Kiel: Flugplatz / Flughafen Holtenau

Voßbrook

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KoordinatenN542246 E0100839 (WGS84) Google Maps
HNN 101 ft
BundeslandSchleswig-Holstein (SH)
RegionKieler Förde
Location indicatorEDGK (197*), EDCK (1990), EDHK
Karte mit Lage Flugplatz Kiel Holtenau
Deutschland im Kalten Krieg Karte
Die Geschichte der Flugplätze im Kalten Krieg: Flughafen Kiel

1920er/1930er Jahre

Allgemein

Zu diesem Zeitpunkt gab es zwei dicht nebeneinander liegende Flugplätze: Den Landflughafen Kiel-Voßbrook und den Wasserflugplatz Kiel-Holtenau.

Situation

Lage Land- und Wasserflugplatz
Lage des Landflughafens (schwarzes Symbol mit rotem Kreis) und des Wasserflugplatzes (schwarzes Symbol rechts daneben)
Quelle: Flughandbuch für das Deutsche Reich (1929)

Landflugplatz

Karte Landflugplatz und Wasserflugplatz Kieler Förde
Karte mit Landflugplatz (Mitte-oben links) und Wasserflugplatz (unten rechts)
Quelle: Flughandbuch für das Deutsche Reich (1929/1931)
Luftbild 1929
Luftbild (ca. 1929) - Blickrichtung ungefähr Nordwest. Der Landflugplatz befindet sich in Bildmitte, unten ist der Wasserflugplatz zu sehen.
Quelle: Flughandbuch für das Deutsche Reich (1929)

Angaben aus Flughandbuch Stand Februar 1929

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Flughafen I. Ordnung Kiel-Voßbrook

Unternehmer / Verwalter

Kieler Flughafengesellschaft m. b. H., Kiel-Holtenau, Flughafen Kiel-Voßbrook.
Drahtanschrift: Holstenflug Kiel.

Verkehrsgesellschaften / Fluggesellschaften

Deutsche Luft Hansa A. G., Flugleitung Kiel,
Flughafen Kiel-Voßbrook.
Drahtanschrift: Lufthansa Kiel.
Luftverkehr Schleswig-Holstein G. m. b. H., Kiel-Holtenau,
Flughafen Kiel-Voßbrook.
Drahtanschrift: Holstenflug Kiel.

Kennzeichen des Flughafens bei Tag

1 km nördlich der Holtenauer Schleusen des Kaiser-Wilhelm-Kanals. Auf dem Dache der Flugzeughalle die Inschrift "Kiel". Landezeichen liegt ständig aus. Rauchofen. Windsack auf dem Mast am Südrande des Rollfeldes neben dem Verwaltungsgebäude. Rollfeldgrenzen im Osten und Norden durch rot-weiße Tafeln, im Süden und Westen durch Umzäunung bezeichnet.

Kennzeichen des Flughafens bei Nacht

Keine ständige Nachtbefeuerung. Auf Anforderung beim Verwalter Landefeuer aus grünen, weißen und roten Feuern in Reihe parallel der Windrichtung. Es ist von grün über weiß auf rot hin, rechts der Reihe zu landen. Die in der Nähe liegenden Holtenauer Schleusen und der Kaiser-Wilhelm-Kanal sind ständig befeuert.

Flugbetriebsflächen

Gute Grasnarbe auf lehmigem Sandboden.
Kleinste Rollänge: In allen Richtungen 700 m.

Hallen / Hangars

1 Flugzeughalle 40 x 28 m, Torweite 35 x 8 m. Die Halle enthält 2 Laufkatzen von je 1,0 t Tragfähigkeit.

Werkstätten

Werden in dem 40 x 7 m Anbau an der Halle eingerichtet. Ersatzteile für verschiedene Flugzeug- und Motorenmuster der Deutschen Luft Hansa vorrätig.

Betriebsstoffanlagen

Tankanlage für 10 000 l und Zapfstelle für Handbetrieb neben dem Verwaltungsgebäude.

Erste Hilfe bei Unglücksfällen

Wird durch Polizeiflugwache versehen. Nächster Arzt in Holtenau (0,5 km Entfernung). Krankenwagen der Stadt Kiel auf Anruf zu erhalten.

Zoll, Paßstelle

Zollabfertigung möglich. Paß-Kontrolle durch Polizeiflugwache.

Pläne und Karten

Bei der Luftverkehr Schleswig-Holstein G. m. b. H. in 1 : 300 000 erhältlich.

Fernsprechanschlüsse

Unternehmer, Verwalter, Nachtbefeuerung:Kiel-Holtenau 294
Verkehrsgesellschaften:
Deutsche Luft Hansa A. G., Flugleitung Kiel: Kiel-Holtenau 221
Luftverkehr Schleswig-Holstein G. m. b. H.: Kiel-Holtenau 294
Polizeiflugwache: Kiel-Holtenau 225
Arzt: Kiel-Holtenau 294
Feuermeldestelle, Krankenwagen: Kiel 802 (Feuerwehr)
Autoruf: Kiel-Holtenau 250

Unterbringung von Fluggästen

In den Hotels und Gastwirtschaften in Holtenau und Kiel. Gaststätte im Verwaltungsgebäude.

Verbindungen

Zubringerdienst zu Zeiten planmäßiger Starts und Landungen. Kraftpostomnibus-Linie Friedrichsort-Kiel, stündlicher Verkehr. Bedarfshaltestelle vor dem Verwaltungsgebäude. Kraftdroschken auf Anruf zu erhalten.

Flugplan

Sommer 1928

Der Flugplan für den Sommer 1928 weist folgende Linienflüge aus:
(Tage: 1=Montag ... 7=Sonntag)
123: Hamburg (Fuhlsbüttel) - Kiel (Holtenau) - Flensburg (Schäferhaus) - Wyk - Westerland
  • Deutsche Luft Hansa A.G.:
    123456– | Hamburg 17:00 - 17:45 Kiel 18:00 - 18:35 Flensburg 18:45 - 19:15 Wyk 19:25 - 19:40 Westerland
    Der Streckenteil Flensburg - Wyk - Westerland wird erst zum 16.06. eröffnet und ist nur bis zum 15.09.1928 in Betrieb.
  • Deutsche Luft Hansa A.G.:
    123456– | Westerland 08:00 - 08:15 Wyk 08:25 - 08:55 Flensburg 09:05 - 09:40 Kiel 09:55 - 10:40 Hamburg
    Der Streckenteil Flensburg - Wyk - Westerland wird erst zum 16.06. eröffnet und ist nur bis zum 15.09.1928 in Betrieb.
124: Lübeck/Travemünde (Priwall) - Kiel (Holtenau) - Flensburg (Schäferhaus) - Westerland - Wyk
  • Deutsche Luft Hansa A.G.:
    123456– | Lübeck/Travemünde 16:25 - 16:55 Kiel 17:10 - 17:45 Flensburg 18:00 - 18:40 Westerland 18:50 - 19:05 Wyk
  • Deutsche Luft Hansa A.G.:
    123456– | Wyk 08:15 - 08:30 Westerland 08:40 - 09:20 Flensburg 09:35 - 10:10 Kiel 10:25 - 10:55 Lübeck/Travemünde
Abflüge und Ankünfte nach Uhrzeit
TageZeitAbf/AnkRouteFluggesellschaftFlugzeugtypnach/von
123456–09:40Ank123Deutsche Luft Hansa A.G.Westerland - Wyk - Flensburg
123456–09:55Abf123Deutsche Luft Hansa A.G.Hamburg
123456–10:10Ank124Deutsche Luft Hansa A.G.Wyk - Westerland - Flensburg
123456–10:25Abf124Deutsche Luft Hansa A.G.Lübeck/Travemünde
123456–16:55Ank124Deutsche Luft Hansa A.G.Lübeck/Travemünde
123456–17:10Abf124Deutsche Luft Hansa A.G.Flensburg - Westerland - Wyk
123456–17:45Ank123Deutsche Luft Hansa A.G.Hamburg
123456–18:00Abf123Deutsche Luft Hansa A.G.Flensburg - Wyk - Westerland

Frühjahr/Sommer 1939

Der Flugplan für Frühjahr/Sommer 1939 weist folgende Linienflüge aus:
(Tage: 1=Montag ... 7=Sonntag)
127: Berlin (Tempelhof) - Kiel (Holtenau) - Flensburg (Schäferhaus) - Wyk - Westerland
  • Deutsche Lufthansa, Junkers Ju 52:
    123456– | Berlin 10:50 - 12:20 Kiel 12:30 - 12:55 Flensburg 13:05 - 13:25 Wyk 13:35 - 13:50 Westerland
    (24.06. - 31.08.1939)
  • Deutsche Lufthansa, Junkers Ju 52:
    123456– | Westerland 14:30 - 14:45 Wyk 14:55 - 15:15 Flensburg 15:25 - 15:50 Kiel 16:00 - 17:30 Berlin
    (24.06. - 31.08.1939)
145: Kiel (Holtenau) - Hamburg (Fuhlsbüttel) - Berlin (Tempelhof)
  • Deutsche Lufthansa, Junkers Ju 52:
    123456– | Kiel 07:00 - 07:30 Hamburg 07:40 - 09:00 Berlin
  • Deutsche Lufthansa, Junkers Ju 52:
    ––––––7 | Hamburg 10:00 - 11:20 Berlin
  • Deutsche Lufthansa, Junkers Ju 52:
    ––––––7 | Berlin 20:00 - 21:20 Hamburg
  • Deutsche Lufthansa, Junkers Ju 52:
    123456– | Berlin 20:00 - 21:20 Hamburg 21:35 - 22:05 Kiel
Abflüge und Ankünfte nach Uhrzeit
TageZeitAbf/AnkRouteFluggesellschaftFlugzeugtypnach/von
123456–07:00Abf145Deutsche LufthansaJunkers Ju 52Hamburg - Berlin
123456–12:20Ank127Deutsche LufthansaJunkers Ju 52Berlin
123456–12:30Abf127Deutsche LufthansaJunkers Ju 52Flensburg - Wyk - Westerland
123456–15:50Ank127Deutsche LufthansaJunkers Ju 52Westerland - Wyk - Flensburg
123456–16:00Abf127Deutsche LufthansaJunkers Ju 52Berlin
123456–22:05Ank145Deutsche LufthansaJunkers Ju 52Berlin - Hamburg

Wasserflugplatz

Karte Wasserflughafen Kiel-Holtenau
Karte Kieler Hafen mit Land- und Wasserflughafen
Quelle: Flughandbuch für das Deutsche Reich (1929/1931)
Wasserflugplatz Kiel / Kieler Förde 1931
Vergrößerung - Die Seeflugstation ist Mitte - unten rechts.
Quelle: Flughandbuch für das Deutsche Reich (1929/1931)
Luftbild 1929
Luftbild (ca. 1929) - An Land sind zwei Flugzeuge zu erkennen.
Quelle: Flughandbuch für das Deutsche Reich (1929)
Kohlen-Hulk
Kohlen-Hulk "Bunker-Kohlen" in der Kieler Förder vor dem Wasserflugplatz
Quelle: Flughandbuch für das Deutsche Reich (1929)

Angaben aus Flughandbuch Stand März 1930

Nur zur geschichtlichen Information, nicht zur Navigation oder zum Fliegen verwenden!
Wasserflughafen I. Ordnung Kiel-Holtenau

Unternehmer / Verwalter

Luftdienst G. m. b. H., Flugleitung Kiel-Holtenau,
Drahtanschrift: Luftdienst Kiel-Holtenau.

Kennzeichen des Flughafens bei Tag

Als Rollfeld gilt die Wasserfläche des Kieler Hafens von der Mündung des Kaiser-Wilhelm-Kanals bis Leuchtturm Friedrichsort. Die Auswahl für Start und Landung bleibt dem Flugzeugführer überlassen. Auf einem Hallendach der Uferanlagen die weiße Aufschrift "Kiel-Holtenau". Windsack auf Hallendach. Etwa 700 m südöstlich der Landanlagen eine fest verankerte Kohlenhulk.

Kennzeichen des Flughafens bei Nacht

Keine ständige Nachtbefeuerung. Die Mündung des Kaiser-Wilhelm-Kanals sowie die Kohlenhulk sind stets befeuert und gut erkennbar. (Vgl. Admiralitätskarten und Verzeichnis der Leuchtfeuer und Signalstellen aller Meere, Teil I, Ostsee, lfd. Jahrgang).

Wasserverhältnisse

Der Strom wechselt bei den verschiedenen Windrichtungen; er ist nur schwach und hat keinen Einfluß auf Landungen.

Strand

Sanding und flach; Eis bildet sich nur bei anhaltendem starken Frost.

Ankergrund

Sandiger Ton; schwarzer Schlick; gut.

Schlepphilfe

Kann durch F. T., Fernsprecher oder Abschießen von roten Sternen in der Nähe der Gebäude des Flughafens beim Verwalter angefordert werden.

Ausbooten

Zum Ausbooten stehen ein Motorboot, ein Schnellboot und zwei Ruderboote zur Verfügung.

Festmachen

Zum Belegen von Flugzeugleinen sind Bojen vorhanden.

Neigung und Breite der Ablaufbahnen

1:10, Nordbahn 13 m breit, Südbahn 9 m breit.

Tiefste Stelle der Ablaufbahnen unter Wasser

1,5 m.

Normale Wassertiefe an den Ablaufbahnen

2 m.

Slipanlagen

Für Wasserflugzeuge vorhanden. Ein Ablaufwagen für Großflugzeuge (Junkers G 24) vorhanden.

Aufhol- und Verladevorrichtungen

Trecker und Spill sowie Hebevorrichtungen vorhanden. Der Kran hat 4,0 t Tragfähigkeit.

Seemännische Ausrüstung, Trinkwasser, Kühlwasser

Beim Verwalter vorrätig.

Rettungsstation für Schiffbrüchige

Labö.

Kleinste Rollänge

1500 m.

Hallen / Hangars

2 Flugzeughallen:
Halle I: 60,8 x 20 m, Höhe 5 m, Torweite 30 m,
Halle II: 90,8 x 20 m, Höhe 5 m, Torweite 30 m.

Werkstätten

Enthalten alle zur Reparatur von Metall- und Holzflugzeugen erforderlichen Einrichtungen. Elektrischer Strom: 220/380 Volt Drehstrom. Ersatzteile für Junkers- und Heinkel-Seeflugzeugmuster vorrätig.

Betriebsstoffanlagen

Für je 10.000 l Benzin und Benzol, 1 Tankwagen für 500 l. Je 5000 l Benzin und Benzol stets vorrätig, ferner 10.000 l Einheitsbetriebsstoff der Deutschen Luft Hansa A. G.

Erste Hilfe bei Unglücksfällen

Wird durch im Sanitätsdienst ausgebildete Monteure versehen. Sanitätsraum vorhanden. Nächster Arzt in Holtenau (2,5 km Entfernung).

Zoll, Paßstelle

Zollabfertigung möglich, Paß-Kontrolle durch Polizeiflugwache.

Fernsprechanschlüsse

Unternehmer, Verwalter: Kiel-Holtenau 235 und 275.
Polizeiflugwache: Holtenau 284
Ärzte: Kiel-Holtenau 245 und 270
Krankenhäuser: Kiel-Holtenau 8050 und 8200
Autoruf: Kiel-Holtenau 80 und 250
Feuermelder: Kiel 802

Unterbringung von Fluggästen

In Holtenau und Kiel. Eigener Wirtschaftsbetrieb im Empfangsgebäude.

Im Zweiten Weltkrieg

Nutzung

Fliegerhorst der Luftwaffe.

Situation

Flugplatz Kiel Holtenau auf einer Karte 1943
Der Flugplatz Kiel-Holtenau im Zweiten Weltkrieg auf einer US-Karte aus dem Jahr 1943
Quelle: McMaster University Library Digital Archive, Lizenz: Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 CC BY-NC 2.5 CA

Übersicht

Flugplatz Kiel Holtenau Kiel auf einer Karte 1953
Der Flugplatz auf einer US-Karte aus dem Jahre 1953 - Die Karte dürfte ungefähr den Ausbauzustand während des Zweiten Weltkriegs darstellen.
Quelle: AMS M841 GSGS 4414, Courtesy Harold B. Lee Library, Brigham Young University

Im Kalten Krieg

Nutzung

Flugplatz der Marine.

1970er Jahre

Situation

Flugplatz Kiel Holtenau auf einer US-Karte 1972
Der Flugplatz Kiel Holtenau auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 1972
Quelle: ONC E-2 (1972), Perry-Castañeda Library Map Collection, University of Texas at Austin

1980er und frühe 1990er Jahre

Start- und Landebahnen

  • 08/26: 450 m x 35 m Gras
  • 08/26: 1400 m x 30 m Asphalt

Funkfeuer

  • NDB: 383.5 "KIL", 082° 0.6NM to THR08

Einheiten

Marinefliegergeschwader 5 (MFG 5) mit Sikorsky Sea King und Dornier Do-28D.

Heute

Nutzung

Regionalflughafen.

Bilder

Blick von der Kieler Förde (2018). - Im Vordergrund das ehemalige Gelände des Marinefliegergeschwaders 5 (MFG 5), im Hintergrund erhöht der Flugplatz Kiel.

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Flughafen Hamburg auf einem Satellitenbild 1973
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