Flugplatz Drewitz

Drewitz: Flugplatz

Jänschwalde Ost, Cottbus-Drewitz

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KoordinatenN515323 E0143200 (WGS84) Google Maps
HNN 80 m
Ehemalige DDRBezirk Cottbus
BundeslandBrandenburg
Location indicatorEDCD (2000)
Karte mit Lage Flugplatz Drewitz
Deutschland im Kalten Krieg Karte
Die Geschichte der Flugplätze im Kalten Krieg: Drewitz

Lage Flugplatz

Südöstlich von Drewitz, nordwestlich von Jänschwalde.

Im Zweiten Weltkrieg

Nutzung

Flugplatz der Luftwaffe.

Situation

Der Flugplatz Drewitz im Zweiten Weltkrieg 1943
Der Flugplatz Drewitz im Zweiten Weltkrieg auf einer US-Karte aus dem Jahr 1943
Quelle: McMaster University Library Digital Archive, License: Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 CC BY-NC 2.5 CA /MULDA/

Im Kalten Krieg

Nutzung

Flugplatz der NVA-Luftstreitkräfte (LSK/LV). Bis 1989 Basis des Jagdfliegergeschwaders 7 (JG-7), außerdem Jagdbombenfliegergeschwader 37 (JGB-37) und TAFS-87. In der NVA hatte der Platz die Flugplatznummer 2070.

Chronik

  • 1949
    Auf dem Platz ist keine Einheit stationiert, gelegentlich wird Drewitz aber von sowjetischen Schlachtfliegereinheiten genutzt.
  • April 1950
    Ein sowjetisches Bomber-Regiment mit 30 bis 40 Flugzeugen Pe-2 wird von Cottbus nach Drewitz verlegt.
  • Oktober 1950
    Das sowjetische Bomberregiment verlegt wieder zurück von Drewitz nach Cottbus
  • Juli 1951
    Auf dem Flugplatz finden Vermessungsarbeiten statt. Der Flugplatz soll ausgebaut werden.
  • August 1951
    60 Arbeiter errichten Behelfsbauten. Der Ausbau soll beginnen, nachdem die Arbeiten auf dem Flugplatz Welzow abgeschlossen wurden.
  • September 1951
    Der Landeplatz ist mit hohem Gras bedeckt. Die Holzgebäude im Norden des Platzes, die von Aussiedlern bewohnt wurden, wurden teilweise geräumt. Bauarbeiten haben noch nicht begonnen.
  • Mai 1952
    Die Holzgebäude sind von Arbeitern belegt. Rodungsarbeiten sind im Gange. Der zu bauende Platz soll so ähnlich wie die Bomber-Plätze in Brand und Werneuchen werden. Die Ausführung erfolgt durch die Bauunion Dresden.
  • Juni 1952
    Auf dem Platz sind 480 Arbeiter tätig, die Zahl steigt täglich. Es wurde mit vorbereitenden Arbeiten für eine 2,5 Meter hohen Holzzaun begonnen, der den Platz umgeben soll. Im Jahr 1952 soll die Landebahn, der südliche Rollweg mit Abstellflächen und ein Unterkunftsbereich gebaut werden. Kaserne und Hangars sind für 1952/53 geplant, ein Flugzeugwerk soll 1953 gebaut werden. Der Bau erfolgt unter sowjetischer Führung aus Werder.
  • Juli 1952
    Die Bauunion Dresden beginnt mit den Arbeiten. Die Fertigstellung ist für Mai 1954 geplant.
  • September 1952
    Die Betonierung der Start- und Landebahn in Ost-West-Richtung beginnt. Sie soll 2.480 m lang und 80 m breit werden. Eine geplante zweite Startbahn soll 3.250 m lang und 85 m breit werden
  • Dezember 1952
    Die Landebahn ist fertig.
  • Mai 1953
    In der Nacht vom 1. auf den 2. Mai brennt eine große hölzerne Lagerhalle nieder. Andere Quellen sprechen von mehreren Bränden, bei denen mehrere Feldbahn-Lokomotiven zerstört wurden.
  • Die KVP-Einheit 302 verlegt von Kamenz nach Drewitz.
  • Juni 1953
    2.500 bis 3.000 Arbeiter sind mit diesem Projekt beschäftigt, die meisten kommen vom Bau des Flugplatzes Bautzen-Litten.
  • Juni 1953
    In Drewitz werden mehrere MiG-15 und Jak-11 stationiert. Nach dem 17. Juni werden sie eilig nach Cottbus abgezogen.
  • Juli 1953
    Der südliche Rollweg mit Abstellpositionen ist fertig gestellt.
  • April 1954
    Drewitz ist belegt mit dem "Aeroclub 700" und der technischen Einheit 302.
  • 3. Juni 1954
    Absturz einer Jak in schlechtem Wetter bei Niesky. Beide Piloten werden getötet.
  • 20. Juni 1955
    Flugzeuge in Drewitz: 4 Jak-11, 9 Jak-18, 1 Po-2
  • 25. Juni 1955
    Absturz eines Flugzeugs bei Zeithain (?). Der Pilot kommt dabei ums Leben.
  • 1957
    Der Platz ist belegt von der Führung der 3. Division, mit dem 7. Geschwader (mit 4 Staffeln) und dem 9. Geschwader (mit 3 Staffeln). Die beiden Geschwader haben 34 MiG-15/MiG-15UTI und 12 Jak-11.
  • 16.03.1985
    Die MiG-21 "590" des Jagdfliegergeschwaders 7 stürzt beim Anflug auf Drewitz in ein Wohnheim der Hochschule Cottbus. Der Pilot kann katapultieren, zwei Verletzte am Boden.

1950er Jahre

Übersicht

Der Flugplatz vor dem Ausbau, ca. 1951
Der Flugplatz vor dem Ausbau, ca. 1951
Quelle: CIA
1Kasernenanlage mit jeweils 20 Fenstern
2Kasernenanlage mit jeweils 8 Fenstern
3Kasernenanlage mit 6 Fenstern
4Wachturm, ca. 20 m hoch
5?
6?
7Kasernenanlage von Zivilisten belegt
8Hangar

1960er Jahre

Übersicht

Flugplatz Drewitz auf einem Satellitenbild 1965
Drewitz auf einem US-Satellitenbild vom 03.05.1965
Quelle: U.S. Geological Survey
Flugplatz Drewitz 1966
Drewitz am 20.04.1966 - 1: Flugplatz; 2: Nahmarkierungspunkt; 3: Funkpeiler? 4: Fernmarkierungspunkt; 5: Munitionslager. a: Eisenbahnstrecke Guben-Cottbus. Andere Orte: Grabkow, Jänschwalde-Ost
Quelle: U.S. Geological Survey
Flugplatz
Der Flugplatz
Quelle: U.S. Geological Survey
Nordwestlicher Teil
Nordwestlicher Teil - Die Anlagen im Norden sind noch unvollständig, Der Rollweg führt von der Landebahn nach Nordenosten weg, aber endet dort.
Quelle: U.S. Geological Survey
Nordöstlicher Teil
Nordöstlicher Teil - 1: Lande-T; 2: Justierstand; 3: Weitere Abstellflächen sind bereits gerodet, aber noch nicht gebaut.
Quelle: U.S. Geological Survey
Westliches Ende der Landebahn Drewitz
Westliches Ende der Landebahn - Die helle Fläche auf der linken Seite ist die sog. Erdbremsfläche. Auf ihr sollen Flugzeuge abgebremst werden, die das Ende der Bahn überrollt haben.
Quelle: U.S. Geological Survey
Westlicher Teil der Vorstartlinie Drewitz
Westlicher Teil der Vorstartlinie - Hier stehen Flugzeuge Il-28 und MiG-15/MiG-17.
Quelle: U.S. Geological Survey
Östlicher Teil der Vorstartlinie
Östlicher Teil der Vorstartlinie
Quelle: U.S. Geological Survey
Gebäude südlich
Gebäude südlich
Quelle: U.S. Geological Survey
Weitere Einrichtungen
Weitere Einrichtungen - 1: Tanklager; 2, 3: Anschlussgleise
Quelle: U.S. Geological Survey
Anlagen südlich der Eisenbahn / Bahnhof Jänschwalde-Ost
Anlagen südlich der Eisenbahn - 1: Kaserne; 2: NVA-Wohnsiedlung; 3: Bahnhof Jänschwalde-Ost.
Quelle: U.S. Geological Survey
NVA-Flugzeuge Il-28
Flugzeuge - Auf dem Bild sind acht Flugzeuge vom Typ Iljuschin Il-28 zu sehen, die in der NVA zur Zieldarstellung genutzt wurden.
Quelle: U.S. Geological Survey
Weitere Flugzeuge
Weitere Flugzeuge
Quelle: U.S. Geological Survey
Tanklager mit Anschlussgleis
Tanklager mit Anschlussgleis - Im nordwestlichen Teil des Tanklagers stehen 5 Wagen auf dem Anschlussgleis, vermutlich Kesselwagen.
Quelle: U.S. Geological Survey
Nahfunkfeuer Drewitz
Nahfunkfeuer, ca. 1.000 m von der Landebahn entfernt
Quelle: U.S. Geological Survey
Funkpeiler
Funkpeiler? ca. 2.500 m von der Landebahn entfernt.
Quelle: U.S. Geological Survey
Fernfunkfeuer Drewitz
Fernfunkfeuer, ca. 3.900 m von der Landebahn entfernt.
Quelle: U.S. Geological Survey
Munitionslager
Munitionslager
Quelle: U.S. Geological Survey

1970er Jahre

Situation

Flugplatz Drewitz auf einer Karte 1972
Der Flugplatz Drewitz auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 1972
Quelle: ONC E-2 (1972), Perry-Castañeda Library Map Collection, University of Texas at Austin

Übersicht

Der NVA-Flugplatz Drewitz 16.05.1979
Der NVA-Flugplatz Drewitz am Mittwoch 16.05.1979 - 1: Flugplatz; 2: Gefechtsstand und Radarstellung bei Taubendorf
Quelle: U.S. Geological Survey
Vergrößerung
Vergrößerung
Quelle: U.S. Geological Survey

1980er und frühe 1990er Jahre

Übersicht

Verzeichnis 012
Der Flugplatz Drewitz auf einer Karte im "Verzeichnis 012" der ehemaligen NVA aus der Wendezeit (ehemals "Geheime Verschlußsache") - Handgezeichnete Karten waren im Ostblock durchaus üblich. Zu erkennen sind die Ortschaften Drewitz und Jänschwalde-Ost, der Flugplatz mit Beton- und Grasbahn, die Rollwege, die beiden Nahfunkfeuer sowie das RSBN-Funkfeuer.

Start- und Landebahnen

  • 06/24: 2500 m x 80 m Beton
  • 06/24: 2000 m x 100 m Gras nördlich der befestigten Bahn
Die Höhen der Schwellen über NN betrugen: Schwelle Ost 82,5 m und Schwelle West 75 m.
In beiden Landerichtungen war ein Landesystem SP-2 installiert. Das Anflugfeld in Nebenlanderichtung (06) war nur 500 m befeuert.

Funkfeuer

  • RSBN: CH 13 "RD", N515332 E0143158 (S43/82?)
  • FFF 24: 769,0 "RD", 3960 m zur Schwelle 24
  • NFF 24: 378,5 "R", 1000 m zur Schwelle 24
  • KRM/GRM 24: CH 15
  • FFF 06: 769,0 "DR", 4000 m zur Schwelle 06
  • NFF 06: 378,5 "D", 1000 m zur Schwelle 06
  • KRM/GRM 06: CH 15
Die Kennungen wurden wie im Warschauer Pakt üblich aus dem ersten und letzten Buchstaben des Rufzeichens (REINHARD) abgeleitet.
Vom Punkt der berechneten Linie bis 5000 m vor dem Aufsetzpunkt tritt eine unkonstante Anzeige des ARK bis max. + 10 Grad auf.

Flugfunk

Das Rufzeichen des Flugplatzes war REINHARD.
Flugleiter REINHARD-START 138,0 MHz (K-7), 124,0 MHz (K-1) (1990)

Telefon

Stabsnetz S1 9823. Die Tarnnamen waren "Zauberflöte" (?) und "Torez" (Gefechtsstand) (?)

Einheiten

  • JG-7 "Wilhelm Pieck": MiG-21
  • JGB-37 "Klement Gottwald": MiG-23BN, MiG-23UB; TAFS-87: MiG-21M (PF 94415)
  • TAFS-87 (PF 94422)
  • FBas-57 (PF 94438), FTB-37 (PF 94455), NFK-37 (PF 94492)

Liegenschaften

Objekte 1989/1990 im Zusammenhang mit dem Flugplatz:
  • 06/015: Flugplatz
  • 06/014: Depot JG-7 (29 ha, S der Eisenbahn Cottbus-Guben)
  • 06/054: Übungsgelände FBas-57 (7,7 ha, Striesow, Marienberge)
  • 06/202: Objekt JG-7 (0,5 ha, Straße Tauer-Jänschwalde)
  • 06/309: Objekt JG-7 (0,2 ha, Tauer, Großsee Südufer)

Heute

Nutzung

Allgemeine Luftfahrt.

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