Barth: Flughafen

Ostseeflughafen Stralsund-Barth

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KoordinatenN542017 E0124234 (WGS84) Google Maps
HNN 7 m
Ehemalige DDRBezirk Rostock
BundeslandMecklenburg-Vorpommern
Location indicatorEDXB (196x), ETBH (-199x), EDBH (199x-)
Deutschland im Kalten Krieg Karte

Allgemein

Der Flugplatz Barth entstand Mitte der 1930er Jahre als Fliegerhorst der Luftwaffe. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs waren die meisten Gebäude des Fliegerhorstes zerstört, die Landebahn aber noch intakt. In den Folgejahren blieb der Platz ungenutzt, bis er ab ca. 1951 als Schießplatz der sowjetischen Luftstreitkräfte diente. Nach Angaben der CIA übten hier insbesondere die in Damgarten stationierten Regimenter. Ab Ende der 1950er Jahre wurde Barth von der Fluggesellschaft Interflug im Inlandsflugverkehr der DDR mit Flugzeugen der Typen Il-14 und später An-24 bedient. Nachdem der Inlandsflugverkehr 1975 eingestellt wurde, diente Barth bis 1989/1990 als Agrarflugplatz. Nach der Wende entwickelte sich daraus der Ostseeflughafen Stralsund-Barth.

Lage Flugplatz

Der Flugplatz liegt ca. 3 km süd-südwestlich der Ortsmitte von Barth.

Im Zweiten Weltkrieg

Nutzung

Fliegerhorst der Luftwaffe.

Situation

Der Fliegerhorst Barth im Zweiten Weltkrieg auf einer US-Karte aus dem Jahr 1943 (Quelle: McMaster University Library Digital Archive, Lizenz: Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 CC BY-NC 2.5 CA)

Übersicht

Der Flugplatz Barth auf einer US-amerikanischen Karte aus dem Jahre 1952 - Im Norden sind die Gebäude des ehemaligen Fliegerhorsts erkennbar. Im Osten und Süden führt die Schmalspurstrecke der Franzburger Kleinbahn am Flugplatz vorbei, die auch einen Anschluss zum Fliegerhorst hatte. Unten links befindet sich der Ort Diwitz. (Quelle: AMS M841 GSGS 4414, Courtesy Harold B. Lee Library, Brigham Young University)

Im Kalten Krieg

1960er Jahre

Nutzung

DDR-Inlandsflughafen.

Übersicht

Landing chart, Flughafen Barth, 1960
Landing chart von 1960 - Die Landebahn ist mit einer Breite von 80 m ausgewiesen. (Quelle: Luftfahrthandbuch der DDR / CIA)
Flughafen Barth auf einem Satellitenbild 1969
Satellitenbild vom 03. August 1969 - Die Grundstruktur der alten Fliegerhorstanlagen im Norden ist noch gut erkennbar. Auch die westlich gelegene Trasse der Anschlussbahn aus Richtung Norden ist deutlich. Die neuen Anlagen befinden sich jedoch südlich der Landebahn. (Quelle: U.S. Geological Survey)

Start- und Landebahnen

  • 09/27: 1200m x 83m Beton
  • 18/36: 600m x 60m Gras

Rollwege, Abstellflächen

Rollwege: Beton, 15 m breit

Befeuerung

Anflug- und Landebahnbefeuerung

Funkfeuer

  • Locator: 285 "BH", 272°/4817 m zur Schwelle 27
  • Locator/Middle Marker: 398 "B", 272°/1141 m zur Schwelle 27

Flugfunk

  • Tower Kurzwelle: 3023.5; UKW: 124.1, 119.7

Telefon

Barth 503

Fernschreiber

013628 INTERFLUG BAT

Flugwetterwarte

Die meteorologische Station am Flugplatz Barth hatte die internationale Kennziffer 10180. Sie arbeitete nur zu bestimmten Zeiten. Die Beratung war nur in deutscher Sprache möglich.

Luftraum und Verfahren

Luftraum DDR-Flughafen Barth 1963
Der Luftraum im Jahr 1963 - Die 58 km lange Luftstraße 2 (AWY 2) führt vom Meldepunkt GREIFSWALD zum Funkfeuer Barth "BH". Sie verbindet den Flughafen mit der Luftstraße 1 (AWY 1), die die gesamte DDR in Nord-Südrichtung überquert. (Quelle: Luftfahrthandbuch der DDR)
Die Übergangshöhe war auf 400 m festgelegt.
Die Kontrollzone Barth hatte eine Obergrenze von 1200 m.

Flugplan

Sommer 1962

Der Flugplan für den Sommer 1962 weist folgende Linienflüge aus:
Tage: 1=Montag ... 7=Sonntag
DH = Deutsche Lufthansa der DDR
Dresden (Klotzsche) - Barth
  • DH121 - Il-14:
    123456– | Dresden 09:20 - 10:55 Barth
  • DH122 - Il-14:
    123456– | Barth 11:15 - 12:50 Dresden
  • DH124 - Il-14:
    12345–– | Barth 16:05 - 17:40 Dresden
Erfurt (Bindersleben) - Barth
  • DH161 - Il-14:
    123456– | Erfurt 09:00 - 11:00 Barth
  • DH162 - Il-14:
    123456– | Barth 15:10 - 17:10 Erfurt
Leipzig (Mockau) - Barth
  • DH141 - Il-14:
    123456– | Leipzig 08:35 - 10:10 Barth
  • DH142 - Il-14:
    123456– | Barth 06:20 - 07:55 Leipzig
  • DH143 - Il-14:
    123456– | Leipzig 12:15 - 13:50 Barth
  • DH144 - Il-14:
    123456– | Barth 09:40 - 11:15 Leipzig
  • DH145 - Il-14:
    12345–– | Leipzig 17:00 - 17:40 Schönefeld 18:00 - 19:05 Barth
  • DH146 - Il-14:
    123456– | Barth 14:40 - 16:15 Leipzig
Schönefeld (Berlin) - Barth
  • DH101 - Il-14:
    1–––––– | Schönefeld 05:00 - 06:05 Barth
  • DH102 - Il-14:
    123456– | Barth 11:20 - 12:25 Schönefeld
  • DH103 - Il-14:
    123456– | Schönefeld 07:35 - 08:40 Barth
  • DH104 - Il-14:
    12345–– | Barth 17:10 - 18:15 Schönefeld
  • DH105 - Il-14:
    12345–– | Schönefeld 14:40 - 15:45 Barth
  • DH107 - Il-14:
    12345–– | Schönefeld 15:45 - 16:50 Barth
Abflüge und Ankünfte nach Uhrzeit
TageZeitAbf/AnkFlugFlugzeugtypnach/von
1––––––06:05AnkDH101Il-14Schönefeld
123456–06:20AbfDH142Il-14Leipzig
123456–08:40AnkDH103Il-14Schönefeld
123456–09:40AbfDH144Il-14Leipzig
123456–10:10AnkDH141Il-14Leipzig
123456–10:55AnkDH121Il-14Dresden
123456–11:00AnkDH161Il-14Erfurt
123456–11:15AbfDH122Il-14Dresden
123456–11:20AbfDH102Il-14Schönefeld
123456–13:50AnkDH143Il-14Leipzig
123456–14:40AbfDH146Il-14Leipzig
123456–15:10AbfDH162Il-14Erfurt
12345––15:45AnkDH105Il-14Schönefeld
12345––16:05AbfDH124Il-14Dresden
12345––16:50AnkDH107Il-14Schönefeld
12345––17:10AbfDH104Il-14Schönefeld
12345––19:05AnkDH145Il-14Leipzig - Schönefeld

1970er Jahre

Nutzung

DDR-Inlandsflughafen bis 1975, danach Agrarflug-Basis.

Situation

Der Flughafen Barth auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 1972 (Quelle: ONC E-2 (1972), Perry-Castañeda Library Map Collection, University of Texas at Austin)

Übersicht

Karte des Flugplatzes aus dem Jahr 1976 - Trotz Einstellung des Passagierverkehrs Ende 1975 sind noch die Funkfeuer "B" und "H" verzeichnet. Zwischen den Funkfeuern und der Landebahn ist jeweils eine einfache Anflugbefeuerung eingezeichnet. (Quelle: VFR-Handbuch für den Agrarflug)

Start- und Landebahnen

  • 09/27: 1200m x 45m Beton
  • 09/27: 950m x 60m Gras
  • 14/32: 700m x 100m Gras

Funkfeuer

  • Locator/Outer Marker 27: 285 "BH", 4817 m zur Schwelle 27
  • Locator/Middle Marker 27: 398 "B", 1141 m zur Schwelle 27
  • Locator/Middle Marker 09: 398 "H", 945 m zur Schwelle 09

Flugfunk

Barth Tower/Approach: 121.2, 119.7

Fernschreiber

Interflug Telex: 318628 ifbat dd

Luftraum und Verfahren

Die Kontrollzone Barth war über diese Punkte definiert: Frauendorf, Velgast, Lüssow, Prohn, Wendisch Langendorf, Wieck, 2 Punkte auf der Westseite der Halbinsel Darß, Hermannshof, Frauendorf

1980er Jahre

Nutzung

DDR-Agrarflugplatz.
Der Flugplatz Barth wie auch der Grundflugplatz Goorstorf/Bentwisch waren von der DDR für die Landung dänischer Rettungshubschrauber bei Seenotrettungsaktionen vorgesehen. (Quelle: 1. Durchführungs-Anweisung des Stellvertreters des Ministers und Chefs des Stabes zum Befehl Nr. 15/84 des Ministers des Inneren und Chefs der Deutschen Volkspolizei, Vertrauliche Dienstsache W-B-15/31/84 vom 27.11.1984)

Telefon

Fluggespräche: Barth 2503
Interflug, Betrieb Agrarflug: Barth 551

Fernschreiber

031 8628 IFB DD

Luftraum und Verfahren

Die Flugplatzzone war definiert über die Punkte: Frauendorf, Velgast, Kummerow, Nisdorf, Wieck, Fauendorf
Bei Flugbetrieb in Damgarten waren in Barth Flüge in der Nordplatzrunde bis 300 m AAL erlaubt.

Anschlussstrecken VFR

In der DDR mussten Sichtflüge in der Regel auf den sog. örtlichen Fluglinien durchgeführt werden. Dieses Netz von vorgegebenen Sichtflugstrecken überzog die gesamte DDR und stellte sicher, dass Militärflugplätze, Sperrgebiete usw. umflogen werden. Für jeden Flugplatz waren außerdem Routen festgelegt, die den Platz mit diesem Streckennetz verbanden. Für Barth waren sie definiert:
- An- und Abflugpunkt: Nördlich von Kenz auf der Linie Flugplatz - Kummerow, kürzester Flugweg nach der örtlichen Fluglinie Nr. 21 (Streckenabschnitt Tessin - Grimmen)
- An- und Abflugpunkt: Nördlich von Kenz auf der Linie Flugplatz - Kummerow, Kummerow, Stralsund.
(Quelle: VFR-Handbuch für den Agrarflug, Stand 1982)

Heute

Nutzung

Regionalflughafen.

Situation

Landsat-Bild aus dem Jahr 2016 - Die ursprüngliche Form des Flugplatzes ist weiterhin zu erkennen. (Quelle: U.S. Geological Survey) - Objekt in Google Maps öffnen

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