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KoordinatenN512151 E0115701 (WGS84) Google Maps
HNN 340 ft
Ehemalige DDRBezirk Halle
BundeslandSachsen-Anhalt
Location indicatorEDAM
Karte mit Lage Flugplatz Merseburg
Deutschland im Kalten Krieg Karte

Im Zweiten Weltkrieg

Nutzung

Fliegerhorst der Luftwaffe.

Situation

Der Fliegerhorst Merseburg im Zweiten Weltkrieg auf einer US-Karte 1944
Der Fliegerhorst Merseburg im Zweiten Weltkrieg auf einer US-Karte aus dem Jahr 1944 (Quelle: McMaster University Library Digital Archive, License: Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 CC BY-NC 2.5 CA)

Im Kalten Krieg

Nutzung

Flugplatz der sowjetischen Streitkräfte (GSTD/GSSD/WGT).

1950er Jahre

Einheiten

1954
  • Stab sowjetische Jagdflieger-Division
  • Sowjetisches Jagdflieger-Regiment (Postfach der technischen Einheit: 62 335),
  • Auf dem Flugplatz wurden insgesamt 38 MiG-15/MiG-15U gezählt.
Quelle: BND/Bundesarchiv B 206/3033
(Bei den Postfachnummern können die Ziffern 3 und 5 verwechselt sein, da sie im Quelldokument schwer zu unterscheiden sind)

Chronik

  • September/Oktober 1954
    Zeitweilige Verlegung des Jagdfliegerregiments Merseburg auf den Flugplatz Dessau (27.09.-05.10.1954)

1960er Jahre

Übersicht

1966
Merseburg, Schkopau und VEB Chemische Werke Buna, 1966
Freitag 09.12.1966 - Das Satellitenbild zeigt den Flugplatz Merseburg sowie im Norden die VEB Chemischen Werke Buna, einen der größten Betriebe der DDR. Durch seine Rauchfahnen ist er bereits aus großer Entfernung erkennbar. (Quelle: U.S. Geological Survey)
Flugplatz
Flugplatz - Der Platz scheint keine besonders umfangreiche Infrastruktur zu haben. (Quelle: U.S. Geological Survey)
Masten im Anflugsektor Merseburg
Anflugsektor im Westen - Hier steht eine Reihe von Masten, die anhand ihrer Schatten gut erkennbar sind, die von der tief stehenden Sonne dieses Dezembertages verursacht werden. Die Reihe der Masten befindet sich jedoch etwas nördlich der Anfluggrundlinie, die hier durch eine weiße Linie visualisiert ist. Die Quelle für die drei oder vier Rauchfahnen südlich ist unklar. (Quelle: U.S. Geological Survey)
Westliches Ende der Landebahn
Westliches Ende der Landebahn - Bemerkenswert sind: 1: Zielkreis; 2: Marker vor der Landebahn; 3: Mehrere Markierungen außerhalb des Platzes links und rechts der Anfluglinie. (Quelle: U.S. Geological Survey)
Verlängerung der Landebahn Merseburg
Verlängerung der Landebahn - Zunächst war die Landebahn nur 2000 m lang, das Ende befand sich in der Bildmitte. Später wurde die Bahn auf 2500 m verlängert, die Verlängerung jedoch etwas schmaler ausgeführt. Dieser Unterschied in der Breite ist heute nicht mehr sichtbar, vermutlich wurde es noch später begradigt. (Quelle: U.S. Geological Survey)
Startkopf und Vorstartlinie
Mittlerer Teil mit Vorstartlinie und altem Startkopf - Auf der Nordseite befinden sich verschiedene Einrichtungen, u.a. eine Radarstellung (oben rechts) (Quelle: U.S. Geological Survey)
Startbahn und Startkopf
Östliches Seite - Am Beginn der Landebahn befindet sich ein weiterer Startkopf aus Fliegerhorst-Zeiten. Dort mündet ein Rollweg von einer Bereitschaftsfläche, auf der vier Flugzeuge stehen. (Quelle: U.S. Geological Survey)
Flugzeugdeckungen Merseburg
Südöstlicher Teil - Der Platz verfügt über zahlreiche offene Flugzeugdeckungen (Splitterschutzboxen). (Quelle: U.S. Geological Survey)
Merseburg: Vorstartlinie mit MiG-21
Auf der Vorstartlinie stehen 16 Kampfflugzeuge, vermutlich MiG-21 (Quelle: U.S. Geological Survey)
Bereitschaftsfläche mit sowjetischen Flugzeugen MiG-21
Bereitschaftsfläche mit 4 weiteren Flugzeugen, vermutlich MiG-21 - Ein älteres Flugzeug rollt in Richtung der Startbahn, vermutlich eine MiG-15 oder MiG-17 (Quelle: U.S. Geological Survey)
Radarstellung
Einrichtungen im Norden - 1: ein Turm; 2: unklar; 3, 4, 5 und eventuell 6: pyramidenähnliche Hügel, wahrscheinlich zur erhöhten Aufstellung von Radaranlagen (Quelle: U.S. Geological Survey)
VEB Chemische Werke Buna, Schkopau
VEB Chemische Werke Buna, Schkopau (Quelle: U.S. Geological Survey)
1969
Satellitenbild Merseburg 1969
Merseburg am 02.08.1969 - Das Bild ist nicht eingenordet. (Quelle: U.S. Geological Survey)

Flugfunk

Rufzeichen: DOVJELOK.

1970er Jahre

Situation

Der Flugplatz Merseburg auf einer Karte 1972
Der Flugplatz Merseburg auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 1972 (Quelle: ONC E-2 (1972), Perry-Castañeda Library Map Collection, University of Texas at Austin)

Übersicht

Flugplatz Merseburg auf einem Satellitenbild 1970
Der Flugplatz und Umgebung auf einem US-Satellitenbild vom 25.11.1970 - 1: Flugplatz; 2: FlaRak-Stellung Bad Lauchstädt. Orte: Atzendorf, Beuna, Blösien, Bündorf, Burgstaden, Geusa, Klobikau, Knapendorf, Krakau, Milzau, Neumark-Nord, Zscherben. (Quelle: U.S. Geological Survey)
Flugplatz
Flugplatz (Quelle: U.S. Geological Survey)
Westlicher Teil
Westlicher Teil - Die in den letzten Jahren gebauten Flugzeug-Shelter sind gut zu erkennen. (Quelle: U.S. Geological Survey)
Östlicher Teil
Östlicher Teil - Die beiden Startplattformen des ehemaligen Fliegerhorstes sind noch vorhanden. (Quelle: U.S. Geological Survey)
Flugabwehr-Raketenstellung Bad Lauchstädt
Flugabwehr-Raketenstellung 8 km nordwestlich bei Bad Lauchstädt - Die Stellung schützt den Flugplatz und ist mit Raketen S-125 Newa (NATO-Bezeichnung SA-3 Goa) ausgerüstet (Quelle: U.S. Geological Survey)

Funkfeuer

Angaben für das Jahr 1970?:
  • FFF 26: 398 "DK", 4200m
  • NFF 26: 810 "D", 1030m
  • FFF 08: 398 "KD"
  • NFF 08: 810 "K"

1980er und frühe 1990er Jahre

Start- und Landebahnen

  • 08/26: 2500 m x 44 m
  • 08/26 Gras

Funkfeuer

  • FFF 26: 614 "DK", 4200 m
  • NFF 26: 297 "D", 1030 m
  • FFF 08: 614 "LE", 4400 m
  • NFF 08: 297 "L", 1000 m

Flugfunk

Rufzeichen: MUSKAT (198x)

Luftraum

Der Flugplatz Merseburg und der Flughafen Leipzig-Schkeuditz liegen nur ca. 20 km voneinander entfernt. Außerdem führt der Anflug auf Merseburg aus Osten über den Flughafen Schkeuditz hinweg. Daher war eine Koordination zwischen der zivilen Flugsicherung in Leipzig und der sowjetischen militärischen Flugsicherung in Merseburg notwendig, die in den 1980er Jahren wie folgt geregelt war.
Zusammenarbeit der Flugsicherungsstellen LEIPZIG und MERSEBURG (Stand 04/1986)
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Die APP LEIPZIG hat
  • nicht im FSPLN Standard enthaltene Flüge mit der FSS MERSEBURG abzustimmen;
  • Flüge am Flugplatz EILENBURG und auf den im TMA gelegenen Flugplätzen des GST und des AF mit den FSS MERSEBURG und BRANDIS abzustimmen.
Die APP LEIPZIG ist verpflichtet, der FSS MERSEBURG folgende Informationen zu übergeben:
  • Arbeitsbeginn und -ende der APP
  • Betriebszeit der Radarstation
  • Beginn und Ende der Flüge auf den im TMA gelegenen Flugplätzen (ausgenommen der Flugplatz der GST Halle-Oppin) 30 Minuten vor dem ersten Start bzw. unmittelbar mit Ende der Flüge;
  • beim Start auf dem Flughafen LEIPZIG mindestens 5 Minuten vor dem Start: voraussichtliche Startzeit, Startrichtung, Typ des Luftfahrzeuges, Flughöhe und Luftstraße;
  • bei Landung auf dem Flughafen LEIPZIG mindestens 10 Minuten vor Einflug in den TMA: voraussichtliche Landezeit, Landekurs, Typ des Luftfahrzeuges, Luftstraße und Flughöhe;
  • bei Flügen in den Luftstraßen B50 und B51 (ohne Landung auf dem Flughafen LEIPZIG) mindestens 10 Minuten vor Einflug in den TMA: voraussichtliche Überflugzeit VOR LEG, Flughöhe, Typ des Luftfahrzeuges und Flugrichtung;
  • bei Flügen von militärischen Luftfahrzeugen in den Luftstraßen B50 und B51 zu den Flugplätzen der GSSD mindestens 10 Minuten vor Ausflug aus der Luftstraße: Ausflugort und -zeit, Flughöhe, Typ des Luftfahrzeuges, Rufzeichen, Bordnummer und Bestimmungsflugplatz.
Außerhalb der Dienstzeit der APP LEIPZIG ist bei Flügen oberhalb FL 110 (3350 m STD= die Zeit des voraussichtlichen Überfluges des VOR LEG bis 10 Minuten vor dem voraussichtlichen Überflug durch die ACC BERLIN/Schönefeld direkt oder über die ATCC an die VHZ zu melden, mit der Bitte um Weiterleitung an die FSS MERSEBURG.
Die FSS MERSEBURG ist verpflichtet, der APP LEIPZIG folgende Informationen zu übergeben:
  • Nichtgewährleistung der Sicherstellung geplanter Flüge (Starts und Landungen) auf dem Flughafen LEIPZIG beim Start diensthabender Jagdflugzeuge. Dabei ist es erforderlich, eine Flughöhe für das den Flughafen LEIPZIG anfliegende Luftfahrzeug im Warteverfahren festzulegen. Das Landeverbot für den Flughafen LEIPZIG ist der APP mindestens 5 Minuten vor Überflug des VOR LEG zu übermitteln.
Der Standard-FSPLN für den Flughafen LEIPZIG (einschließlich Überflüge in den Luftstraßen B50 und B51 ist 14 Tage vor Beginn der Sommer- bzw. Winterperiode in 2 Exemplaren an die FSS MERSEBURG zu übergeben.
Die Abstimmung über die Flüge und der Informationsaustausch zwischen der APP LEIPZIG und der MERSEBURG und BRANDIS erfolgen auf direkten Flugsicherungs-Fernsprechstandverbindungen, die in Zuständigkeit der zivilen Luftfahrt zu betreiben sind.
Diensthabende Jagdflugzeuge haben Vorrang beim Durchflug durch den TMA LEIPZIG in der für sie erforderlichen Flughöhe sowie beim Starten und Landen auf dem Flugplatz MERSEBURG
(Quelle: Anweisung für den zivilen Flugsicherungsdienst in der Deutschen Demokratischen Republik - Anweisung Flugsicherungsdienst (AFD) - Teil 1, Stand 04/1986 und 10/1987)

Einheiten

1990: 85 GwIAP (MiG-29, MiG-29UB, MiG-23UB); Teile 485 OBVP (Mi-8, Mi-24)

Chronik

  • 1988
    In Merseburg wurde beobachtet, dass neben den mit Raketen bewaffneten Bereitschaftsflugzeugen ein Generatorfahrzeug steht. Obwohl die MiG-29 FULCRUM vermutlich ihre Triebwerke autonom anlassen kann, deutet diese Beobachtung darauf hin, dass die Sowiets es vorziehen oder dass es notwendig ist, Generatorfahrzeuge bei den in Bereitschaft stehenden Flugzeugen zu haben. (Quelle: USMLM 1988)
  • 1988
    Beobachtung eines "Integrated Combat Turn" in Merseburg: Die Raketen einer MiG-29 FULCRUM werden abgenommen und Raketen werden an einer anderen MiG-29 befestigt. (Quelle: USMLM 1988)
  • April 1988
    Ein Team der US-Militärmission beobachtet ein Luftkampftraining nahe des Flugplatzes Merseburg. Dabei übt eine MiG-29 FULCRUM das Abfangen eines Hubschraubers Mi-24 HIND, der in ca. 90 m Höhe kreist. Die MiG-29 fliegt dabei Angriffe aus 1500 bis 1800 m Höhe in einem Sinkflug mit 15 bis 20 Grad und simuliert vermutlich den Einsatz von IR-Raketen und Kanonen. So eine Übung wurde zuvor noch nicht beobachtet. (Quelle: USMLM 1988)

Heute

Nutzung

Allgemeine Luftfahrt.

Literatur

  • United States Military Liaison Mission: "Unit History 1988"
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