Neuhardenberg: Flugplatz Neuhardenberg (Marxwalde)

Marxwalde, Wriezen

Nur zur geschichtlichen Information, nicht zur Navigation oder zum Fliegen verwenden!
KoordinatenN523647 E0141433 (WGS84) Google Maps
HNN 33 ft
Ehemalige DDRBezirk Frankfurt/O
BundeslandBrandenburg
RegionOder, Oderbruch
Location indicatorETWN (-1990), ETMA (ca. 1985-1990), EDON
Karte mit Lage Flugplatz Neuhardenberg
Deutschland im Kalten Krieg Karte
Die Geschichte der Flugplätze im Kalten Krieg: Neuhardenberg (Marxwalde)

Lage Ort

Der Ort befindet sich ca. 50 km ost-nordöstlich von Berlin. Zu DDR-Zeiten hieß der Ort und damit auch der Flugplatz "Marxwalde" und er lag im Bezirk Frankfurt/O. Nach der Wende wurde der Ort in "Neuhardenberg" zurückbenannt und gehört heute zum Bundesland Brandenburg.

Lage Flugplatz

Der Flugplatz befindet sich nördlich von Neuhardenberg

Im Zweiten Weltkrieg

Nutzung

Flugplatz der Luftwaffe.

Situation

Flugplatz Neuhardenberg auf einer Karte 1943
Der Flugplatz Neuhardenberg im Zweiten Weltkrieg auf einer US-Karte aus dem Jahr 1943
Quelle: McMaster University Library Digital Archive, Lizenz: Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 CC BY-NC 2.5 CA

Im Kalten Krieg

Nutzung

Flugplatz der NVA Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (NVA LSK/LV). Basis des Jagdfliegergeschwaders 8 (JG-8) und der DDR-Regierungsflieger, zunächst als Selbständige Transportfliegerstaffel, dann Transportfliegerstaffel 29 (TFS-29) und schließlich als Transportfliegergeschwader 44 (TFG-44, TG-44).

1960er Jahre

Übersicht

1964
Marxwalde, DDR, auf einem Satellitenbild 1964
Marxwalde, DDR, auf einem US-Satellitenbild von Montag 27.04.1964 - 1: Flugplatz; 2: Nahfunkfeuer Ost; 3: Peiler?; 4: Fernfunkfeuer Ost; 5: Nahfunkfeuer West; 6: Kaserne. Orte: Altfriedland, Bärwinkel, Kiehnwerder, Neu Rosenthal, Neuhof, Quappendorf. a: Quappendorfer Kanal / Gusower Alte Oder; b: Zu diesem Zeitpunkt war der Kietzer See verlandet.
Quelle: U.S. Geological Survey
Flugplatz Marxwalde, DDR, 1964
Flugplatz - 1: Vorstartlinie Jagdgeschwader 8; 2: Abstellfläche Transportfliegerstaffel; 3: Tanklager; 4: Munitionslager; 5: Erdbremsfläche
Quelle: U.S. Geological Survey
Tanklager
Tanklager
Quelle: U.S. Geological Survey
Munitionslager
Munitionslager
Quelle: U.S. Geological Survey
Kampfflugzeuge Marxwalde
Abgestellte Kampfflugzeuge (1)
Quelle: U.S. Geological Survey
MiG-15, MiG-17, MiG-21 der NVA
Vorstartlinie - Hier stehen ältere Flugzeuge, vermutlich MiG-15/MiG-17 sowie neuere Flugzeuge, vermutlich MiG-21.
Quelle: U.S. Geological Survey
Flugzeuge
Weitere Flugzeuge
Quelle: U.S. Geological Survey
Westliches Ende der Landebahn Marxwalde
Westliches Ende der Landebahn - Unmittelbar südlich wurde eine parallele Graspiste angelegt.
Quelle: U.S. Geological Survey
Östliches Ende der Landebahn, Verlängerung
Östliches Ende der Landebahn mit Lande-T - Offenbar wurde die Landebahn in der Vergangenheit um ca. 300 nach Osten verlängert
Quelle: U.S. Geological Survey
Einrichtungen südlich der Landebahn
Einrichtungen südlich der Landebahn
Quelle: U.S. Geological Survey
Abstellfläche Transportfliegerstaffel mit Flugzeugen Il-14 und Il-18
Abstellfläche der Transportfliegerstaffel - Es sind vier Flugzeuge vom Typ Il-14 und eine Il-18 zu erkennen.
Quelle: U.S. Geological Survey
Einrichtungen im Südosten
Weitere Einrichtungen im Südosten
Quelle: U.S. Geological Survey
Nahmarkierungspunkt Ost
Nahmarkierungspunkt Ost
Quelle: U.S. Geological Survey
Peiler Marxwalde
Peiler?
Quelle: U.S. Geological Survey
Fernmarkierungspunkt West
Fernmarkierungspunkt West
Quelle: U.S. Geological Survey
Bodenmarkierung
Ab dem Fernmarkierungspunkt ist der Anflugkurs am Boden markiert - Im Abstand von ca. 200 m stehen Markierungen - hier mit roten Punkten verdeutlicht
Quelle: U.S. Geological Survey
Nahmarkierungspunkt West
Nahmarkierungspunkt West
Quelle: U.S. Geological Survey
NVA-Kaserne Marxwalde
Kaserne
Quelle: U.S. Geological Survey
1965
Marxwalde 1965
Montag 03.05.1965 - Der Zustand erscheint gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert zu sein.
Quelle: U.S. Geological Survey
1968
Marxwalde, DDR, 1968
Der Flugplatz am Freitag 09.08.1968 - Es sind drei Dezentralisierungsbereiche mit offenen Deckungen für Flugzeuge erkennbar (1, 2, 3).
Quelle: U.S. Geological Survey
1969
NVA-Flugplatz Marxwalde, DDR 1969
Marxwalde am Sonntag, 03.08.1969
Quelle: U.S. Geological Survey
Nordwestlicher Teil
Nordwestlicher Teil
Quelle: U.S. Geological Survey
Nordöstlicher Teil
Nordöstlicher Teil
Quelle: U.S. Geological Survey
Südlicher Teil
Südlicher Teil
Quelle: U.S. Geological Survey
Transportfliegerstaffel 29 (TFS-29), Marxwalde, DDR
Abstellfläche der Transportfliegerstaffel 29 (TFS-29) - Neben dem Hangar stehen 3 Flugzeuge vom Typ Il-18. Das Flugzeug gegenüber dem Hangar könnte gepfeilte Tragflächen haben, also eine Tu-124 oder eine erste Tu-134 sein.
Quelle: U.S. Geological Survey

1970er Jahre

Situation

Flugplatz Neuhardenberg / Marxwalde auf einer Karte 1972
Der Flugplatz Neuhardenberg / Marxwalde auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 1972
Quelle: ONC E-2 (1972), Perry-Castañeda Library Map Collection, University of Texas at Austin

Übersicht

Satellitenbild Flugplatz Marxwalde 1979
Satellitenbild von Mittwoch 16.05.1979 - Verglichen mit der Situation vor 10 Jahren wurden die Anlagen beträchtlich ausgebaut. Es gibt geschlossene Deckungen für Flugzeuge (GDF, Shelter) für zwei Staffeln. Und im Süden ist der "Stern" als Abstellplatz für Hubschrauber des Transportfliegergeschwaders 44 (TG-44) erkennbar.
Quelle: U.S. Geological Survey

1980er und frühe 1990er Jahre

Übersicht

Marxwalde 1980
Samstag, 26.07.1980
Quelle: U.S. Geological Survey
Karte Flugplatz

Start- und Landebahnen

  • 08/26: 2400 m x 50 m Beton
  • 08/26: 1800 m x 40 m Gras

Funkfeuer

  • RSBN
  • FFF 26: 472 "BU", 3920m
  • NFF 26: 958 "B", 930m
  • FFF 08: 472 "UB", 3900m
  • NFF 08: 958 "U", 900m
  • ILS 26: 110.9
  • PRGM

Flugfunk

Das Rufzeichen des Flugplatzes war "BERGBAU".

Telefon

Sondernetz S1 25738 Tarnnamen: BEIWAGEN, GRUNDLINIE (1990)

Karten

Nachfolgende Karten stammen aus dem 'Verzeichnis 012 - Flugnavigationsinformationen der Flugplätze der NVA und der Grenztruppen der DDR' aus dem Jahre 1989. Das Dokument war 'Geheime Verschlußsache' (GVS C1 184 400).
Lage des Flugplatzes.
Lage des Flugplatzes.
Abflugverfahren vom Flugplatz auf die Luftstraßen
Abflugverfahren vom Flugplatz auf die Luftstraßen
OSP-Anflug (NDB) in Hauptlanderichtung 264°
OSP-Anflug (NDB) in Hauptlanderichtung 264°
OSP-Anflug (NDB) in Nebenlanderichtung 078°
OSP-Anflug (NDB) in Nebenlanderichtung 078°
Flugplatzkarte
Flugplatzkarte

Einheiten

Jagdfliegergeschwader 8 (JG-8) "Hermann Matern"
- Adresse: Postfach PF 44192
- Flugzeuge: MiG-21bis, MiG-21UM (1990)
Fliegertechnisches Bataillon 8 (FTB-8)
- Adresse: Postfach PF 63910
Nachrichten- und Flugsicherungsbataillon 8 (NFB-8)
- Adresse: Postfach PF 86196
Transportfliegergeschwader 44 (TG-44) "Arthur Pieck"
- Adresse: Postfach PF 33672
- Flugzeuge: Tu-134A, Tu-154M, Mi-8 (1990)
Fliegertechnisches Bataillon 44
- Adresse: Postfach PF 33636

Einrichtungen

Der Gefechtsstand des Jagdfliegergeschwaders 8 war beim Funktechnischen Battalion 61 (FuTB-61) in Müncheberg, 12 km süd-südwestlich des Flugplatzes (NVA-Objektnummer 05/300).
Ein Tanklager befand sich am Bahnhof Trebnitz, 8 km südlich. Vermutlich diente es Anlieferungs- und Pufferlager, denn Marxwalde war einer der wenigen DDR-Militärflugplätze mit "ständiger Basierung", die über keinen direkten Eisenbahnanschluss verfügten.
Weitere Objekte:
- 05/264 Lietzen, Wassermühle: Fläche 0,2 ha, Unterkunft: 29 Plätze (JG-8)
- 05/335 Ringenwalde, Am Dolgensee: Fläche 6,9 ha (JG-8)

Weitere Informationen

Absturz der MiG-21bis "844" am 19.02.1990

Die MiG-21bis "844" befand sich auf einem Ausbildungsflug, als ein Problem mit dem Triebwerk auftrat. Der Pilot versuchte noch zum Flugplatz zurückzukehren. Er verlor jedoch permanent an Höhe, so dass er schließlich das Flugzeug aufgeben und den Schleudersitz nutzen musste. Das erfolgte jedoch erst relativ spät in einer Höhe von 200 m und erst auf energische Anweisung des Flugleiters. Die Maschine ging bei Kostrzyn (Polen) nieder, ca. 30 km ost-südöstlich von Marxwalde.
Das nachfolgende Transkript gibt den Funkverkehr der letzten Minuten wider. Es beginnt damit, dass sich der Pilot der "844" (Rufzeichen "487") beim Flugleiter Marxwalde (Rufzeichen "BERGBAU START") meldet. Das Flugzeug wird zu dieser Zeit von einer weiteren MiG-21 begleitet, die vom Geschwaderkommandeur gesteuert wird (Rufzeichen "402"). Es endet mit der Meldung der begleitenden Maschine, dass der mit dem Fallschirm gelandete Pilot der Unglücksmaschine ein rotes Signalfeuer gezündet hat ("Rotfeuer"), zum Zeichen seiner erfolgreichen Landung.
Normalerweise wurde der militärische Funkverkehr in Russisch geführt. In besonderen Fällen wie hier war es jedoch gestattet, auch Deutsch zu sprechen.
Der Text wurde von HR bereit gestellt, dem ich herzlich danke!
Erläuterungen
487Pilot der Unglücksmaschine
402Pilot der begleitenden Maschine
527, 691Andere Flugzeuge
FLFlugleiter Marxwalde
LLLandeleiter (PAR)
(GE)Deutsche Sprache
(RU)Russische Sprache
Transkript

487BERGBAU START, 487 auf Kanal 7 im Verband mit der 402, Kurs 350, Höhe 800, leicht gleitend
FL487, habe Sie verstanden, KL7 (?) erlaubt
FL402, Sie beobachten die 487?
402Er ist zur Zeit hinter mir. Ich sehe ihn zwar noch, aber ich kann nicht halten, ja. ... Ich versuche noch mal zurück
FLIch habe verstanden
487BERGBAU START von der 487. Habe 5%? Drehzahl, 400 km/h. Läßt sich nicht beschleunigen. Komme so weit wie möglich an den Platz ran. Fahre dann ganz zum Schluß das Fahrwerk aus zur Landung.
FL487, ist Ihre Schubdüse offen?
487Nein
402Die 487 hat rechts hinten ein sehr großes Loch
FLJa ich habe verstanden
527527 25 ... (RU)
FL487, Ihre Höhe?
487350, 400 km/h, stark abnehmend jetzt
FL487, Sie bereiten das Katapultieren vor! Flugzeug in freie Richtung!
487Ja Moment noch. Geht noch
FL487, beachten Sie Höhe und Geschwindigkeit!
487487, meine Höhe jetzt 200m, Geschwindigkeit 350, stark ... 402, ist das jetzt eine freie Richtung für mich?
FL487, Sie katapultieren!
487402, kann ich hier katapultieren?
FLSie katapultieren, 487!
487Ich katapultiere.
527527, K7 ... (RU)
FLVerstanden (RU), 527 (GE)
402Schirm offen, Maschine abgestürzt und brennt.
FL402, ich habe Sie verstanden. Der Schirm ist offen, die Maschine brennt
FL402 Standort, ungefähr?
402ca. 5 km südlich Küstrin
FL402, ich habe verstanden. Beobachten Sie die Landung der 487 am Schirm!
?527 (RU)
402Sie ist gelandet!
?... (RU)
?sehe (RU)
FL... Aufgabe über Rechenwinkel zur Landung
?ja verstanden.
?6 (RU)
?10 (RU)
527FFF, ... Landung 527 (RU)
FLLandung (RU)
LLAnflug ist zu hoch, 527
?402 ... (RU)
?...
?... punkt
?360 (RU)
691691, 2., Anflug ... (RU)
?verstanden (RU)
402Überstanden, 402, Rotfeuer gezündet.

Heute

Nutzung

Allgemeine Luftfahrt.

Links

Literatur

  • Ries, Karl; Dierich, Wolfgang: "Fliegerhorste und Einsatzhäfen der Luftwaffe" Motorbuch Verlag Stuttgart, 1993 - Alliierte Planskizze
  • Lang, Dietbert; Materna, Horst: "Der Flugplatz Neuhardenberg Marxwalde Neuhardenberg" Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 1998 - Vom geheimen Einsatzhafen des Dritten Reichs zum Regierungsflugplatz der DDR

Empfohlen

Bildquellen sind auf der jeweiligen Zielseite angegeben, klicke auf die Vorschau um sie zu öffnen.
This page in English
Diese Website verwendet Cookies
Weitere Informationen: Datenschutz
Impressum