Karlsruhe: Flugplatz

Karlsruhe Army Airfield

Nur zur geschichtlichen Information, nicht zur Navigation oder zum Fliegen verwenden!
Die Geschichte der Flugplätze im Kalten Krieg: Karlsruhe
von Bert Kondruß
Koordinaten: N490140 E0082247 (WGS84) Google Maps
HNN: 375 ft
Location Indicator: EDIL (1990)

Lage Ort

Bundesland Baden-Württemberg.
Deutschland im Kalten Krieg
Karte

Allgemein

Der Flugplatz Karlsruhe entstand auf dem Exerzierplatz eines Kasernen-Areals im Nordwesten der Stadt. Nach dem Ersten Weltkrieg war der Platz zunächst geschlossen, bevor er Mitte der 1920er Jahre als Verkehrslandeplatz wiedereröffnet und in das Luftverkehrsnetz eingebunden wurde. Die Einrichtungen des Flugplatzes befanden sich zu dieser Zeit in der südwestlichen Ecke des Geländes.
Ab Mitte der 1930er Jahre wurde der Flugplatz erweitert, das Flugfeld wurde nach Norden ausgedehnt und an der Ostseite wurden Flugplatzanlagen errichtet. Am Platz siedelte sich eine Flugschule des Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK) an. Im Zweiten Weltkrieg war der Flugplatz von einzelnen Einheiten belegt.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird der Flugplatz von US-Truppen besetzt. Später übernimmt die US Army den Platz und fliegt hier mit einzelnen Flugzeugen und Hubschraubern. 1993 wird der Flugplatz geschlossen und die US Army zieht bis 1995 vollständig ab. Heute ist der Flugplatz ein Naturschutzgebiet.

Kaiserreich bis 1918

Bilder

Luftbild Flugplatz Karlsruhe, Erster Weltkrieg
Luftbild, vermutlich vom Ende des Ersten Weltkriegs - Das Bild zeigt die Südwestecke des Platzes, Blickrichtung ungefähr Südost /LABW 1-851356-1/
Lande-T
Ausschnittsvergrößerung: Lande-T?
Flugzeuge und Pfeil
Ausschnittsvergrößerung: Flugzeuge und Pfeil
Schuppen und Hangar
Ausschnittsvergrößerung: Schuppen bzw. Hangars
Lager oder Lazarett
Ausschnittsvergrößerung: Lager oder Lazarett?
Kaserne
Ausschnittsvergrößerung: Kaserne
Kaserne
Ausschnittsvergrößerung: Kaserne
Kaserne
Ausschnittsvergrößerung: Kaserne
Übende Truppe
Ausschnittsvergrößerung: Übende Truppe?
Schuppen
Ausschnittsvergrößerung: Schuppen

1920er/1930er Jahre

Unternehmer

Magistrat der Landeshauptstadt Karlsruhe, Karlsruhe.

Verwalter

Badische Luftverkehrs-G. m. b. H.‚ Karlsruhe, Drahtanschrift: Badenflug Karlsruhe.

Verkehrsgesellschaft

Badisch-Pfälzische Luft Hansa A. G., Werft Karlsruhe, Drahtanschrlft: Badenpfalzflug Karlsruhe.

Situation

Der Verkehrslandeplatz Karlsruhe auf einer Karte von ca. 1928
Der Verkehrslandeplatz Karlsruhe auf einer Karte von ca. 1928

Übersicht

Flugplatz Karlsruhe - Karte Anlagen von ca. 1928
Karte mit den Anlagen von ca. 1928
Luftbild ca. 1928
Luftbild ca. 1928 - Blickrichtung West-Nordwest
Luftbild mit Gebäuden
Ausschnittsvergrößerung: Gebäude - Im Vergleich zum Luftbild aus dem ersten Weltkrieg oben ist jetzt eine große Halle erkennbar.
Der Flugplatz Karlsruhe im Zustand Mitte der 1930er
Der Flugplatz Karlsruhe im Zustand Mitte der 1930er Jahre auf einer US-Militärkarte aus dem Jahre 1952 - Im Vergleich zur Karte von 1928 ist erkennbar, dass der Platz nach Norden erweitert wurde (AMS M841 GSGS 4414, Courtesy Harold B. Lee Library, Brigham Young University /BYU/)

Kennzeichen des Flughafens bei Tag

Auf dem Dach der Flugzeughalle die weißen lnschriften “Karlsruhe”. Auf Anforderung beim Verwalter wird Landezeichen ausgelegt und Rauchofen angezündet. Windsack auf der Flugzeughalle. Rollfeldgrenzen auf drei Seiten durch Wald, sonst durch weiße Pfähle bezeichnet.

Kennzeichen des Flughafens bei Nacht

Keine ständige Nachtbefeuerung. Auf Anforderung beim Verwalter Landefeuer aus grünen, weißen und roten Feuern in Reihe parallel der Windrichtung. Es ist von grün über weiß auf rot hin, rechts der Reihe zu landen. lm Süden und Südwesten des Rollfeldes mehrere Schornsteine, Kaserne und Krankenhaus unbeleuchtet.

Flugbetriebsflächen

Gute Grasnarbe auf Sandboden. Kleinste Rolllänge: In Westnordwest-Ostsüdost-Richtung 800 m.

Hallen/Hangars

1 Flugzeughalle 30,0 x 21,0 m, Torweite 30,0 m.

Werkstätten

Enthalten alle zur Reparatur von Holz- und Metallflugzeugen erforderlichen Maschinen und Werkzeuge. Elektrischer Strom: 220 Volt Wechselstrom. Ersatzteile für Flugzeugmuster Junkers-F 13 sowie für die gangbarsten Motorenmuster vorrätig.

Betriebsstoffanlagen

Für 5000 l Benzin und 2000 l Benzol. Außerdem sind 3000 l Einheitsbetriebsstoff der Deutschen Luft Hansa stets vorrätig.

Erste Hilfe bei Unglücksfällen

Wird durch Verwalter versehen, Verbandskasten und Tragbahre vorhanden; Nächster Arzt im Städt. Krankenhaus (0,5 km Entfernung).

Zoll, Post, Paßstelle

Zoll- und Posthilfsstelle mit Fernsprecher und Telegraph vorhanden. Paß-Kontrolle durch Polizeiflugwache.

Unterbringung von Fluggästen

ln der Stadt.

Verbindungen

Zubringerwagen auf dem Verkehrslandeplatz vorhanden. Kraftdroschken auf Anfrage beim Verwalter zu erhalten. Straßenbahnhaltestelle in unmittelbarer Nähe

Flugplan

Frühjahr/Sommer 1939

Der Flugplan für Frühjahr/Sommer 1939 weist folgende Linienflüge aus:
(Tage: 1=Montag ... 7=Sonntag)
36 Köln (Butzweilerhof) - Frankfurt (Rhein/Main) - Mannheim (Neuostheim) - Karlsruhe - Freiburg
  • Deutsche Lufthansa, Junkers Ju 52:
    123456– | Köln 10:30 - 11:20 Frankfurt/M 12:15 - 12:40 Mannheim 12:50 - 13:10 Karlsruhe 13:20 - 14:00 Freiburg
  • Deutsche Lufthansa, Junkers Ju 52:
    123456– | Freiburg 16:45 - 17:25 Karlsruhe 17:35 - 17:55 Mannheim 18:05 - 18:30 Frankfurt/M 18:50 - 19:40 Köln
113 Karlsruhe - Frankfurt (Rhein/Main) - Hannover (Vahrenwald) - Bremen (Neuenland) - Wangerooge - Langeoog - Norderney
  • Deutsche Lufthansa, Junkers Ju 160, Ju 52:
    123456– | Karlsruhe 06:20 - 07:00 Frankfurt/M 10:20 - 11:45 Hannover 12:00 - 12:30 Bremen 12:40 - 13:15 Wangerooge 13:25 - 13:40 Langeoog 13:50 - 14:00 Norderney
    (01.05. - 23.06. und 01.09. - 07.10.1939: Karlsruhe -Bremen, Ju 160; 24.06. - 31.08.1939: Karlsruhe - Norderney, Ju 52)
  • Deutsche Lufthansa, Junkers Ju 160, Ju 52:
    123456– | Norderney 14:50 - 15:00 Langeoog 15:10 - 15:25 Wangerooge 15:35 - 16:10 Bremen 16:20 - 16:50 Hannover 17:10 - 18:35 Frankfurt/M 18:50 - 19:30 Karlsruhe
    (01.05. - 23.06. und 01.09. - 07.10.1939: Karlsruhe -Bremen, Ju 160; 24.06. - 31.08.1939: Karlsruhe - Norderney, Ju 52)
Abflüge und Ankünfte nach Uhrzeit
TageZeitAbf/AnkRouteFluggesellschaftFlugzeugtypnach/von
123456–06:20Abf113Deutsche LufthansaJunkers Ju 160, Ju 52Frankfurt/M - Hannover - Bremen - Wangerooge - Langeoog - Norderney
123456–13:10Ank36Deutsche LufthansaJunkers Ju 52Köln - Frankfurt/M - Mannheim
123456–13:20Abf36Deutsche LufthansaJunkers Ju 52Freiburg
123456–17:25Ank36Deutsche LufthansaJunkers Ju 52Freiburg
123456–17:35Abf36Deutsche LufthansaJunkers Ju 52Mannheim - Frankfurt/M - Köln
123456–19:30Ank113Deutsche LufthansaJunkers Ju 160, Ju 52Norderney - Langeoog - Wangerooge - Bremen - Hannover - Frankfurt/M

Im Zweiten Weltkrieg

Nutzung

Flugplatz.

Situation

Karte mit Flugplatz Karlsruhe im Zweiten Weltkrieg
Der Flugplatz Karlsruhe im Zweiten Weltkrieg auf einer US-Karte aus dem Jahr 1944 - (McMaster University Library Digital Archive, Lizenz: Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 CC BY-NC 2.5 CA /MULDA/)

Im Kalten Krieg

Nutzung

Flugplatz der US Army.

1960er Jahre

Übersicht

Karte Karlsruhe Army Airfield 1967
Karte aus dem Jahr 1967 - Der Flugplatz verfügt über zwei Start- und Landebahn mit Gras-Belag. Der "Propeller" markiert den Landeplatz für Hubschrauber. Die Anlagen im Nordosten verfügen über einen Bahnanschluss.

1970er Jahre

Situation

Karlsruhe Army Airfield (AAF) auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums 1972
Das Karlsruhe Army Airfield (AAF) auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 1972 - (ONC E-2 (1972), Perry-Castañeda Library Map Collection, University of Texas at Austin /PCL MC/)

Start- und Landebahnen

Angaben für das Jahr 1971:
  • 03/21: 900 m x 51 m Gras
  • 18/36: 1200 m x 46 m Gras

1980er und frühe 1990er Jahre

Übersicht

Flugplatz Karlsruhe im Jahr 1984
Karlsruhe im Jahr 1984 - DIe noch in den 1970er Jahren vorhandene Start- und Landebahn 03/21 ist inzwischen verschwunden. Die Einrichtungen des Flugplatzes befinden sich in der Südost-Ecke des Platzes.

Start- und Landebahnen

Angaben für das Jahr 1990:
  • 18/36: 1200 m x 46 m Gras

Einrichtungen

Das Gebiet hatte eine Fläche von 80 ha.

Heute

Nutzung

Geschlossen.

Bilder

Bilder 2017

Die folgenden Bilder wurden von Christian bereitgestellt, dem ich herzlich danke!
Beginn der ehemaligen Landebahn
Mit Steinen ausgelegte Ziffern "36" am südlichen Beginn der ehemaligen Landebahn
Blick nach Norden über die ehemalige Startbahn
Blick nach Norden über die ehemalige Startbahn

Bildquellen

Literatur

  • Ries, Karl; Dierich, Wolfgang: "Fliegerhorste und Einsatzhäfen der Luftwaffe" Motorbuch Verlag Stuttgart, 1993 - Alliierte Planskizze
Hast Du historisches Material (Erlebnisse, Karten, Fotos) oder aktuelle Fotos zum Flugplatz in Karlsruhe oder zu einem anderen Flugplatz - zur Veröffentlichung auf mil-airfields.de? Dann freue ich mich auf eine Nachricht von Dir: Kontakt

Flugplätze in der Umgebung

Folge mil-airfields auf Facebook