Funknavigation

 

Magan: Instrumentenlandesystem (ILS) auf Graspiste

09.04.2011, geschrieben von Bert

Eine eher ungewöhnliche Kombination: Gras-Start- und Landebahn mit Instrumentenlandesystem. Zu finden in Russland, z.B. auf dem Flugplatz Magan/Маган (N620633 E1293358).


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Der Ort liegt 12 km nordwestlich von Jakutsk. Laut russischem Wikipedia wurde der Flugplatz Magan im zweiten Weltkrieg zum Empfang von US-amerikanischen Lend-Lease-Lieferungen genutzt und erhielt mit 3,4 km die längste unbefestigte Landebahn der Sowjetunion. Auf Google Earth sieht das Gelände auch heute noch so groß aus, wobei die Start- und Landebahn nur auf 2400 m markiert ist.

Gleitwegsender am nordöstlichen Ende:

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Landekurssender im Südwesten:

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Tags: Funknavigation, Russland
 

Militärische Instrumentenlandesysteme in Schweden

15.11.2009, geschrieben von Bert

Während man sich in Deutschland mit einem militärischen Instrumentenlandesystem äußerst schwer getan hat (siehe Bild einer SETAC-Anlage im Internet?), setzte bzw. setzt man in Schweden seit Jahrzehnten gleich zwei (nicht-ICAO-konforme) Systeme ein: Barbro und TILS.

  • Barbro: Anflugsystem, das ähnlich den schwedischen Anita- und Anna-Funkfeuern im Bereich von 200 MHz arbeitete. Soweit ich verstehe, misst es wie Anita und Anna die Entfernung und markiert zusätzlich einen Landekurs. Und aus der gemessenen Entfernung wird vom Bordrechner (J-37 Viggen) die dazu passende ideale Höhe bestimmt, mit der aktuellen Höhe über dem Flugplatz (QFE) verglichen und die Differenz dem Piloten angezeigt.
  • TILS: stehf für "Taktiskt instrumentlandningssystem" (Taktisches Instrumentenlandesystem), arbeitet ähnlich wie das normale ILS, ist aber nicht kompatibel und nutzt einen Bereich um 15 GHz.

Dazu kommt noch die Möglichkeit des MILS, des militärischen ILS-Anflugs.

Die Grundprinzipien für Anita, Anna, Barbro und TILS sind u.a. im "Flygvapnet NAVIGERINGS-HANDBOK" (Navigationshandbuch der schwedischen Luftwaffe) von 1977 beschrieben: http://www.aef.se/Nav-handbok/FV%20Navhandbok.htm. Im Kapitel 9 "Radiosystem" beginnt auf Seite 25 der Abschnitt "PN-systemet (Barbro, Anita och Anna)". Und das Kapitel 15 "Landning, system och metoder" beschreibt die Nutzung der Systeme für den Anflug.

Detaillierte Gerätebeschreibungen für die Bodenstationen gibt es bei Försvarets Historiska Telesamlingar (FHT): Radarfyr PN-521/R ist "Barbro", während PN-601F das System "Anita" beschreibt und PN-513F "Eureka".

Ausführliche Beispiele zur Durchführung von TILS- und anderen Anflügen finden sich in aktuellen offiziellen Dokumenten, z.B. http://www.mil.se/sv/om-forsvarsmakten/Dokument/Manualer/. Hier zu den "FOM Flygoperationell manuals" navigieren und das Dokument "fom_stridsflyg_ipm.pdf" (Flughandbuch Kampfflugzeuge, 3 MB) öffnen und dann ab Seite 46.

Eine Anflugkarte für einen TILS-Anflug für den Flugplatz Tierp kann hier betrachtet werden: http://flygbas.se/?page=2&lan=de&kat=20&id=65948. So wie ich es verstehe, könnte die Angabe oben "TILS 18" der einzustellende Kanal sein. Die Entscheidungshöhe ist unten mit 60 m angegeben, was einem Cat-I-Anflug entsprechen würde. Oben sind auch noch Angaben zu Anita und Barbro gemacht, die ich nicht verstehe. Insbesondere weil in der Änderungsangabe am Fuß der Seite steht: "ANITA OCH BARBRO utgår" (entfällt).

Die oben genannten offiziellen Dokumente sind auch noch aus anderen Gründen interessant:

Die Anflugbeispiele nutzen teilweise das metrische System. Höhenangaben wie "2450 m Std" waren ja eher für den Ostblock charakteristisch. Genauso wie die Nutzung von QFE-Höhen, nur dass das QFE hier in Hektopascal angegeben wird, während man in Moskau oder Schönefeld eine Angabe in mm erhalten hätte.

Interessant ist auch das Handbuch für die JAS 39 Gripen (fom_b_jas_39_ipm.pdf): ab Seite 25 sind die Parameter für den Einsatz auf "Short airstrips" angegeben, also jene Highway-Strips, die sich häufig in der unmittelbaren Umgebung von schwedischen Flugplätzen befinden. Außerdem ist eine Klassifizierung dieser "Kortbana" genannt.

Schweden bei mil-airfields.de: Militärflugplätze in Schweden.

Tags: Funknavigation, Schweden
 

Bild einer SETAC-Anlage im Internet?

02.04.2009, geschrieben von Bert

Über die Jahre tauchen immer wieder Fragen nach dem System SETAC auf. SETAC steht für "Sector Tacan" und war ein in den 1970er Jahren in Deutschland entwickeltes Landesystem für Militärflugzeuge. Die Geschichte dieses glücklosen Entwurfs kann u.a. in einem Artikel der Zeit aus dem Jahre 1993 nachgelesen werden.

Aber wie sah eine SETAC-Anlage aus? Soweit ich weiß, handelte es sich um ein kuppelförmiges Objekt, aus dem nach rechts und links jeweils ein waagerechtes Rohrstück herausragte. Diese Teile waren rot-weiß und standen am Ende der Landebahn.

Trotz mehrfacher Suche konnte ich im Internet bisher kein Foto einer solchen Anlage entdecken. Nun tauchte im Flugzeugforum ein Bild vom Fliegerhorst Oldenburg auf, das - vermutlich eher zufällig - ein solches Gerät zeigt. (Die Bilder werden nur angezeigt, wenn man angemeldet ist).

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Tags: Deutschland, Funknavigation, Luftwaffe