Sowjetisches Kennungssystem Parol

система опознавания пароль

Flugplätze im Kalten Krieg, von Bert Kondruss

Übersicht

Parol ist ein sowjetisches / russisches System zur Freund-Feind-Kennung (IFF) und ist das Nachfolgesystem zu Kremnij-2. Mit kryptografischen Methoden wird eine wesentlich größere Imitationssicherheit erreicht. Ende der 1980er Jahre wurde auch mit der Einführung in die NVA begonnen.

Viele Parol-Bodengeräte unterstützen aus Kompatibilitätsgründen auch noch das System Kremnij im Frequenzbereich III. Neu hinzugekommen ist der Frequenzbereich VII:
- 1532 MHz: Abfrage
- 1470 MHz: Antwort
- 1458 MHz: Antwort
In diesem Bereich werden also zwei Antwortfrequenzen genutzt. /2/

Modus I: Allgemeine Kennung (Frequenzbereich VII)

Dieser Modus funktioniert ähnlich der allgemeinen Kennung des Systems Kremnij-2 (Modus I im Frequenzbereich III). Er verwendet keine kryptografischen Methoden, so dass die Sicherheit durch Codewechsel gewährleistet werden muss /3/. Außerdem scheint es auch in diesem Modus eine Kontrollabfrage zu geben /11/. Der Modus ist gedacht für gestörte Umgebungen und bei Abfragen durch viele Abfragegeräte. /3/

Die Abfrage erfolgt mit drei Impulsen und einem weiteren Impuls zur Nebenkeulenunterdrückung. Impusldiagramm der Abfrage nach /3/:

Das Antwortgerät kann mit 6 verschiedenen Codes antworten. Die Antwort besteht aus zwei Impulsen, von denen jeweils einer auf einer der Antwortfrequenzen gesendet wird. Der Code bestimmt den zeitlichen Abstand T der Impulse (3 Möglichkeiten) und auf welcher der beiden Antwortfrequenzen fB oder fC der erste Impuls gesendet wird (2 Möglichkeiten). /3/

Auf dem Sichtgerät wird ein Ziel mit Kennung mit einem parallelen Balken dargestellt. /3/, /8/

Bei der Vergabe der Codes werden Flugzeuge und Schiffe unterschieden. /11/

Modus II: Imitationsgeschützte allgemeine Kennung („Garantierte Kennung“) (Frequenzbereich VII)

Für einen Tag stehen 911 mögliche Abfragecodes zur Verfügung. Aus dieser sehr großen Menge wird für eine Abfrage ein Code zufällig ausgewählt und gesendet. Das Antwortgerät muss den Code empfangen und den dazu passenden Antwortcode aus einer Menge von 16 möglichen Codes auswählen und senden. Das Ergebnis wird von der abfragenden Station empfangen und geprüft. Passt der Antwortcode zum abgeschickten Abfragecode, so gilt das Ziel als „Eigener“ /3/

Impulsdiagramm der Abfrage nach /3/:

Die Antwort besteht aus zwei Impulsen. Die 16 möglichen Antwortcodes werden gebildet aus dem zeitlichen Abstand T der beiden Impulse (8 Möglichkeiten) und auf welcher der beiden Antwortfrequenzen fB oder fC der erste Impuls gesendet wird (2 Möglichkeiten)./3/

Impulsdiagramm der Antwort nach /3/:

Ein Ziel mit garantierter Kennung wird auf dem Sichtgerät mit einem paralellen Balken mit Haken dargestellt. /3/, /8/

Modus III: Individuelle Kennung, Notfall und Alarm (Frequenzbereich VII)

Nach /3/ sind individuelle Kennung und Notfall durch einen dritten Impuls im Antwortsignal gekennzeichnet. /11/ gibt dagegen an, dass die individuelle Kennung mit einem dreistelligen Code definiert ist.

Eine Bodenstation kann das Notsignal als ein Alarmsignal empfangen und mit einer Lampe am Bedienpult darstellen, auch wenn sie keine eigene Abfrage durchführt /3/, /8/. Die Bodenstationen haben dann ihren Sektor nach dem Ziel abzusuchen /11/.

Modus IV: Individuelle Indentifizierung (Frequenzbereich VII)

Abfrage der 5-stelligen Bordnummer, erfordert Gerät IO-4M.

Modus VI: Flughöhe und Kraftstoffvorrat (Frequenzbereich VII)

Erfordert Gerät IO-4M.

Siehe auch ...

Sowjetische Kennungssysteme: Übersicht und Quellenangaben

Kennungssystem Kremnij-2

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