Flugplatz Bautzen (NVA LSK/LV FAG-25)

 
Deutschland /E/

Allgemein

Nur zur geschichtlichen Information, nicht zur Navigation oder zum Fliegen verwenden!
KoordinatenN5112 E01431
HNN167 m
ICAO Location IndicatorEDAB (2000)
BetreiberNVA LSK/LV
Flugplatz-Nummer2125

Nutzung bis 1945

Feldflugplatz der Luftwaffe

Nutzung im Kalten Krieg

NVA-Flugplatz, Basis für die Fliegerausbildungsgeschwader 25 (FAG-25)

Heutige Nutzung

Nach der Wende zeitweise Sammelplatz für ausgemustertes Militärgerät. Jetzt allgemeine Luftfahrt.

Flugbetriebsflächen

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Start- und Landebahnen

Das Protokoll des Nationalen Verteidigungsrates vom 11.11.1985 nennt als geplante Bauinvestitionen für Bautzen: SLB, Hauptrollbahn, Vorstartlinie; Kosten: 45,6 Mio M; Zeitraum 1987..1988.
(Quelle: Bundesarchiv)

Angaben für das Jahr 1990:

Bez.LängeBreiteBelagBemerkungen
07/252200 m50 mBeton
07/252200 m50 mGras

Funknavigation

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Angaben für das Jahr 1990:

 StationFreq.KennungPositionBemerkungen
HLR 254°FFF418HN4125 m
NFF852H1020 m
PRMGKanal 40
NLR 074°FFF418NH3538 m
NFF852N930 m
HLRHauptlanderichtung
NLRNebenlanderichtung
FFFFernfunkfeuer
NFFNahfunkfeuer
PRGMSowjetisches militärisches Instrumentenlandesystem

Kommunikation

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Flugfunk

Das Rufzeichen des Flugplatzes war HARTMANN.

Flugleiter: 137,25 (Kanal 7) und 124.0 (Kanal 1) HARTMANN-START, Peiler: 130,0 (Kanal 4) HARTMANN-PELENG (1990)

Telefon

Sondernetz/Stabsnetz S1 9823. Im Jahr 1990 waren die Tarnnamen "Arzneimittel" und "Erlenholz". Ein älterer Tarnname war "Glaskasten"

Luftraum und Verfahren

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Karten

Nachfolgende Karten stammen aus dem 'Verzeichnis 012 - Flugnavigationsinformationen der Flugplätze der NVA und der Grenztruppen der DDR' aus dem Jahre 1989. Das Dokument war 'Geheime Verschlußsache'

Lage des Flugplatzes. Dargestellt sind Luftstraßen, Funkfeuer, Meldepunkte sowie andere NVA-Flugplätze.
Abflugrouten für Startrichtung 254° und 074° in die Luftstraße A4
Anflug des Platzes in Hauptlanderichtung 254°
Anflug des Platzes in Nebenlanderichtung 074°
Flugplatzkarte
 

Standardflugstrecken

"Flüge der LSK/LV der NVA und der LSK der GSSD im Rahmen der Gefechtsausbildung sind entsprechend der Grafik der Flugtage / -nächte auf der Grundlage der "Hauptflugregeln zum Fliegen im Luftraum der Deutschen Demokratischen Republik" auf Standardflugstrecken in den dazu festgelegten Flughöhen durchzuführen. ..." (Quelle: "Verzeichnis der Standardflugstrecken der LSK/LV der NVA und der LSK der GSSD"

Stand 1989:

772 Bautzen, Bad Schandau, Freiberg, Riesa, Kamenz, Bautzen
Flughöhe: 4250 bis 4900 m
Höheneinnahme: Freiberg
Höhenaufgabe: Kamenz
Abfangabschnitt: Freiberg, Kamenz
(Flüge nur nach Abstimmung mit VHZ)

773 Bautzen, Bad Schandau, Wolkenstein, Rechtskurve, Kamenz, Bautzen
Flughöhe: 5500 m
Höheneinnahme: Traverse Glashütte
Höhenaufgabe: Kamenz
Abfangabschnitt: Traverse Glashütte, Kamenz

774 Bautzen, Spreefurt, Hohnstein, Rumburk, Bautzen
Flughöhe: 100 bis 900 m
Höheneinnahme: Spreefurt
Höhenaufgabe: Rumburk
Abfangabschnitt: Spreefurt, Hohnstein

775 Bautzen, Weissenberg, Schießplatz Neudorf, Bautzen
Flughöhe: 100 bis 1200 m
Höheneinnahme: Weissenberg
Höhenaufgabe: Bautzen FMP

Karte der Standardflugstrecken (516 KB)
 

Einheiten

Im Zusammenhang mit dem Flugplatz waren 1990 folgende Einheiten stationiert:
- Offiziershochschule der LSK/LV für Militärflieger "Otto Lilienthal" (OHS MF, Postfach 35881)
- Nachr.- u. Flugsich.werkst. u. Lager (OHS MF NFWL, Postfach 35898)
- Fliegerausbildungsgeschwader 25 "Leander Ratz" (FAG-25, PF 35838) ausgerüstet mit L-39ZO
- Fliegertechnisches Bataillon 25 (FTB-25, PF 56048)
- Nachrichten- und Flugsicherungsbataillon 25 (NFB-25, PF 78339)
- NFB-25 Radarstellung (PF 35863)
- Waffenwerkstatt und -lager 14 (WWL-14, PF 65916)

Liegenschaften

NummerObjektGrößeUnterkunftBemerkungen
12/085KaserneKäthe-Kollwitz-Str. 17
12/086Flugplatz221,814
12/087Übungsgebiet FAG-2517,5Spreewiese, In der Lungenwiese
12/100Radarstellung NFB-25Zschillichau, Jörksberg
12/151Lager FAG-250,6Kubschütz, nahe der Eisenbahn
12/173Wohnheim FTB-250,256Bautzen, Paulistr. 1A
12/187Munitionslager FTB-258,45Drehsa, östlich Carlsberg
12/286Naherholungseinrichtung FAG-25Bautzen, An der Talsperre
06/330Objekt FTB-250,18Goyatz, Schwielochsee

Die NVA-Objektnummer (z.B. 12/085) besteht aus der Bezirksnummer (06: Cottbus, 12: Dresden) und einer laufenden Nummer.

Das nachfolgende Bild wurde von csc bereit gestellt, dem ich herzlich danke!

Reste des Lagers bei Kubschütz (2007)
Lager bei Kubschütz  


Einheiten und Objekte der NVA
Ein eBook von mil-airfields.de

Weitere Informationen

1972 Absturz einer L-29 mit 2 Fluglehrern unter mysteriösen Umständen auf einem Werkstattflug.
Beide Besatzungsmitglieder tot. Bis zur Klärung der Unfallursache ruhte der weitere
Flugbetrieb (Quelle: Lutz K.)

Flugsimulator

Der Flugplatz ist in der wunderbaren Szenerie gdr_mil7 von Michael Spengler im Zustand um 1990 modelliert, allerdings nicht ganz realitätsgetreu, denn in der Szenerie gibt es Shelter.

Kurz vor der Landung
Flugplatz Bautzen im Flugsimulator  

Links

DDR-Luftwaffe
Geschichte des FAG-25
http://home.snafu.de/veith/FAG-25.htm

USMLM Unit History 1972
Notiz zur Verlegung der L-29 aus Bautzen nach Demmin-Tutow für ca. 45 Tage im März 1972
http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm

USMLM Unit History 1978
Notiz zur Umrüstung von L-29 auf L-39; Notiz und Bild zum Präzisionsanflugradar in Bautzen (modifiziertes HAY POLE)
http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm

USMLM Unit History 1979
Notiz zur Ausrüstung von L-39 mit ungelenkten Raketen
http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm

USMLM Unit History 1982
Die USMLM sichtete am 10.07.1982 in Bautzen ein bisher unbekannten RSBN-Gerät (2 Bilder).
http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm

Sachsenbunker
http://www.sachsenschiene.net/bunker/flp/flp_07.htm

Literatur

Zapf, Jürgen:
'Flugplätze der Luftwaffe 1934-1945 - und was davon übrig blieb / Sachsen'
VDM Heinz Nickel, Zweibrücken, 2002
4 Seiten Beschreibung und Plan

'Fliegerrevue 1/1983'
Diese DDR-Publikation zeigt ein Bild mit Offiziersschülern. Im Hintergrund hängen Karten mit Anflugverfahren, die sich eindeutig dem Flugplatz Bautzen zuordnen lassen (Verlauf der Autobahn, andere topografische Merkmale). Die Veröffentlichung des Fotos ist bemerkenswert und möglicherweise ein Versehen, da solche Dinge in der DDR (übertriebener Weise) der Geheimhaltung unterlagen.

Freundt, Lutz:
'Sowjetische Fliegerkräfte in Deutschland 1945-1994, Band 4'
Edition Freundt Eigenverlag, Diepholz 2000
Kurze Notiz zur Nutzung von Bautzen-Litten durch sowjetische Fliegerkräfte

Bußmann, Kleest, Freundt:
'"11-80, katapultieren Sie!"'
AeroLit - Verlag und Medienvertrieb, Berlin, 2004
Enthält Kurzbeschreibungen von Flugunfällen u.a. in Bautzen.

Banach, Bußmann, Girke, Meißner, Willisch, Freundt:
'MiG, Mi, Su & Co.'
AeroLit - Verlag und Medienvertrieb, Berlin, 2002
Enthält auch einige Bilder aus Bautzen

Billig, Detlef; Meyer, Manfred:
'Flugzeuge der DDR, II. Band bis 1972'
TOM Modellbau, Friedland, 2002
Zahlreiche Fotos von L-29 in Bautzen

Billig, Detlef; Meyer, Manfred:
'Flugzeuge der DDR, III. Band bis 1990'
TOM Modellbau, Friedland, 2003
Foto einer L-39 auf der Vorstartlinie in Bautzen

Billig, Detlef; Meyer, Manfred:
'Flugzeuge der DDR, IV. Band'
TOM Modellbau, Friedland, 2004
Fotos mit L-29 und L-39; ein Bild zeigt beide Typen zusammen auf der Vorstartlinie

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Weitere Angaben zu den Einheiten der NVA und ihren Standorten finden Sie auf der CD "Objekte der NVA", die unter www.mildocs.de erhältlich ist.