Brandenburg: Flugplatz Briest

Nur zur geschichtlichen Information, nicht zur Navigation oder zum Fliegen verwenden!
KoordinatenN522615 E0122714 (WGS84) Google Maps
HNN 31 m
Location indicatorETBB (198x-), EDUB (2000)
Airfield Id2134
Karte mit Lage Flugplatz Brandenburg
Deutschland im Kalten Krieg Karte

Lage Flugplatz

Der Flugplatz liegt ca. 6,5 km nordwestlich der Ortsmitte von Brandenburg und südöstlich von Briest.

Im Zweiten Weltkrieg

Nutzung

Der Platz wurde zwischen 1912 und 1914 eröffnet. Später diente er als Fliegerhorst der Luftwaffe.

Situation

Briest auf Karte 1943
Briest auf einer US-Karte aus dem Jahr 1943 (Quelle: McMaster University Library Digital Archive, License: Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 CC BY-NC 2.5 CA /MULDA/)

Im Kalten Krieg

Nutzung

1945 bis 1956 Nutzung durch die Rote Armee, 1957 bis 1990 Flugplatz der Nationalen Volksarmee. 1990 bis 1994 Nutzung des Platzes durch die Bundeswehr.

1950er Jahre

Einheiten

1954

- Sowjetisches Schlachtflieger-Regiment (PF 42 114),
Quelle: BND/Bundesarchiv B 206/3033
(Bei den Postfachnummern können die Ziffern 3 und 5 verwechselt sein, da sie im Quelldokument schwer zu unterscheiden sind)

Chronik

  • September/Oktober 1954
    Zeitweise Verlegung des sowjetischen Schlachtfliegerregiments Brandenburg-Briest nach Döberitz (25.09. - 05.10.1954)

1960er Jahre

Situation

Flugplatz Brandenburg Briest auf einer US-Karte 1969
Der Flugplatz Brandenburg Briest auf einer US-Karte aus dem Jahr 1969 (Quelle: Earth Sciences and Map Library, University of California, Berkeley)

Übersicht

US-Satellitenbild, Flugplatz Brandenburg Briest, 1964
US-Satellitenbild vom 14.03.1964 (Quelle: U.S. Geological Survey)
Splitterschutzboxen Briest
Vergrößerung: Im südwestlichen Teil befinden sich zahlreiche Splitterschutzboxen (Quelle: U.S. Geological Survey)
Kaserne
Kaserne (Quelle: U.S. Geological Survey)
NVA-Hubschrauber in Brandenburg-Briest, 1964
Die Auflösung ist für das Jahr 1964 beeindruckend. - Trotzdem ist es schwierig, die genaue Zahl der Hubschrauber zu bestimmen. Ich würde sagen, dass ca. 40 Hubschrauber auf dem Bild zu sehen sind. (Quelle: U.S. Geological Survey)
Abstellbereiche im Osten
Abstellbereiche im Osten (Quelle: U.S. Geological Survey)
Östliches Ende der Startbahn in Brandenburg Briest
Östliches Ende der Startbahn - Der Bereich vor dem Beginn scheint voll von Kratern zu sein (Quelle: U.S. Geological Survey)
Dezentralisierungsbereich im Nordosten
Dezentralisierungsbereich im Nordosten (Quelle: U.S. Geological Survey)
Funkfeuer?
Funkfeuer? (Quelle: U.S. Geological Survey)

1970er Jahre

Situation

Der Flugplatz Brandenburg-Briest auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 1972
Der Flugplatz Brandenburg-Briest auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 1972 - Die blauen Linien kennzeichnen die alliierten Luftkorridore von und nach Berlin (Quelle: ONC E-2 (1972), Perry-Castañeda Library Map Collection, University of Texas at Austin /PCL MC/)

1980er und frühe 1990er Jahre

Übersicht

Flugplatz Brandenburg Briest im Verzeichnis 012
Der Flugplatz Briest Brandenburg auf einer Karte im "Verzeichnis 012" der ehemaligen NVA von 1989/90 (ehemals "Geheime Verschlußsache") - Handgezeichnete Karten waren im Ostblock durchaus üblich. Zu erkennen sind der Flugplatz mit Beton-Start- und Landebahn, die Rollwege, Hubschrauberabstellplätze sowie die Position des RSBN-Funkfeuers.
Rollwege zum Start und nach der Landung - noch Verzeichnis 012.
Rollwege zum Start und nach der Landung - noch Verzeichnis 012. - Die Start- und Landebahn bestand aus zwei Abschnitten mit unterschiedlichen Breiten. Im Unterschied zur Praxis auf östlichen Militärflugplätzen waren in Brandenburg die Rollwege nicht mit Nummern sondern mit Buchstaben bezeichnet.

Start- und Landebahnen

Angaben für die 1980er Jahre:
    Die Start- und Landebahn hatte eine Landebahnbefeuerung. .

    Rollwege, Abstellflächen

    Die Ringrollbahn war nicht befeuert.
    Belade- und Abstellplatz für An-26 am Ostende auf der Vorstartfläche.

    Funkfeuer

    Angaben für die 1980er Jahre:

        Flugfunk

        Angaben für die 1980er Jahre:
        Das Rufzeichen des Flugplatzes war UNRECHT.
        Frequenzen: Flugleiter: 135,583 (Kanal 7) und 124.0 (Kanal 1) UNRECHT-START; Peiler: 130,0 (Kanal 4) UNRECHT-PELENG. Der Standort des Peilers war N522636 E0120108 (S42/83). Er arbeitete im 24h-Betrieb. (1990).

        Telefon

        Stabsnetz S1 53628, Tarnnamen im Jahre 1990: HÄKELGARN und PILZKUNDE (Gefechtsstand).
        Richtfunknetz RFN: Über die Bezirksrichtfunkzentrale Potsdam, Fernsprechnummer 935. Tarnname "Unbehagen" (1978) bzw. "Waagschale" (1987).

        Karten

        Nachfolgende Karten stammen aus dem 'Verzeichnis 012 - Flugnavigationsinformationen der Flugplätze der NVA und der Grenztruppen der DDR' aus dem Jahre 1989. Das Dokument war 'Geheime Verschlußsache'
        Lage des Flugplatzes. Dargestellt sind Luftstraßen, Funkfeuer, Meldepunkte sowie NVA-Flugplätze
        Lage des Flugplatzes. Dargestellt sind Luftstraßen, Funkfeuer, Meldepunkte sowie andere NVA-Flugplätze.
        Abflugrouten für Startrichtung 253° und 073° zu den Örtlichen Fluglinien
        Abflugrouten für Startrichtung 253° und 073° zu den Örtlichen Fluglinien (gestrichelte Linien) sowie zur Luftstraße (Funkfeuer HKF)
        Anflug des Platzes in Hauptlanderichtung 253°
        Anflug des Platzes in Hauptlanderichtung 253°
        Anflug des Platzes in Nebenlanderichtung 073°
        Anflug des Platzes in Nebenlanderichtung 073°

        Standardflugstrecken

        "Flüge der LSK/LV der NVA und der LSK der GSSD im Rahmen der Gefechtsausbildung sind entsprechend der Grafik der Flugtage / -nächte auf der Grundlage der "Hauptflugregeln zum Fliegen im Luftraum der Deutschen Demokratischen Republik" auf Standardflugstrecken in den dazu festgelegten Flughöhen durchzuführen. ..." (Quelle: "Verzeichnis der Standardflugstrecken der LSK/LV der NVA und der LSK der GSSD"
        Stand 1989:
        843 Brandenburg, Butzow, Buschow, Wudicke, Genthin, Karow, Schmerzke, Brandenburg
        Flughöhe: 25 - 600 m
        Nur nach Abstimmung mit der VHZ (wenn keine Anflüge zum SP Wittstock in 300 m aus Süd)
        844 Brandenburg, Wollin, Parchen, Schmetzdorf, Brandenburg
        Flughöhe: 100 - 500 m
        845 Brandenburg, Mögelin, SP Klietz, Wust, Möthlitz, Brandenburg
        Flughöhe: 100 bis 300 m
        846 Brandenburg, Wiesenburg, Coswig, Dessau, Aken, Schönebeck, Niegripp, Genthin, Brandenburg
        Flughöhe: 15 bis 500 m
        Nur nach Abstimmung mit der VHZ wenn die Strecken 473 oder 543 nicht beflogen werden.
        847 Brandenburg, Wollin, Parchen, Schmetzdorf, Brandenburg
        Flughöhe: 15 bis 500 m
        848 Brandenburg, Butzow, Roskow. Lucksfleiss, Dretzen, Kade, Groß-Demsin, Briest, Jerchel, Kieck, Brandenburg
        Flughöhe: 15 bis 500 m
        849 Brandenburg, Tremmen, Stechow, Sieversdorf, Strodehne, Hohennauen, Brandenburg
        Flughöhe: 100 bis 300 m
        (Nur wenn am Landeplatz Rhinow nicht geflogen wird)
        850 Brandenburg, Tremmen, Stechow, Klessow, Neustadt (Dosse), Sieversdorf, Strodehme, Hohennauen, Brandenburg
        Flughöhe: 100 bis 300 m
        851 Brandenburg, Tremmen, Wollin, Brandenstein, Genthin, Wust, Brandenburg
        Flughöhe: 15 bis 300 m
        Standardflugstrecken vom Flugplatz Briest
        Standardflugstrecken vom Flugplatz Briest

        Einheiten

        Im Zusammenhang mit dem Flugplatzes waren 1990 folgende Einheiten stationiert:
        - Transporthubschraubergeschwader 34 (THG-34, Postfach PF 43814)
        - Fliegertechnisches Bataillon 34 (FTB-34, PF 33623)
        - Hubschrauberausbildungsgeschwader 35 (HAG-35, PF 78343)
        - Fliegertechnisches Bataillon 35 (FTB-35, PF 78374)
        - Teile Offiziershochschule der LSK/LV für Militärflieger "Otto Lilienthal" (OHS MF, Postfach 78396)

        Liegenschaften

        Der Flugplatz hatte die Objektnummer 04/029 oder 04/034.
        Das Tanklager wurde 1962 bis 1969 errichtet.

        Einrichtungen

        Es gab eine Anschlussbahn aus südöstlicher Richtung.

        Heute

        Nutzung

        Geschlossen

        Links

        Literatur

        • Ries, Karl; Dierich, Wolfgang: "Fliegerhorste und Einsatzhäfen der Luftwaffe" Motorbuch Verlag Stuttgart, 1993 - Alliierte Planskizze
        • Freundt, Lutz: "Sowjetische Fliegerkräfte in Deutschland 1945-1994, Band 1" Freundt Eigenverlag, Diepholz 1998 - Kurze Beschreibung der Nutzung durch die Rote Armee, ein Luftbild aus dem Jahre 1953.
        • Bußmann, Kleest, Freundt: ""11-80, katapultieren Sie!"" AeroLit - Verlag und Medienvertrieb, Berlin, 2004 - Enthält Kurzbeschreibungen von Flugunfällen u.a. in Briest
        This page in English

        Vorgeschlagen:

        Bildquellen sind auf der jeweiligen Zielseite angegeben, klicke auf das Bild um sie zu öffnen.
        Diese Website verwendet Cookies
        Weitere Informationen: Datenschutz
        Impressum