dort beim Entwässerungskanal anschließen. Die heutigen Freiflächen zwischen Kaserneneinfahrt (Haupttor) und dem Gelände des VBK 31 waren in gleicher Art, wie teilweise heute noch zu sehen, mit Baracken bebaut. Die hier und da noch vorhandenen Fußwege verbanden die Baracken mit der Straße. Auf einem solchen Weg buddelte sich der Bagger durch und stieß nach ein paar Metern auf einen Betondeckel, der unter dem Grand versteckt war. Auch die Standortverwaltung wusste nichts davon. Die Baufirma hat dann den Deckel herausgerissen. Wir schauten in ein tiefes Loch. Unten erkannte man im Wasser mehrere Tanks. Rohrleitungen zeigten den weiteren Verlauf an.
Die Tankanlage sah mir nicht nach "besonders gehärtet" aus. Soll heißen, dass sie nicht bombensicher war. Die Erdbedeckung bei den Tanks lag vielleicht bei einem Meter. Wie tief und in welcher Ausdehnung das gebaut war, wurde damals nicht "erforscht". Auch ob die Tanks noch mit Treibstoff befüllt waren, wurde nicht untersucht. Über das klare Wasser, das vielleicht bis 60 oder 80 cm unter dem Deckel stand, gab es 2 Mutmaßungen. Die eine Variante war, es war schlichtweg abgesoffen (Regenwasser) und die andere Variante, die Tanks hätten durch das Wasser eine besonderen Schutz gegen explodierenden Waffen gehabt. Am Steuerstand war der Deckel vielleicht gerade mal 15 cm stark. Bei den anderen Stellen war es ebenfalls ein Betondeckel mit ähnlicher Dicke. Die Deckel der Tankanlage hatten zum Ausheben in der Mitte einen Eisenring.
Der unter "Hausmeistervertrag" stehende Unternehmer wurde von Forscherdrang gepackt. Mein Hinweis auf 2 weitere Deckel (an der Straße zur Halle und am ehemaligen Speisesaal der Engländer, später Turnhalle) ließen ihn auch diese öffnen. An der Straßenecke befand sich eindeutig der Steuerstand. Eine alte Zeitung "Völk. Beob." (Datum?) und eine Flasche Bier kamen zum Vorschein. Dieser Deckel wurde früher elektrisch geöffnet. Die Mechanik war noch zu sehen. Ein paar Wochen später fand man auch noch die rechts vom Steuerstand gelegene Tankanlage.
Der Bauunternehmer hatte versucht, von der Standortverwaltung oder dem Staatsbauamt noch Unterlagen darüber zu bekommen. Er sagte mir gegenüber, dass seine Bemühungen erfolglos waren. Er meinte, dass so einiges mit GEHEIM gestempelt war und/oder nicht in Feindeshand geraten durfte. Also wurde es beim Vormarsch der Alliierten vernichtet.
Der Bauunternehmer verschloss dann alle Deckel auf Anweisung der Standortverwaltung. Ich glaube zu wissen, dass mindestens der bei dem Speisesaal (wir nutzten sie als Turnhalle) gelegene Steuerstand eine neue Deckelung bekam. Der alte Deckel wurde ja in Unkenntnis der Öffnungsmechanik herausgerissen. Dabei verformte sich der elektromechanische Antrieb erheblich und wurde zerstört."

Heute

Nutzung

Geschlossen.

Übersicht

Umbau des Flugplatzes zu einem Gewerbegebiet 1998 - 2013

Luftbild 1998 Köln Butzweilerhof
Im Jahr 1998 sind die Start- und Landebahn sowie die Anlagen noch vorhanden
Luftbild 2003 Flugplatz Butzweilerhof
2003 sind bereits wesentliche Teile der Startbahn überbaut.
Luftbild 2007 Flugplatz Butzweilerhof
2007 sind von der Landebahn nur noch die Enden im Norden und im Süden vorhanden
Luftbild 2010 Flugplatz Butzweilerhof
2010 ist nur noch das südliche Ende der Start- und Landebahn übrig
Luftbild 2013 Flugplatz Butzweilerhof
2013

Bilder aus dem Zeitraum ca. 2015/16

Luftbild ca. 2015/2016 Butzweilerhof
Luftbild ca. 2015/16
Foto: Parkplatz auf Landebahn Flugplatz Butzweilerhof
Dieser Parkplatz befindet sich auf einem Rest der Start- und Landebahn
Ehemaliger belgischer Kontrollturm und Hangars am Butzweilerhof
Ehemaliger belgischer Kontrollturm (rot markiert) und Hangars
Luftbild alter Flughafen mit Aufschrift
Alter Flughafen mit Aufschrift "Köln"

Bilder

Bilder (1)

Die nachfolgenden Bilder und Beschreibungen wurden freundlicherweise von Herrn Werner Müller http://www.butzweilerhof.com bereit gestellt.
Alter Eingang ziviler Flughafen Köln Butzweilerhof
Alter Eingang des zivilen Flughafens von 1926. Es kann sein, dass dieser Eingang dann auch noch von den Belgiern genutzt wurde. Hinter dem Tor, das wegen des Big-Brother-Dorfes verkleidet wurde, befindet sich eine Schranke, die es bis 1945 nicht gab. (1)
Sporthalle, ehemaliges Luftfahrtmuseum
Auf der linken Seite die ehem. Sporthalle, die in den 90er Jahren als Luftfahrtmuseum gedient hat. Der Weg auf der rechten Seite ist der ehemalige "Bürgersteig" der an den Gebäuden der Fliegerstation und somit des ehemaligen Flughafens entlang ging.
Sporthalle, Turm Luftaufsicht
Sporthalle von der anderen Seite mit dem Turm der Luftaufsicht (Baujahr 1936) im Hintergrund. Von den Engländern als Bürogebäude genutzt.
Gebäude RAF Butzweilerhof
Iim Vordergrund das Gebäude, in dem die Patroullien der RAF untergebracht waren.
Nördlicher Teil der Rollbahn.
Nördlicher Teil der Rollbahn.
(1) HS schreibt dazu: Der dort beschriebene Eingang wurde nicht durch die Belgier benutzt! Hier war das Verteidigungsbezirkskommando 31 (VBK 31) stationiert und belegte alle Baracken.

Bilder (2)

Herr Peter Ziegenfuß schickte diese aktuellen Bilder vom ehemaligen Flugplatz. Herzlichen Dank!
Ehemalige Start- und Landebahn, jetzt Parkplatz
Ehemalige Start- und Landebahn, jetzt Parkplatz
Garagen und Nebengebäude
Garagen und Nebengebäude
Ehemaliger Tower Butzweilerhof
Ehemaliger Tower
Hangar
Hangar - Aufschrift "Butzweilerhof Belgian Army Air Base"

Videos

Links

Bildquellen:

Literatur

  • Ries, Karl; Dierich, Wolfgang: "Fliegerhorste und Einsatzhäfen der Luftwaffe" Motorbuch Verlag Stuttgart, 1993 - Alliierte Planskizze
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