Erfurt: Flughafen Bindersleben

Fliegerhorst Erfurt-Bindersleben, Аэродром Эрфурт, Flughafen Erfurt-Weimar

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KoordinatenN505848 E0105725 (WGS84) Google Maps
HNN 1036 ft
Ehemalige DDRBezirk Erfurt
BundeslandThüringen
Location indicatorEDXE, ETEF (-1995), EDDE (1995-)
Karte mit Lage Flughafen Bindersleben Erfurt
Deutschland im Kalten Krieg Karte
Die Geschichte der Flugplätze im Kalten Krieg: Erfurt-Bindersleben
Inhalt
Seite 1: Fliegerhorst der Luftwaffe Erfurt-Bindersleben
Seite 2: Flughafen Erfurt, SBZ/DDR, 1945 - 1990 ← du bist hier
Seite 3: Flughafen Erfurt-Weimar ab 1990

Im Kalten Krieg

Nutzung

Zunächst sowjetischer Militärflugplatz; später Verkehrsflughafen und Agrarflugstützpunkt; gelegentlich auch bei Manövern militärisch genutzt.

Chronik

  • 1949
    Der Platz ist unbelegt, wird aber für Manöver genutzt. (Quelle: CIA)
  • Juli/August 1950
    Der Flugplatz wird für Luftlandeübungen genutzt. (Quelle: CIA)
  • 1952
    Bau einer Landebahn mit gelochten Stahlplatten (PSP).
  • 1952
    Stationierung einer sowjetischen Alarmstaffel mit 4 bis 6 Flugzeugen MiG-15.
  • Juni/Juli 1953
    Im Rahmen einer Luftlandeübung kommt es zu umfangreichen Flugbewegungen von sowjetischen Transportflugzeugen und Segelgleitern. (Quelle: CIA)
  • Oktober 1953
    Zeitweise Stationierung von sowjetischen Schlachtflieger-Regimentern aus Brandenburg-Briest und Brandenburg Neuendorf während eines Manövers. (Quelle: CIA)
  • Herbst 1954
    Während eines Manövers sind Schlachtflugzeuge Il-10 und weitere Strahlflugzeuge zeitweilig in Erfurt stationiert. (Quelle: CIA)
  • Mai 1955
    Es sind zusätzliche MiG-15/MiG-17 auf dem Platz (Quelle: CIA)
  • 1957/58
    Die fliegenden Einheiten der sowjetischen Luftstreitkräfte verlassen den Platz, Erfurt wird an DDR-Behörden übergeben.
  • 24.05.1958
    Im Rahmen einer Übung landen am Vormittag 2 MiG-Flugzeuge vom Jagdfliegerregiment Altenburg, 13 MiGs aus Großenhain und 25 MiGs aus Merseburg. Alle Maschinen verlassen den Platz wieder am Nachmittag. (Quelle: CIA)
  • 1976
    Im Jahr 1976 werden in Erfurt 96.000 Passagiere abgefertigt.
  • 1980
    Einstellung des DDR-Inlandsflugverkehrs
  • 11.11.1985
    Sitzung des Nationalen Verteidungsrates: Für den Flughafen Erfurt ist die Verlängerung der Start- und Landebahn mit 20 Mio M im Plan der Bauinvestitionen enthalten, jedoch ohne Termin. (Quelle: Bundesarchiv)
  • 1988
    Stationierung des Interflug-Betriebsteils Waldflug auf dem Flughafen Erfurt.
  • 27.12.1988
    Inbetriebnahme eines Instrumentenlandesystems (ILS) vom sowjetischen Typ SP-80

1950er Jahre

Übersicht

Bildquelle, sofern nicht anders gekennzeichnet: GDI-Th, Freistaat Thüringen, TLVermGeo, www.geoportal-th.de, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0, www.govdata.de/dl-de/by-2-0
Luftbild sowjetischer Flugplatz Erfurt Bindersleben 1953
Der sowjetische Flugplatz Erfurt Bindersleben am 06.06.1953
Splitterschutzboxen
Im Norden sind noch die Reste der Splitterschutzboxen sichtbar
Zielkreuz
In der nördlichen Spitze ist das für damalige sowjetische Flugplätze charakteristische Zielkreuz zu finden
Abgerissene Flugzeughallen; neue Flugzeugdeckungen
Südwestlicher Bereich - Die Hallen sind abgerissen. Jedoch wurden entlang des Rollwegs neue Flugzeugdeckungen angelegt.
Sowjetische MiG-15 einer Alarmstaffel
Südöstlicher Bereich - Auf dem Vorfeld der ehemals östlichsten Halle stehen vier sowjetische MiG-15 einer Alarmstaffel
Vier sowjetische Kampfflugzeuge
Vergrößerung eines anderen Bilds vom selben Tag: Vier sowjetische Kampfflugzeuge
Abgerissene Gebäude der Kaserne
Von der ehemaligen Kaserne stehen nur noch wenige Gebäude - Während die Barracken südlich der Binderslebener Landstraße abgerissen wurden (links), haben die Gebäude weiter östlich überlebt.
Landebahn Erfurt
Östlicher Beginn der Landebahn

Einheiten

1954

- Sowjetische Alarm-Einheit der Jagdflieger-Division Merseburg
- Auf dem Flugplatz wurden insgesamt 4 MiG-15/MiG-15U gezählt.
Quelle: BND/Bundesarchiv B 206/3033

Bilder

Sowjetischer Adcock-Peiler Erfurt-Bindersleben
Bereits im Frühjahr 1954 kam ein interessanter sowjetischer Peiler (Adcock?) nach Erfurt - Er stand südlich des östlichen Beginns der Landebahn und wurde am 07.01.1955 von einem Agenten für die CIA aus 400 m entfernung fotografiert.
(Quelle: CIA)

1960er Jahre

Übersicht

1965
Satellitenbild Flughafen Erfurt, DDR 1965
US-Satellitenbild vom 03.10.1965
(Quelle: U.S. Geological Survey)
Reste Luftwaffe-Fliegerhorst Erfurt
Südwestlicher Bereich - Die Grundstrukturen des alten Fliegerhorstes der Luftwaffe mit den Hallen-Vorfeldern sind noch zu erkennen.
(Quelle: U.S. Geological Survey)
Flughafen Erfurt: Vorfeld, Terminal und Kontrollturm
Südlicher Teil mit einem kleinen Vorfeld, Terminal und Kontrollturm
(Quelle: U.S. Geological Survey)
1967
Flugplatz Erfurt 1967
Der Flugplatz am 28.05.1967
(Quelle: U.S. Geological Survey)
Sowjetischer Peiler Erfurt
Vergrößerung: Der sowjetische Peiler - Gut erkennbar sind die Umzäunung des Gebiets und die verschiedenen Bereiche. Oben an der Straße befindet sich die Kaserne. Das von einem Weg umschlossene Gelände in der Mitte könnte ein Antennenfeld sein. Der Bereich unten könnte eine Kreis-Antenne sein, in dessen Mittelpunkt sich ein Gebäude befindet, das über einen Weg von links oben erreichbar ist.
(Quelle: U.S. Geological Survey)
1969
Flughafen Erfurt, DDR 1969
Der Flugplatz am 02.08.1969
(Quelle: U.S. Geological Survey)
Erfurt: Sowjetischer Peiler, DDR 1969
Vergrößerung: Der sowjetische Peiler
(Quelle: U.S. Geological Survey)

Start- und Landebahnen

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  • 10/28: 2000 m x 50 m Beton
Landeplatz für Hubschrauber: auf dem Rollweg E, 200 m östlich der Kreuzung mit Rollweg C.

Rollwege, Abstellflächen

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Rollwege: Beton, 18 m breit.

Funkfeuer

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  • KGSP 28: 110,3 / 335,0, Gleitweg 2,7°
  • LMM 28: 330 kHz "R", 280°/1,02 km zur Landebahn-Schwelle 28
  • LOM 28: 410 kHz "RF", 280°/7,39 km zur Landebahn-Schwelle 28

Kommunikation

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  • Erfurt Tower Kurzwelle: 3023,5 kHz; UKW: 124.1, 119.7 MHz
  • Erfurt Homer (Peiler) 124.1, 119.7
Der Peiler stand in der nördlichen Spitze der dreieckigen Ausbuchtung des Flugplatzgeländes nach Norden.

Flugwetterwarte

Die meteorologische Station am Flughafen Erfurt hatte die Kennzahl 10554.

1970er Jahre

Situation

Karte mit Flughafen Erfurt, 1972
Der Flughafen Erfurt Bindersleben auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 1972 - Die blauen Linien markieren den südlichen Korridor von und nach Berlin
(Quelle: ONC E-2 (1972), Perry-Castañeda Library Map Collection, University of Texas at Austin)

Übersicht

März 1970
Flughafen Erfurt Schnee März 1970
10. März 1970 - Es liegt Schnee, nur der Rollweg zwischen Landebahn und Vorfeld geräumt.
(Quelle: U.S. Geological Survey)
Erfurt, DDR: Sowjetischer Peiler
Der sowjetische Peiler - Jetzt ist nur der Zaun um die vermutlich kreisförmige Antenne im Süden erkennbar.
(Quelle: U.S. Geological Survey)
November 1970
DDR-Flughafen Erfurt Bindersleben auf einem Satellitenbild 1970
Der Flughafen Erfurt Bindersleben auf einem US-Satellitenbild vom 25.11.1970 - Das Bild ist etwas verzerrt.
(Quelle: U.S. Geological Survey)
Terminal und Kontrollturm Erfurt
Vergrößerung - Der dunkle Bereich in Bildmitte sind das Terminal und der Kontrollturm mit Schatten. Nördlich davon befindet sich das Vorfeld, auf dem offenbar ein Flugzeug steht.
(Quelle: U.S. Geological Survey)
Sowjetischer Peiler, Erfurt Bindersleben
Gelände südöstlich des Platzes. - Das viereckige Objekt könnte bereits ein Peiler sein, jedoch mit kleinerer Grundfläche als in den 1980er Jahren.
(Quelle: U.S. Geological Survey)
1976
Satellitenbild Flughafen Erfurt, DDR 1976
Der Flughafen am 08.08.1976
(Quelle: U.S. Geological Survey)

Start- und Landebahnen

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  • 10/28: 2000 m x 50 m
  • 10/28: 1200 m x 100 m Gras Notlandestreifen nördlich der Start- und Landebahn

Bilder

Interflug Il-18 am DDR-Flughafen Erfurt (1979)
Il-18 der Interflug am Flughafen (1979) - ADN-ZB Ludwig-2.7.79 Erfurt: Flugplatz der Bezirksstadt wurde nach umfangreichen Rekonstruktionarbeiten an der Start- und Landebahen sowie im Abfertigungsbereich wieder eröffnet. Die erste Maschine, die den Flughafen verließ, hatte Budapest zum Ziel.
(Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-M0702-0024 / CC-BY-SA 3.0)

1980er und frühe 1990er Jahre

Übersicht

Karte Flughafen Erfurt, DDR 1980
Karte des Flughafens von 1980
(Quelle: Ministerium für Verkehrswesen der DDR)
1981
Bildquelle, sofern nicht anders gekennzeichnet: GDI-Th, Freistaat Thüringen, TLVermGeo, www.geoportal-th.de, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0, www.govdata.de/dl-de/by-2-0
Flughafen Erfurt, DDR 1981
Der Flugplatz am 15.04.1981 - Das Gelände des sowjetischen Marine-Peilers ist geschwärzt.
Einflugschneise
Westliche Einflugschneise mit Anflugbefeuerung
Landebahn 10
Landebahn 10
Westlicher Teil der Landebahn
Westlicher Teil der Landebahn - Auf der Bahn sind kaum Abriebspuren von Gummi.
Reste im Nordwesten
Reste im Nordwesten
Südwestlicher Teil
Südwestlicher Teil - Anschlussgleis mit Seitenrampe sowie Tanklager
Gebäude und Abstellflächen Agrarflug
Gebäude und Abstellflächen Agrarflug
Hangar
Hangar
Terminal und Vorfeld
Terminal und Vorfeld - Auf dem Vorfeld steht eine Il-18
Südöstlicher Teil
Südöstlicher Teil
Landebahn 28
Die Landebahn scheint wenig genutzt zu sein, auch hier gibt es kaum Abriebspuren.
Anschlussgleis mit Kesselwagen
Detail: Anschlussgleis mit Kesselwagen
Agrarflugflugzeug
Agrarflug-Basis mit Hangar und abgestelltem Agrarflugzeug
Interflug Agrarflug Erfurt
Agrarflug-Basis, früher Hangar-Vorfeld des Fliegerhorstes
Vorfeld, Kontrollturm und Abfertigungsgebäude
Vorfeld mit einer Iljuschin Il-18, Kontrollturm und Abfertigungsgebäude
Antennenfeld im Südosten vom Flugplatz Erfurt
Antennenfeld im Südosten?
Haupteinflugzeichen im Osten
Haupteinflugzeichen, ca. 1 km östlich der Landebahn
1986
Flughafen Erfurt DDR 1986
Erfurt am 16.06.1986
Tanklager
Tanklager
Agrarflug-Basis
Agrarflug-Basis
Terminal, Kontrollturm und Vorfeld
Terminal, Kontrollturm und Vorfeld
Interflug Tu-134 DDR-SCG in Erfurt
Zerstörtes Flugzeug Tupolew Tu-134 - Hierbei handelt es sich vermutlich um die Tu-134 DDR-SCG der Interflug, die 1985 bei einer Feuerlöschübung abgebrannt ist. Bilder dieser Übung sind in der Stasi-Mediathek zu finden, siehe Link unten.
Flughafen Erfurt-Bindersleben, DDR

Start- und Landebahnen

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  • 10/28: 2000 m x 50 m Asphalt
Wegen der nur 2.000 m langen Start- und Landebahn konnte Erfurt nur für Flugzeuge bis zur Il-18 genutzt werden. Für Tu-134 und Tu-154 war der Platz nur bedingt zugelassen. Die DDR plante, im Jahr 1993 die Landebahn um 500 m zu verlängern - 150 m nach Osten und 350 nach Westen.

Rollwege, Abstellflächen

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Es gab 2 Abstellpositionen auf Ramp 2 vor dem Terminal-Gebäude und 4 Positionen auf Ramp 3 westlich von Rollweg C.

Funkfeuer

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Angaben für das Jahr 1984:
  • KGSP28 (SP-50): 110,3
  • LOM 28: 410 "RF", 7388m to THR
  • LMM 28: 330 "R", 1017m to THR
  • LOM 10: 306 "FR", 5461m to THR
  • LMM 10: 330 "F", 1050m to THR
KGSP war ein sowjetisches Instrumentenlandesystem vom Typ SP-50. Obwohl es den gleichen Frequenzbereich genutzt hat, war es mit dem ICAO-ILS nicht kompatibel. Das System in Erfurt war bis ca. 1984 in Betrieb. Ein neues ILS wurde erst 1988 in Betrieb genommen.
Angaben für das Jahr 1990:
  • ILS 28: 109.9 "IRF"
  • LOM 28: 410 "RF", 7388m to THR
  • LMM 28: 330 "R", 1017m to THR
  • LOM 10: 306 "FR", 5461m to THR
  • LMM 10: 330 "F", 1050m to THR

Flugfunk

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Erfurt Approach/Tower: 121.2 (198x)
In einer sowjetischen Funkunterlage ist für Erfurt das Rufzeichen "PROIMA" genannt.

Telefon

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Telefonnummern im Netz der DP in den 1980er Jahren
Flughafen: 5390
Flugsicherung: 539349, 539350, 24474
Interflug: Verkehrsflug Flugleitung Erfurt: 0061/51456; Agrarflug Bezirksstaffel Erfurt: 0061/66693-95, 66609
Telefonnummern im staatlichen S1-Netz 1988
Die Passkontrolleinheit (PKE, Stasi-Einheit) am Flughafen war als Nebenstelle 2659 der MfS-Bezirksverwaltung Erfurt erreichbar. Der Fernschreiber der PKE hatte im Sondernetz/Stabsnetz S1 und im Betriebsnetz des Ministeriums für Staatssicherheit die Nummer +739-489-44-c.

Fernschreiber

Flughafen: 061424 (1989); Interflug: 61259 (1973)

Betriebszeiten

"Die Betriebszeiten der Anflugkontrolle Erfurt richten sich nach den Anforderungen des Luftverkehrs. Sie sind auf der Grundlage des Flugsicherungsflugplans in Übereinstimmung mit anderen interessierten Institutionen durch den Betrieb Flugsicherung der Interflug festzulegen und durch NOTAM zu veröffentlichen." (Quelle: Anweisung für den zivilen Flugsicherungsdienst in der DDR (AFD) 1988)

Luftraum

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Nahbereich Erfurt TMA in den 1980er Jahren:
Seitliche Begrenzung: Sömmerda - Buttstädt - Magdala - Lengefeld - Arnstadt - Goldbach - Döllstädt - Sömmerda; Höhenbereich: 300 m AAL - FL80 (2450 m STD)
Kontrollzone Erfurt in den 1980er Jahren:
Seitliche Begrenzung: Kreis um den Flughafenbezugspunkt mit Radius 10 km; Höhenbereich: vom Boden bis 300 m AAL.
Zuständigkeit der Anflugkontrollstelle Erfurt
Die Erfurt APP war neben dem Nahbereich (TMA) für folgende Luftstraßenabschnitte zuständig: B50 zwischen LUNER und WEMAR, B52 zwischen RF und MAGDA, jeweils bis einschließlich FL110 (3350 m STD).
"Außerhalb der Dienstzeit der APP Leipzig und/oder Erfurt wird der Flugsicherungsdienst für militärische Flüge in den diesen Dienststellen zugeteilten Luftstraßenabschnitten (in und unterhalb FL110/3350 m STD) durch militärische Dienststellen wahrgenommen. Der zivile Flugsicherungskontrolldienst wird für den Flug in den genannten Luftstraßenabschnitten unterbrochen. Die Koordinierung der Flüge ist zwischen den diensthabenden Flugsicherungskontrollstellen direkt durchzuführen. Kontrollierte Flüge ziviler Luftfahrzeuge sind außerhalb der Dienstzeit einer APP innerhalb deren Zuständigkeitsbereich verboten."
(Quelle: Anweisung für den zivilen Flugsicherungsdienst in der DDR 1987)

Anschlussstrecken für den Sichtflug zu den örtlichen Fluglinien

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- Lengefeld auf der örtlichen Fluglinie Nr .42
- Arnstadt, kürzester Flugweg nach der örtlichen Fluglinie Nr. 42 (Streckenabschnitt Lengefeld - Steinbach - Hallenberg);
- Siebleben, kürzester Flugweg nach der örtlichen Fluglinie Nr. 11 Schnittpunkt Autobahn (Streckenabschnitt Bad Langensalza und Steinbach - Hallenberg);
- Sömmerda, kürzester Flugweg nach der örtlichen Fluglinie Nr. 11 (Streckenabschnitt Kelbra - Bad Langensalza).
(Quelle: VFR-Handbuch für den Agrarflug DDR 1982)

Standardflugstrecken

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Flugstrecke für Überführungsflüge des Betriebes Agrarflug zwischen der Werft Leipzig/Mockau und dem Flughafen Erfurt
Leipzig: Flughafen / Flugplatz Mockau - Autobahnabfahrt Taucha - Markkleeberg - Markranstädt - Autobahnabzweig Weimar - Klettbach - weiter gemäß Sichtanflugkarte Erfurt und zurück.
Standardisierte Flugpläne
In der DDR konnten für sich wiederholende Flüge sog. Standardisierte Flugpläne (STP) eingereicht werden. Für den Flugplatz Erfurt waren im Jahr 1989 die folgenden Flugpläne definiert, alle für Interflug Betrieb Fernerkundung, Industrie- und Forschungs-Flug (bei den Flugplänen abgekürzt FI)
FI72: Flug nach Instrumentenflugregeln, Flugzeugtyp L-410, von Berlin-Schönefeld nach Erfurt, Reisegeschwindigkeit 300 km/h, Flugfläche 080, über Luftstraße B50, Flugzeit 1:05.
FI73: Flug nach Instrumentenflugregeln, Flugzeugtyp L-410, von Erfurt nach Berlin-Schönefeld, Reisegeschwindigkeit 300 km/h, Flugfläche 070, über Luftstraße B50, Flugzeit 1:05.
FI80: Flug nach Instrumentenflugregeln, Flugzeugtyp L-410, von Leipzig Schkeuditz nach Erfurt, Reisegeschwindigkeit 300 km/h, Flugfläche 080, über Luftstraße B50, Flugzeit 0:40.
FI81: Flug nach Instrumentenflugregeln, Flugzeugtyp L-410, von Erfurt nach Leipzig Schkeuditz, Reisegeschwindigkeit 300 km/h, Flugfläche 070, über Luftstraße B50, Flugzeit 0:40.
FI82: Flug nach Instrumentenflugregeln, Flugzeugtyp L-410, von Erfurt nach Dresden, Reisegeschwindigkeit 300 km/h, Flugfläche 090, über Luftstraße B52, Flugzeit 0:55.
FI83: Flug nach Instrumentenflugregeln, Flugzeugtyp L-410, von Dresden nach Erfurt, Reisegeschwindigkeit 300 km/h, Flugfläche 080, über Luftstraße B52, Flugzeit 0:55.
FI88: Flug nach Instrumentenflugregeln, Flugzeugtyp An-2, von Berlin-Schönefeld nach Erfurt, Reisegeschwindigkeit 180 km/h, Flugfläche 080, über Luftstraße B50, Flugzeit 1:35.
FI89: Flug nach Instrumentenflugregeln, Flugzeugtyp An-2, von Erfurt nach Berlin-Schönefeld, Reisegeschwindigkeit 180 km/h, Flugfläche 070, über Luftstraße B50, Flugzeit 1:35.
FI96: Flug nach Instrumentenflugregeln, Flugzeugtyp An-2, von Leipzig-Schkeuditz nach Erfurt, Reisegeschwindigkeit 180 km/h, Flugfläche 080, über Luftstraße B50, Flugzeit 0:50.
FI97: Flug nach Instrumentenflugregeln, Flugzeugtyp An-2, von Erfurt nach Leipzig-Schkeuditz, Reisegeschwindigkeit 180 km/h, Flugfläche 070, über Luftstraße B50, Flugzeit 0:50.
FI97: Flug nach Instrumentenflugregeln, Flugzeugtyp An-2, von Erfurt nach Dresden, Reisegeschwindigkeit 180 km/h, Flugfläche 080, über Luftstraße B52, Flugzeit 1:15.
FI97: Flug nach Instrumentenflugregeln, Flugzeugtyp An-2, von Dresden nach Erfurt, Reisegeschwindigkeit 180 km/h, Flugfläche 080, über Luftstraße B52, Flugzeit 1:15.

Koordination mit anderen Flugplätzen

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Zusammenarbeit zwischen der APP Erfurt und den FSS Nohra und Hassleben
"Die Flugsicherungsstelle des Flugplatzes Nohra ist bei Flugdienst am Flugplatz Nohra verpflichtet, die APP Erfurt über den Beginn und das Ende der Flüge sowie über die Flughöhen zu informieren.
Die APP Erfurt ist bei Flugdienst am Flugplatz Nohra entsprechend der örtlichen Vereinbarung verpflichtet, die Flugsicherungsstelle Nohra über Zeit und Flughöhe des Überfluges des Flugplatzes Nohra durch zivil kontrollierte Luftfahrzeuge zu informieren. Kann keine Nachrichtenverbindung (über Telefon oder bei Ausfall der Telefonverbindung über Funk 124,0 MHz) hergestellt werden, ist die Information über die ATCC an die VHZ zu übermitteln.
Das Flugsicherungsorgan des Flugplatzes Hassleben ist bei Flugdienst am Flugplatz Hassleben verpflichtet, über das Flugsicherungsorgan am Flugplatz Nohra die APP Erfurt über den Beginn und das Ende der Flüge sowie über die Flughöhen zu informieren.
Die APP Erfurt ist verpflichtet, das Flugsicherungsorgan des Flugplatzes Hassleben über das Flugsicherungsorgan des Flugplatzes Nohra über Zeit und Höhe der Flüge im CTR/TMA Erfurt zu informieren.
Bei Starts und Landungen von Luftfahrzeugen auf dem Flugplatz Erfurt beträgt die Flughöhe in den Kunstflugzonen des Flugplatzes Nohra und in der Platzrunde des Flugplatzes Hassleben max. 300 m AGL."

Einrichtungen

In den 1980er Jahren war die Il-62 DDR-SEH der Interflug am Platz abgestellt.

Gleisanschluss

Es gibt einen Eisenbahnanschluss aus Richtung Alach zum südwestlichen Teil des Platzes.

Weitere Objekte

Ca. 400 m südöstlich des Flugplatzes befand sich ein Funkpeiler der sowjetischen Marine. Die Anlage hatte eine kreisrunde Antenne mit einem Durchmesser von ca. 180 m.
Im Jahr 1980 suchte die CIA auf Satellitenbildern in der Umgebung von Fernmeldeaufklärungsanlagen der sowjetischen Marine nach damit in Verbindung stehenden Empfangs- und Sendestationen. Dabei wurde neben dem Funkpeiler Poti (heute Georgien, N420330 E0414800) auch die Fix 24/48-Anlage in Erfurt Bindersleben in einem Umkreis von 20 Seemeilen abgesucht. Dabei konnten jedoch keine weiteren Stationen identifiziert werden. (Quelle: CIA)

Bilder

Flughafengebäude und Kontrollturm Flughafen Erfurt
Flughafengebäude und Kontrollturm (1990)
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