Falkenberg: Flugplatz

Alt Lönnewitz, Аэродром Фалькенберг (ГДР)

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KoordinatenN513248 E0131259 (WGS84) Google Maps
HNN 285 ft
Ehemalige DDRBezirk Cottbus
BundeslandBrandenburg
Location indicatorEDUF
Karte mit Lage Flugplatz Falkenberg
Deutschland im Kalten Krieg Karte

Allgemein

Der Flugplatz Falkenberg entstand ab den 1930er Jahren als Fliegerhorst Alt Lönnewitz. Nach dem Krieg wurde der Platz von den sowjetischen Luftstreitkräften genutzt und kontinuierlich ausgebaut. Zuletzt war das 31. Garde-Jagdfliegerregiment mit MiG-29 und MiG-23UB in Falkenberg stationiert.
Nach Abzug der russischen Truppen Anfang der 1990er Jahre wurde daraus der Sonderlandeplatz Falkenberg/Lönnewitz EDUF. Die Start- und Landebahn wurde auf 1200 m verkürzt. Große Teile des Geländes werden als Solarpark genutzt.

Lage Flugplatz

2 km süd-südwestlich von Falkenberg.

Im Zweiten Weltkrieg

Nutzung

Flugplatz der Luftwaffe (Alt-Lönnewitz).

Situation

Der Flugplatz Falkenberg im Zweiten Weltkrieg auf einer Karte 194x
Der Flugplatz Falkenberg im Zweiten Weltkrieg auf einer US-Karte aus dem Jahr 194x (Quelle: McMaster University Library Digital Archive, Lizenz: Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 CC BY-NC 2.5 CA)

Übersicht

Fliegerhorst Alt Lönnewitz auf einer Karte 1952
Der Fliegerhorst Alt Lönnewitz auf einer US-amerikanischen Karte aus dem Jahre 1952 (Quelle: AMS M841 GSGS 4414, Courtesy Harold B. Lee Library, Brigham Young University)

Im Kalten Krieg

Nutzung

Basis der sowjetischen Luftstreitkräfte bis 1992.

1950er Jahre

Einheiten

Einheiten im Jahr 1954

- Stab sowjetische Schlachtflieger-Division
- Sowjetisches Schlachtflieger-Regiment (PF 62 326),
- Auf dem Flugplatz wurden 14 MiG-15/MiG-15U gezählt.
Quelle: BND/Bundesarchiv B 206/3033
(Bei den Postfachnummern können die Ziffern 3 und 5 verwechselt sein, da sie im Quelldokument schwer zu unterscheiden sind)

1960er Jahre

Übersicht

Flugplatz Falkenberg auf einem Satellitenbild 1968
Der Flugplatz Falkenberg und die Gegend westlich davon auf einem US-Satellitenbild vom 20.05.1968 - 1: Flugplatz; 2: FlaRak-Stellung bei Arzberg. Weitere Orte: Adelwitz, Blumberg, Elsterberg, Kaucklitz, Kötten und Nichtewitz. Bemerkenswert ist die Schneise, die vom Flugplatz in südwestliche Richtung nach Blumberg führt. Es handelt sich aber weder um einen Rollweg noch um eine Startbahn. (Quelle: U.S. Geological Survey)
Flugplatz Falkenberg
Flugplatz Falkenberg - Zu diesem Zeitpunkt hatte die Start- und Landebahn eine Länge von 2.500 m. (Quelle: U.S. Geological Survey)
Nördlicher Teil
Nördlicher Teil (Quelle: U.S. Geological Survey)
Westliches Ende
Westliches Ende (Quelle: U.S. Geological Survey)
Östlicher Teil
Östlicher Teil - 1: Eine weitere sechseckige Struktur, vermutlich eine weitere Flugabwehr-Stellung; 2: Der Rollweg mündet am Beginn der Startbahn. Diese ungewöhnliche Konfiguration wurde später ersetzt. (Quelle: U.S. Geological Survey)
Nordwestlicher Teil
Nordwestlicher Teil - 1: Flugzeug im Gras? 2: Drei größere Flugzeuge; 3: Die sechseckige Struktur ist vermutlich eine Flugabwehr-Stellung; 4: In diesem Bereich sind die Flugzeugdeckungen gut zu erkennen (Quelle: U.S. Geological Survey)
Südlicher Teil mit Flugzeug-Silhouetten
Südlicher Teil mit Flugzeug-Silhouetten (Quelle: U.S. Geological Survey)
Östlicher Teil
Östlicher Teil (Quelle: U.S. Geological Survey)
Die Flugabwehr-Raketenstellung bei Arzberg - Sie war mit Raketen des Typs S-125 Newa ausgestattet (NATO-Bezeichnung SA-3 Goa) (Quelle: U.S. Geological Survey)

Chronik

  • September 1966
    Die USMLM stellt eine MiG-21 FISHBED D aus Alt Lönnewitz fest, die modifizierte Raketenstartschienen besitzt. Die gleichen Schienen wurden zuvor schon an einer FISHBED F bemerkt. (Quelle: USMLM 1966)

1970er Jahre

Situation

Der Flugplatz Falkenberg auf einer Karte 1972
Der Flugplatz Falkenberg auf einer Karte des US-Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 1972 (Quelle: ONC E-2 (1972), Perry-Castañeda Library Map Collection, University of Texas at Austin)

1980er und frühe 1990er Jahre

Start- und Landebahnen

  • 08/26: 3000 m x 60 m Beton
  • 08/26: 2200 m x 60 m Gras südlich der befestigten Bahn

Funkfeuer

  • RSBN: Kanal 34 "BL", N513300 E0131327 (S42/83?)
  • FFF 26: 462 "BL", 3910 m zur Schwelle 26
  • NFF 26: 938 "B", 1070 m zur Schwelle 26
  • FFF 08: 462 "SE", 4130 m zur Schwelle 08
  • NFF 08: 938 "S", 850 m zur Schwelle 08

Flugfunk

Das Rufzeichen des Flugplatzes war BAIKAL (БАЙКАЛ).

Standardflugstrecken

"Flüge der LSK/LV der NVA und der LSK der GSSD im Rahmen der Gefechtsausbildung sind entsprechend der Grafik der Flugtage / -nächte auf der Grundlage der "Hauptflugregeln zum Fliegen im Luftraum der Deutschen Demokratischen Republik" auf Standardflugstrecken in den dazu festgelegten Flughöhen durchzuführen. ..." (Quelle: "Verzeichnis der Standardflugstrecken der LSK/LV der NVA und der LSK der GSSD"
Stand 1989:
283 Falkenberg, Söllichau, Schönewalde, Finsterwalde, Falkenberg
Höhe: 600 - 1200 m, ab Traverse Sonnenwalde 1200 m
Abfangabschnitt: Kemberg, Schönewalde, Sonnenwalde
283a (Bei Durchführung von Flügen am Flugplatz Holzdorf)
Falkenberg, Finsterwalde, Meissen, Gröditz, Falkenberg
Höhe: 600 - 1850 m
Abfangabschnitt: Finsterwalde, Meissen
284 Falkenberg, Söllichau, Schönewalde, Falkenberg
Höhe: 600 - 1200 m
Abfangabschnitt: Kemberg, Schönewalde
285 Falkenberg, Söllichau, Schönewalde, Golssen, Baruth, Schießplatz Heidehof, Markendorf, Falkenberg
Höhe: zum Schießplatz 600 - 1200 m, Rückflug 4250 m (Steigflug über dem Schießplatz)
285a (Bei Durchführung von Flügen am Flugplatz Holzdorf)
Falkenberg, Sonnewalde, Luckau, Pkt. 3 km südl. Baruth, Schießplatz Heidehof, Finsterwalde, Falkenberg
Höhe: zum Schießplatz 300 - 1200 m; zurück 4250 m (nach Abstimmung mit dem Gefechtsstand Brand)
287 Falkenberg, Söllichau, Schönewalde, Finsterwalde, Glaubitz, Schießplatz Belgern, Falkenberg
Höhe: 600 - 1200 m, ab Traverse Sonnewalde 1200 m
287a (Bei Durchführung von Flügen am Flugplatz Holzdorf)
Falkenberg, Finsterwalde, Meissen, Mühlberg, Schießplatz Belgern, Falkenberg
Höhe: 600 - 1200 m
288 Falkenberg, Bitterfeld, Sömmerda, Meissen, Falkenberg
Höhe: 8550 - 9450 m, 11900 - 18000 m
Abfangabschnitt: Apolda, Meissen
Höheneinnahme: Bitterfeld
Höhenaufgabe: Meissen

Einheiten

31 GwIAP: MiG-29, MiG-29UB, MiG-23UB

Einrichtungen

  • Eisenbahnanschluss aus Richtung Falkenberg zum nördlichen Teil des Platzes.
  • Fernfunkfeuer Ost: nördlich von Beiersdorf,
  • Nahfunkfeuer Ost: ca. 1000 m östlich der Schwelle 26,
  • Fernfunkfeuer West: ca. 700 m nordöstlich von Nichtewitz,
  • Nahfunkfeuer West: ca. 800 m westlich der alten Schwelle 08.
  • Flugabwehr-Raketenstellung nördlich von Kathewitz.

Chronik

  • 1988
    Beobachtung durch die US-Militärverbindungsmission: "Dieses Jahr verlegten (Tupolew Tu-22M) BACKFIRE zwei Mal nach Falkenberg, im März und im August 1988. Beide Male konnten Foto- und Videoaufnahmen von Landungen und Starts gemacht werden. Diese Erfassung bietet einen seltenen Blick auf die nicht zur Marine gehörenden Bomber." (Quelle: USMLM 1988)
  • 10.03.1988
    Beobachtung von A-50 MAINSTAY in Falkenberg durch die Britische Militärverbindungsmission BRIXMIS. (Quelle: USMLM 1988)

Bilder

Tupolew Tu-22M BACKFIRE B in Falkenberg (1988):Flugzeug Tupolew Tu-22M BACKFIRE B in Falkenberg 1988

Heute

Nutzung

Sonderlandeplatz.

Quellen

  • http://lib.byu.edu/collections/german-maps/ - German Maps (Topographische Karte 1:25,000)
  • http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm (offline): USMLM Unit History 1966 - Sichtung von MiG-21 Fishbed D mit modifizierten Raketenaufhängungen
  • http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm (offline): USMLM Unit History 1969 - Erstsichtung einer MiG-21 Fishbed F in Falkenberg; Notiz zu einer Übung auf dem Schießplatz Belgern
  • http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm (offline): USMLM Unit History 1972 - Notiz zur Verlegung von 34 MiG-21 Fishbed D und F aus Falkenberg auf den Flugplatz Cochstedt am 09.06.1972
  • http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm (offline): USMLM Unit History 1973 - Falkenberg hat die MiG-21 Fishbed F aus Jüterbog und Damgarten erhalten; Umrüstung einer Staffel auf MiG-23
  • http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm (offline): USMLM Unit History 1975 - Bewaffnung der MiG-23 Flogger B mit AA-7 und AA-8; erstes Foto einer tarnfarbenen Flogger B
  • http://www.history.hqusareur.army.mil/uslmannual.htm (offline): USMLM Unit History 1978 - Notiz und Bild zur Verlegung von bewaffneten Flogger

Links

Literatur

  • Ries, Karl; Dierich, Wolfgang: "Fliegerhorste und Einsatzhäfen der Luftwaffe" Motorbuch Verlag Stuttgart, 1993 - Planskizze der Alliierten
  • Freundt, Lutz: "Sowjetische Fliegerkräfte in Deutschland 1945-1994, Band 1" Freundt Eigenverlag, Diepholz 1998 - Beschreibung, Luftbild und Plan
  • /USMLM 1988/:
    United States Military Liaison Mission: "Unit History 1988"
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