Mengen: Flugplatz

Hohentengen, Aérodrome de Mengen

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Die Geschichte der Flugplätze im Kalten Krieg: Mengen
von Bert Kondruß
Koordinaten: N480313 E0092219 (WGS84) Google Maps
HNN: 1819 ft
Location Indicator: DEMG (GAF), EDSC (GAF), EDTM (civ)

Lage Ort

Bundesland Baden-Württemberg.
Deutschland im Kalten Krieg
Karte

Allgemein

Die folgende Chronik wurde zur Verfügung gestellt von Rick (†, in stillem Gedenken). Weitere Angaben wurden freundlicherweise von Joachim Streit beigesteuert, dem ich herzlich danke.

Im Zweiten Weltkrieg

Allgemein

Der Bau des Fliegerhorsts Mengen begann 1939. Er hatte sehr früh eine befestigte Start- und Landebahn. Der Platz beherbergte auch den Musterbau der Firma Dornier, hier wurde unter anderem die Dornier Do 335 erprobt.

Nutzung

Flugplatz der Luftwaffe

Situation

Flugplatz Mengen Karte aus dem Jahr 1944
Der Flugplatz Mengen im Zweiten Weltkrieg auf einer US-Karte aus dem Jahr 1944 - (McMaster University Library Digital Archive, Lizenz: Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 CC BY-NC 2.5 CA /MULDA/)

Übersicht

Karte Fliegerhorst Mengen frühe 1940er Jahre
Der Fliegerhorst Mengen in den frühen 1940er Jahren - Die Start- und Landebahn hatte eine Größe von 1200 m x 80 m.
Karte Fliegerhorst Mengen 1944/1945
Mengen 1944/1945. Die Startbahn wurde auf eine Länge von 1.500 m verlängert.

Im Kalten Krieg

1940er Jahre

Allgemein

Der Flugplatz Mengen wurde 1945 von französischen Truppen eingenommen, u.a. wurde ein Feldlazarett der Luftwaffe eingerichtet. Von 1946 bis 1947 waren auf dem Platz französische Bomber und Transportflugzeuge des Typs B-26 Marauder sowie Junkers Ju-52 stationiert. Anschließend bestand in Mengen ein Außenkommando der Base Aerienne 136 Friedrichshafen, das 1954 aufgelöst wurde.

1950er Jahre

Allgemein

Mitte der 1950er Jahre wird der Flugplatz Mengen von den Franzosen ausgebaut.1957/58 wurde der Platz kurzzeitig von der Flugzeugführerschule "S" (FFS "S") der deutschen Luftwaffe als Arbeitsplatz genutzt. Ab 1959 war ein Außenkommando der Flugzeugführerschule "A" (FFS "A") am Platz stationiert.

Übersicht

Flugplatz Mengen auf einer Karte aus dem Jahr 1955
Der Flugplatz Mengen auf einer US-amerikanischen Karte aus dem Jahre 1955 - (AMS M841 GSGS 4414, Courtesy Harold B. Lee Library, Brigham Young University /BYU/)
Karte Flugplatz Mengen in den 1950er Jahren
Mengen in den 1950er Jahren
1Start- und Landebahn 08/26, 1700 m, Beton
2Gras-Start- und Landebahnen
3, 4Abstellflächen
5Flugzeughallen
6Tankanlage I, 400 m3
7Tankanlage II, 400 m3
8Munitionslager
9Wache
10Anschlussbahn
11Geplanter Rollweg zum östlichen Ende, nicht realisiert

Historie

April 1952 Der Flugplatz Mengen, dessen Gelände (153 ha) 1939/40 für den Bau eines Einsatzflughafens der ehemaligen Luftwaffe angekauft wurde, ist seit 1945 von den Franzosen beschlagnahmt und seit dieser Zeit von der französischen Luftwaffe belegt. Die Franzosen überlegen den Ausbau der Starbahn für den Betrieb mit modernen Düsenflugzeugen.
Ursprünglich war der Ausbau in Richtung Herbertingen vorgesehen, mit dem Ende der Startbahn nur ca. 2 km vor der dortigen Umspannstation. Die Gebäude und die 220-kV-Leitung erwiesen sich jedoch als zu hoch (für den Betrieb mit Propellerflugzeugen), und die Kosten für eine Umlegung des wichtigen Umspannwerkes, in dem Hochspannungsleitungen aus Bludenz und Tiengen mit fünf 55-kV-Mittelspannungsleitungen zusammentreffen wären mit DM 25 Mio. oder mehr zu hoch (die RWE, ein Hauptteilhaber an dem Werk wurde erstmals am 20.02.52 von den Plänen informiert). Zuletzt war eine Schwenkung der Einflugschneise im Gespräch.
Weitere Hindernisse für einen Ausbau sind die 1951 mit erheblichen Mitteln umgebaute B 32 und die Eisenbahnlinie, die beide hart nördlich des Flugplatzes verlaufen.
Über die Pläne entscheidet die für Flugplätze zuständige Dienststelle der Franzosen in Bad Ems.
Mail 1952 Die Franzosen teilen mit, dass sie angesichts der Schwierigkeiten vorläufig auf den Ausbau des Flugplatzes verzichten.
1953 Laut Bericht der Erkundungsgruppe Süd besaß das Rollfeld Mengen (1.100 x 900 m) eine feste Grasnarbe. Die Start- und Landebahn (1.500 x 80 m) befand sich in einem guten Zustand, ein Erweiterungsstück (200 x 50 m) war im Unterbeton fertig. Technische Einrichtungen und ausreichende Unterkünfte fehlten. Eine Erweiterung ist nur nach Osten auf 2100 m möglich, im Westen beeinträchtigt der Missionsberg die notwendige Hindernisfreiheit; im Osten befindet sich ein Umspannwerk mit Freileitung.
Januar 1955 Der örtliche Fliegergruppe weist darauf hin, dass seit 22.11.54 auf dem Flugplatz angeblich eine Panzerschule der französischen Streitkräfte eingerichtet sei. Umfangreiche Schäden auf der Rollringbahn seien bereits eingetreten. Die Gruppe sieht darin eine Gefährdung künftiger Aktivitäten.
Der Flugplatz Mengen wird auch im Zusammenhang mit dem von der amerikanischen Luftwaffe geplanten Auflockerungsprogramm genannt.
März 1955 Die Franzosen teilen mit, dass nur leichte Radkraftfahrzeuge von Fahrschulen den Flugplatz befahren und bisher keine Schäden angerichtet haben. Zivile schwere Lastwagen hingegen, die inzwischen gewohnheitsmäßig die Flugplatzstraßen befahren, sollten den Platz meiden.
April 1955 Frankreich will die Flugplätze Mengen (um 24 ha), Laupheim (um 147 ha) und Hailfingen (=Herrenberg, um 93 ha) vergrößern und dafür auch Land beschlagnahmen. Außerdem sollen eventuell auch zwei Flugplätze in Rheinland-Pfalz erweitert werden. Angeblich handelt Frankreich im Auftrag des Interalliierten Oberkommandos. Am 04.05.55 werden die Plätze in Rheinland-Pfalz bekannt gegeben: Mainz-Finthen (um 15 ha) und Niedermendig (um 28 ha).
05.05.1955 Der Truppenvertrag tritt in Kraft. Außer im Geheimhaltungsfall gemäß Art. 20 können die Besatzungsmächte nur noch im Benehmen mit den deutschen Behörden Baumaßnahmen durchführen.
Mai 1955 Frankreich beantragt offiziell die Vergrößerung des Flugplatzes Mengen um 24 ha, vorwiegend am östlichen Ende.
Die Amerikaner haben ihre Pläne bezüglich Mengen wieder aufgegeben. Angeblich handelte Frankreich bei den Planungen zur Erweiterung in Mengen, Laupheim und Hailfingen auf Veranlassung der USA im Rahmen deren Auflockerungsprogramms.
Juni 1955 Die Franzosen bauen ohne Absprache mit den deutschen Behörden auf dem Flugplatz mehrere große Treibstofftanks und verlängern die Startbahn um 600 Meter.
Das Land Baden-Württemberg fordert die Einstellung der Bauarbeiten.
Juli 1955 In einem Zeitungsbericht wird die Situation auf dem Flugplatz Mengen beschrieben. Kurz vor dem Einmarsch der Franzosen im April 1945 seien noch die wichtigsten Teile des Flugplatzes gesprengt worden. Dann sei der Platz mehr und mehr verwahrlost. Seit dem 25.05.55 fänden jedoch Ausbauarbeiten für einen künftigen Düsenjägerbetrieb statt. In diesem Zusammenhang sei eine spätere Übernahme durch die neu aufzustellende deutsche Luftstreitkräfte geplant. Inzwischen sollen die Düsenjäger-Plätze Mengen und Friedrichshafen als Ausweichplätze für Bremgarten fungieren. Die Startbahn werde von z.Zt. 1.700 x 80 m vermutlich auf 2.000 x 45 m erweitert.
Zuständig für die Arbeiten ist die „Mission des grandes travaux aéronautiques“ im Hotel Stefanie in Baden-Baden.
Die Franzosen haben mitgeteilt, dass die Bauarbeiten vor dem 05.05.55 begonnen wurden und dass Frankreich hierbei im Auftrag der NATO und nicht auf Grund eigener Wünsche handle. Es sei weder die Errichtung von Kasernen noch eine Einstellung der Arbeiten vorgesehen, aber die Arbeiten würden auf bereits beschlagnahmtes Gelände beschränkt.
August 1955 MdB B. teilt mit, dass der Baubeginn erst am 12.05.55 stattgefunden habe und dass weder Land noch Kreis informiert gewesen seien. Über den Ausbau habe man vielmehr durch Radio Moskau erfahren!
Vertreter von BMVg und BMFin besichtigen den Flugplatz „von den umliegenden Höhenzügen aus“, da ihnen das Betreten des beschlagnahmten Geländes nicht ermöglicht worden sei. Die „Besichtigung“ ergibt, dass die Bedingungen, wie sie für den Ausbau von NATO-Flugplätzen gelten, in Mengen nicht zu erfüllen seien. Der Missionsberg liege mit 608 m Höhe 54 m über dem Rollfeldbezugspunkt und stelle ein unüberwindliches Hindernis dar. Außerdem sei eine Verlängerung der Startbahn nur auf maximal 2.100 m möglich.
September 1955 Die Bauarbeiten sind in letzter Zeit noch beschleunigt worden. Auf der Südseite sollen Flugzeughallen errichtet werden. Im Erweiterungsgelände (nach Osten hin) wurden auch Vermessungsarbeiten durchgeführt. Russische Offiziere sollen in voller Uniform auf dem Platz gewesen sein und bei den Bauarbeitern versucht haben, Informationen einzuholen, sowie Fotos gemacht haben.
Trotz großem Druck gelingt es nach einer Besprechung über Flugplatzkriterien bei SHAPE den deutschen Delegierten nicht mehr, den Ausbau von Mengen zu erörtern, da derartige Sonderfälle vorher rechtzeitig angemeldet werden müssten.
Inzwischen werden auch Abstelltrauben gebaut. Das Rollfeld soll angeblich auf 1.500 x 600 m erweitert werden.
Dezember 1955 Trotz Intervention bei SHAPE wird der Ausbau fortgesetzt.
Januar 1956 Übersicht über im Bau befindliche oder geplante Maßnahmen:
- Verlängerung der Startbahn um 200 m;
- 11 neue Flugzeugabstellplätze;
- Munitionslager;
- Zufahrtsweg zur Radarstation;
- 2 große Tankanlagen mit vier Behältern je 100.000 l.
Februar 1956 SHAPE widerspricht der Darstellung, dass die Arbeiten in Mengen von SHAPE veranlasst wurden und fordert von AIRCENT die Aufklärung der Angelegenheit.
März 1956 Die Baumaschinen haben den Platz verlassen. Aber laut Pressebericht soll im Frühjahr eine zweite Bauphase beginnen. Dann sollen unter anderem die Hochspannungsleitung verkabelt sowie Flugzeughallen, Unterkunftsräume und eine Spezialwerkstatt errichtet werden.
Frankreich gibt seine Darstellung der Ereignisse ab. Danach habe das BMVg im November 1955 sein Einverständnis zu Verbesserungsarbeiten der Infrastruktur in Mengen gegeben, und zwar im Rahmen eines Auflockerungsprogramms der französischen Luftstreitkräfte. Dieses Einverständnis sei an die Bedingung geknüpft gewesen, dass Frankreich kein zusätzliches Gelände beanspruche. Frankreich bittet um Zustimmung, dass Mengen unter dieser Voraussetzung als für die Auflockerung zur Verfügung stehendes Gelände angesehen und in dieser Eigenschaft in seinem derzeitigen Zustand genutzt werden könne.
April 1956 Versuch zur Aufklärung des Geschehens:
- 4 ATAF wandte sich an AIRCENT und forderte auf dem Kommandowege Unterstützung gegenüber der Bundesrepublik, um die Verlängerung der Piste von 1.700 auf 2.050 m vornehmen zu können.
- Es gibt bereits ein zweiseitiges Einverständnis zwischen der französischen Luftwaffe und dem BMVg. Für erneute Verhandlungen habe die französische Luftwaffe allerdings keine Zeit.
- Im März 1956 verlautete jedoch, dass Mengen als operativ nutzbarer NATO-Flugplatz gestrichen werde. Dies müsse aber noch von SHAPE bestätigt werden. Unklar ist noch, welcher Platz als Ersatz für Mengen in Frage komme.
- Im Oktober 1955 soll ein Offizier aus dem BMVg gegenüber den Franzosen erklärt haben, dass das BMVg einer Verbesserung des Flugplatzes Mengen zwecks Verwendung als Auflockerungsplatz nicht widerspreche, falls die Franzosen keine zusätzlichen Geländeansprüche stellten.
Frankreich beabsichtigt keine weiteren Baumaßnahmen, bittet aber, Mengen im jetzigen Zustand als Auflockerungsplatz (und nicht zum ständigen Einsatz) zur Verfügung zu stellen.
Gemäß Entscheidung von SHAPE ist Mengen als NATO-Flugplatz gestrichen. Ersatzflugplatz ist St-Jean in der Auvergne, so dass kein Platz in der Bundesrepublik gefordert wird.
Mai 1956 Die Bundesrepublik stimmt dem französischen Wunsch vom April zu, falls der Betrieb mit Düsenjägern in Friedenzeiten unterbleibt. Im übrigen wird Mengen aller Wahrscheinlichkeit nach in Zukunft von Deutschland genutzt werden.
Januar 1957 Das BMVg plant, Mengen für die Unterbringung eines Luftwaffen-Ausbildungsregiments (LwAusbRgt) und als Arbeitsplatz für die Flugzeugführerschule (FFS) Memmingen mit Hubschraubern und Kleinflugzeugen zu verwenden. Das LwAusbRgt in einer Stärke von drei Btl = 12 Kp (= 2.200–2.400 Mann) soll eine Kaserne auf dem südlichen Teil des Platzes erhalten. Gesucht wird noch ein entsprechendes Übungsgelände. Im Gespräch sind die StOÜbPl Pfullendorf oder Sigmaringen.
Der Kasernenneubau würde ca. DM 35 Mio., davon 5 Mio. noch im Jahr 1957 kosten.
Erkundung des Platzes durch den LwPiStab Süd. Vorhanden sind:
- zwei Unterflur-Tankanlagen je 400 cbm in sechs Behältern (entspricht NATO-Norm);
- eine Werfthalle mit einer Fläche von 1.400 qm plus Anbauten;
- drei kleine Hallen;
- eine Transformatorenstation;
- ein Munitionslager im westlichen Teil mit einem Betonbunker 125 x 125 m unter Erdaufschüttung (dieser behindert den Flugbetrieb auf der Quer-Wind-Landebahn und muss abgerissen werden).
Februar 1957 Die deutschen Behörden haben die Freigabe des Flugplatzes Mengen beim Oberkommandierenden der französischen Streitkräfte in Deutschland (F.F.A.) beantragt.
Die Franzosen (1 CA.TAC) sind bereit, Mengen an die Bundeswehr zu übergeben.
März 1957 Mengen soll ab 15.04.57 als Arbeitsplatz für die FFS „S“ Memmingen gebutzt werden.
30.03.1957 Der Flugplatz wird von der Bundeswehr übernommen.
Arpil 1957 Für die Unterbringung der Bataillone des LwAusRgt Süd (künftig 4) werden verschiedene Standorte überprüft: Mengen, Stetten, Messkirch, Bonndorf und Staufen.
Juni 1957 Mengen wird der Luftwaffe als Arbeitsplatz zugewiesen
August 1957 Die Planung ist seitens Fü L geändert worden. Das LwAusbRgt 4 soll nun auf den Flugplatz Leipheim.
September 1957 Die ersten Militärischen Infrastrukturforderungen (MIF) für Mengen werden versandt. In der End-Stationierung sind jetzt ein Geschwaderstab und zwei fliegende Staffeln vorgesehen.
Oktober 1957 Der Flugplatz soll für 4-5 Jahre als Arbeitsplatz der FFS Memmingen zur Verfügung stehen. Daher sind ca. 500 Flugschüler (statt 2 Btl LwAusbRgt) in einem Gebäude auf dem Nordteil unterzubringen.

1960er Jahre

Allgemein

Seit 1959 war ein Außenkommando der Flugzeugführerschule "A" (FFS "A") der Deutschen Luftwaffe auf dem Flugplatz Mengen stationiert. Es flog hier mit Flugzeugen des Typs North American T-6 Texan. 1962 wurde die im Süden neu erbaute Kaserne bezogen. 1963 wurde das Außenkommando aufgelöst, anschließend zogen Teile des Luftwaffenausbildungsregiments 4 in die Kaserne ein. Bis zum Rückzug Frankreichs aus den militärischen Organen der NATO war auf dem Platz auch eine französische Flugabwehrraketeneinheit mit Nike Ajax und später Nike Hercules stationiert. Der weitere Ausbau des Platzes u.a. mit einer neuen Start- und Landebahn 05/23 wurde 1963 aufgegeben.

Übersicht

Karte Flugplatz Mengen in den frühen 1950er Jahren
Mengen in den frühen 1960er Jahren
1Start- und Landebahn 08/26
2, 3Abstellflächen
4Tankanlage I, 400 m3
5Tankanlage II, 400 m3
6Munitionslager
7Wache
8Unterkunftsbereich I
9Unterkunftsbereich II
10Unterkunftsbereich III / Oberschwaben-Kaserne
11Anschlussbahn
12Funkfeuer
13Feuerleitung/Radar (IFC) Nike Ajax / Nike Hercules
14Abschussbereich (Launch Area) Nike Ajax / Nike Hercules
15Bereitschaftsgebäude und Raketenmontagehalle Nike Ajax / Nike Hercules
16Geplante Start- und Landebahn 05/23
17Geplante Rollwege

Historie

Januar 1961 Gemeinsame Abnahmeinspektion des Reserveflugplatzes Mengen.
Juni 1961 Vertrag über die Mitbenutzung von Mengen durch die französische Luftwaffe (nicht durch NIKE-Einheit). Tritt erst ca. 1963 in Kraft.
Juni 1962 Mit dem Abzug der temporären NIKE-Stellung in Mengen kann frühestens im Herbst 1963 gerechnet werden, wenn die für Mengen vorgesehene permanente Stellung in der Zone 11 fertig ist.
Oktober 1962 Durch die erfolgte Umgruppierung der Luftwaffe und die sich hierdurch ergebende Umstellung der Flugzeugführerausbildung wird der Platz für Ausbildungszwecke nicht mehr benötigt. Es entfällt somit auch der für Schulflugzeuge des Typs MAGISTER geplante Ausbau des Platzes.
März 1963 Die beiden Flugplatzvorhaben Gammertingen Birkhof und Mengen sind vom BMVg aus finanziellen Gründen endgültig aufgegeben worden. Damit ist in Baden-Württemberg kein NATO-Flugplatz mehr geplant.
Befehl zur Aufstellung für Stab und StZg I./LwAusbRgt 5, 1./LwAusbRgt 5 und 2./LwAusbRgt 5 (= LwAusbBtl C = FlaRakAusbBtl) ab 01.04.63 in Mengen (als Zwischenstandort, Endstandort noch nicht bekannt). Nach erfolgter Aufstellung ist das I./LwAusbRgt 5 dem LwAusbRgt 4 in jeder Hinsicht zu unterstellen.
April 1963 Mit Abzug der deutschen Truppen und Tausch gegen ein Objekt der französischen Streitkräfte ist zu rechnen, jedoch nicht vor 1964. Fü L will sich aber das Recht einer zeitweiligen Nutzung des Platzes durch einen LWSR-Verband für Übungszwecke vertraglich sichern.
Außer dem I./LwAusbRgt 5 wird ab 01.07.63 die 5./LwAusbRgt 4, z.Zt. München-Oberwiesenfeld, bis zur Verlegung nach Meßstetten ca. Mitte 1964 in Mengen untergebracht.
Mengen soll als Übungsflugplatz für das AufklGeschw 53 (G.91, wird 01.10.63 assigniert) dienen. Der Flugbetrieb soll am 01.07.63 beginnen.
Juni 1963 Verlegung der II:/LwAusbRgt 4 von Freising nach Mengen.
August 1963 Die Luftwaffe verzichtet auf die Nutzung des Platzes durch Düsenflugzeuge in Friedenszeiten (wegen des Gefahrenpunkts Umspannwerk Herbertingen und der Lärmwirkung auf Mengen). Übungsflüge für LWSR-Verbände sollen in Giebelstadt und Roth (nach Startbahnverlängerung) durchgeführt werden. Damit ist auch die geplante Feldwerft G.91 nicht mehr vorgesehen. Alle Baumaßnahmen zur Verlängerung der Startbahn sind hinfällig. Die bestehende Startbahn (1.706 x 50 m) muss aber im V-Fall sofort zur Verfügung stehen.
Januar 1965 Gemäß militärischem Luftfahrthandbuch ist der Flugplatz Mengen geschlossen. Die Länge der Start- und Landebahn ist auf 1186 m reduziert, die letzten 520 m auf der östlichen Seite dienen als Overrun für die Landerichtung 08.

1970er Jahre

Historie

März 1970 In Mengen untergebracht bzw. unterzubringen:
- II./LwAusbRgt 4
- POL Dp (geplant)
- BtrstStff TrspStff A (geplant)
April 1970 Der Heeresfliegerkommandeur 2 (II. Korps) möchte in Mengen 10 Hubschrauber mit 80-110 Soldaten stationieren, und zwar in der Unterkunft der ehemaligen französischen NIKE-Einheit, dem „Nordlager“. Für die Luftwaffe stellt das kein Problem dar.
Oktober 1972 Gegenwärtige Unterbringung in Mengen:
- Stab II./LwAusbRgt 4 und 5.-8./LwAusbRgt 4 (729 Mann)
- LwFErsBtl 11 (GerEinh)
- LwSanStff A (GerEinh)
- LwPOLDp/LwVersRgt 3 (geplant mit 156 Mann)
Februar 1974 Unterbringung in Mengen:
- Stab LwAusbBtl C
- LwAusbKp A1
- LwAusbKp C1
- LwAusbKp C1
- LwAusbKp C1
- FlaBttr A (GerEinh)
- LwSanStff A/LwAusbRgt 4
- LwSanStff A (GerEinh)
- LwFErsBtl 11 (GerEinh)
- Stab LwKfzTrspGrp 2 (GerEinh)
- 1.+2./LwKfzTrspGrp 2 (GerEinh)
- 2 x LwSanTrp A
- LwPOLDp/LwVersRgt 3 (geplant)
1978 Übergabe des Platzes in die zivile Nutzung.

1980er und frühe 1990er Jahre

Situation

Luftraum auf einer Karte von 1981
Der Flugplatz Mengen auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 1981 - (ONC F-2 (1981), Perry-Castañeda Library Map Collection, University of Texas at Austin /PCL MC/)

Bilder

Luftbild Flugplatz Mengen 1985
Mengen 1985 - /LABW 6-1070188-1/
Luftbild Flugplatz Mengen 1985
Flugplatz Mengen 02.09.1985 - /LABW 6-1071305-1/
Luftbild Flugplatz Mengen 1985, Nordwestecke
Luftbild der nordwestlichen Seite vom 20.08.1985 - /LABW 6-1071389-1/
Ausschnittsvergrößerung: Alter Kontrollturm Flugplatz Mengen
Ausschnittsvergrößerung: Alter Kontrollturm - /LABW 6-1071389-1/

Heute

Nutzung

Allgemeine Luftfahrt

Übersicht

Karte Flugplatz Mengen 2016

Bilder

Bilder aus dem Juni 2016
Flugplatzgelände
Rollweg
Blick Richtung Osten
Rollweg
Blick Richtung Südosten
Abstellfläche
Blick Richtung Süden
Abstellfläche
Blick Richtung Südwesten
Hallen
Blick Richtung Osten
Rollweg Westseite
Blick auf das westliche Ende
Ehemalige Unterkunft Flugzeugführerschule
Gelände des ehemaligen Unterkunftsbereichs I, heute Campingplatz
Neuer Kontrollturm mit Feuerwehrfahrzeug
Der neue Kontrollturm
Neuer Kontrollturm am Flugplatz Mengen
Barracke
Alte Barracken im Nordteil
Barracke
Barracke
Barracke
Hotel
Barracke
Hallen
North American T-6 Texan
Restaurierte North American T-6 Texan in Mengen
Nordlager mit Kontrollturm
Abstellfläche
Bereitschaftsfläche im Osten
Anschlussbahn
Ehemaliges Eisenbahngleis im Osten
Flugzeughalle
Zufahrt Kaserne
Zufahrt zur ehemaligen Oberschwaben-Kaserne
Oberschwaben-Kaserne
Zufahrt Kaserne
Wache
"Gefährdungsstufe ALPHA !!!Vorsicht!!! Übende Truppe"
Gebäude Luftwaffenausbildungsregiment
Gebäude auf dem Kasernengelände
Kaserne

Literatur

  • Streit, Joachim: "70 Jahre Flugplatz Mengen" Verein für Heimatgeschichte und Museen in Mengen e.V. - Geschichtsverein - Heft 5/2009
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